Jugend- und Friedensarbeit des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus erster Hand

Ehrenamtlicher Jugendbeauftragter stellt Arbeit im Ludwig-Frank-Gymnasium vor

23. November 2016

In der Mitte Marius Glasemann, von der Seite Friedhofsamtleiter Andreas Adam bei seinen Ausführungen zu den Kriegstoten auf dem Mannheimer Hauptfriedhof

Mannheim, 21.11.16: Schülerinnen und Schüler des Ludwig-Frank-Gymnasiums in Mannheim lernten aus erster Hand die Jugend- und Friedensarbeit des Volksbund Deutsch Kriegsgräberfürsorge e.V. kennen. Der Mannheimer Jugendbeauftragte des Volksbunds, Marius Glasemann, bekam vom Lehrer B. Steinbrenner die Gelegenheit, einen Vormittag mit Schülern der Jahrgangsstufe 9 einen Projekttag zum Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg" zu gestalten.

Anlass für diesen Unterrichtsbesuch war die langjährige Beschäftigung des verantwortlichen Geschichtslehrers B. Steinbrenner mit der Erinnerungs- und Gedenkkultur nicht nur in Mannheim, sondern auch im Austausch mit der schottischen Partnerschule „Royal High School" in Edinburgh. Der Projekttag sollte für die Schülerinnen und Schüler als Vorbereitung auf den bevorstehenden Schüleraustausch mit der schottischen Partnerschule dienen. Der seit über einer Dekade bestehende Austausch steht im Zeichen der Freundschaft über Ländergrenzen hinaus. Die Arbeit für interkulturellen Austausch und Frieden ist seit Beginn ein wichtiges Element der dieser Begegnung. 

Einleitend stellte der Jugendbeauftragte seine eigenen Erfahrungen mit der Friedensarbeit des Volksbunds vor, die ihn nach Russland, Weißrussland und in die Ukraine führten. Bei sogenannten Workcamps, die meist im Ausland stattfinden, treffen sich Jugendliche aus aller Welt. Ziel solcher Begegnungen ist es, durch die Arbeit auf einer der vom Volksbund gepflegten Kriegsgräberstätte die Folgen von Krieg aufzuzeigen und aus der gemeinsamen Geschichte zu lernen. Diese internationalen Jugendbegegnungen finden unter dem Motto „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden" statt. Diese Friedensarbeit steht im Zentrum der Jugend- und Bildungsarbeit des Volksbunds.

Mittelpunkt des Projekttages war die Auseinandersetzung mit dem Fallbeispiel des Mannheimer Abiturienten und Soldaten Fritz Blum aus dem Ersten Weltkrieg. Mit Hilfe von Feldpostbriefen konnten die Schüler Geschichte aus einem neuen sehr persönlichen Blickwinkel kennenlernen. Damit verdeutlichte Glasemann den Schülerinnen ein wichtiges Ziel des Volksbunds, die Kriegstoten aus der Anonymität herauszuholen und ihnen ihren Namen zurückzugeben. Denn auch noch heute birgt der Volksbund ca. 30.000 Kriegstote im Jahr in Osteuropa und bettet sie auf einen seiner Friedhöfe um. Glasemann konnte dankenswerter Weise den Mannheimer Friedhofsamtleiter Andreas Adam für eine Führung über die Kriegsgräber des Mannheimer Hauptfriedhofs gewinnen. Am Mahnmal an die Toten, die in den Konzentrationslagern umgebracht wurden, wies Glasemann darauf hin, dass am Volkstrauertag an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht wird. In der abschließenden Auswertungsrunde zeigten sich die Schülerinnen und Schüler bewegt über den Besuch auf dem Mannheimer Hauptfriedhof und das Einzelschicksal des Soldaten Fritz Blum.