Volkstrauertag

Gedenkfeier in Stuttgart

20. November 2017

Redner Guido Wolf MdL Minister der Justiz und für Europa des Landes Baden-Württemberg

Zur zentralen Gedenkfeier des Landesverbandes Baden-Württemberg im Weißen Saal des Neuen Schlosses konnte der Landesvorsitzende des Volksbundes Johannes Schmalzl rund 300 Gäste begrüßen, darunter die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg, Muhterem Aras MdL, den Minister der Justiz und für Europa, Guido Wolf MdL, die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Dr. Stefan Kaufmann und Matthias Gastel sowie des Landtags Gabriele Reich-Gutjahr und Konrad Epple.

Zahlreiche Repräsentanten des gesellschaftlichen Lebens in Baden-Württemberg, aus den Kirchen, der Justiz, den Behörden sowie der Wirtschaft waren gekommen, die Bundeswehr war vertreten durch den Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg. Oberst Christian Walkling. Ihm, den Soldaten und den Reservisten der Bundeswehr dankte Schmalzl für ihre vielfältige Unterstützung, auch bei dieser Feierstunde.

Der Schülerchor und ein Streichquartett des Albert-Einstein-Gymnasiums Böblingen unter der Leitung von Stephan Bergdolt hatten die Veranstaltung mit der Motette „Ave verum corpus“ von W.A. Mozart eröffnet. Nach der Begrüßungsansprache des Landesvorsitzenden brachten sie das Lied Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten“ in der Vertonung von Siegfried Fietz zu Gehör. Dann übernahm das Holzbläsertrio des Heeresmusikkorps Ulm die weitere musikalische Umrahmung.

Johannes Schmalzl hob in seinen einführenden Worten hervor, dass das Gedenken am Volkstrauertag allen Opfern der Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gelte, deren Millionen Gräber uns mahnten, aktiv für die Erhaltung von Frieden und Freiheit einzutreten. Er warnte vor der Gefahr eines gegenwärtig in Deutschland und in Europa aufkeimenden Nationalismus: „Die Kriegsgräberstätten machen uns in bedrückender Weise deutlich, wohin die Ideologie des Nationalismus uns schon einmal geführt hat.“

Johannes Schmalzl erinnerte an die kürzlich erfolgte Einweihung des ersten deutsch-französischen Historials auf dem Hartmannsweilerkopf im Elsass durch den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Mit der Aufwertung dieses im Ersten Weltkrieg zwischen Franzosen und Deutschen ebenso verbissen wie verlustreich umkämpften Berges zu einem echten französisch-deutschen Erinnerungsort, wodurch heute die Versöhnung der beiden Nationen zum Ausdruck komme, sei ein großer Schritt zu einer gemeinsamen Erinnerungskultur vollzogen worden.

Drei Schülerinnen und ein Schüler der Klasse 12 des Pestalozzi-Gymnasiums Biberach stellten ihren Überlegungen  zum Friedenszustand der Welt und Europas im Jahre 2017 Zitate aus Feldpostbriefen aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870-71 voran, die den Abschiedsschmerz eines zum Kriegsdienst eingezogenen jungen Mannes zeigen.

Laut Friedensindex des ‚Institute for Economics and Peace’ sei Europa die friedlichste Region der Erde, allerdings hätten hier terroristische Aktionen stark zugenommen. Aber, so die vortragende Schülerin, gerate dabei leicht in Vergessenheit, dass die Geschichte der Menschheit tausende von Kriegen erlebt habe und jeder 30. Erdenbewohner einem Krieg zum Opfer gefallen sei. Bei uns gebe es nur noch wenige, die aus eigenem Erleben die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges kennten. Deshalb sei das Gedenken wichtig und der Volkstrauertag für uns heute Motivation und Impuls zum Frieden.

Minister Guido Wolf stellte in seiner Rede die Bedeutung der Erinnerung heraus, die nach dem Zweiten Weltkrieg nicht leicht gefallen sei, die jedoch das Fundament der Versöhnung zwischen den Völkern sei. Aus seiner Sicht würde die Europäische Union wohl nicht existieren, wenn es nicht die schrecklichen Kriegserfahrungen des 20. Jahrhunderts gegeben hätte, sagte der Europaminister. Angesichts der vielen Soldatengräber hätten die Menschen das Verlangen entwickelt, die Epoche der Kriege für immer hinter sich zu lassen.

Guido Wolf bezeichnete die Europäische Union als Garant für den Frieden, der auf unserem Kontinent herrsche. Er sieht die Deutschen in diesem europäischen Friedensprojekt fest verwurzelt. Allerdings werde das Modell Europa im inneren wie äußeren herausgefordert. Es müsse jeden Tag verteidigt und gestärkt werden. Der Blick auf die vielen Soldatenfriedhöfe erlaube nur einen Schluss, so Wolf: Es braucht Europa – gerade deshalb !

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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