50 Jahre Soldatenfriedhof Costermano

Im Rahmen der 50-Jahr-Feier wurden Menschen aus Bayern geehrt, die sich um den Soldatenfriedhof besonders verdient gemacht haben.

8. August 2017

Der immer gut aufgelegte 94-jährige Franz Oswald (2.v.r), Grafing, präsentiert die Gedenktafel seiner beiden gefallenen Brüder Paul (geb. 09.06.1920) und Josef (geb. 30.07.1921). Auf dem Sterbebild von Josef Oswald steht: Griesmüllerssohn von Grafing, Bäcker in Feldkirchen b.M., Unteroffizier in einem Gebirgs-Art.-Rgt. welcher nach fünfjährigem Kriegsdienst in Rußland, Frankreich und Italien beim Rückzug über den Po bei Ostiglia am 23.April 1945 im 24.Lebensjahr den Soldatentod bei der Rettung seiner Kameraden erlitten hat. Er folgt seinem Bruder Paul (gef. am 4.Februar 1942 in Rußland) in den Tod nach. (v.l.) Volksbund-Landesgeschäftsführer Jörg Raab, Enkel Maximilian Oswald und Oberbayern-GF Artur Klein. Foto: Otto Hartl

Am 6.Mai 1967 wurde einer der größten deutschen Soldatenfriedhöfe in Italien in Costermano am Gardasee eingeweiht. Hier ruhen rund 22.000 deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Zur 50-Jahr-Feier am vergangenen Samstag, den 5. August 2017, lud der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. zu einer würdigen Gedenkveranstaltung unter dem großen zentralen Kreuz hoch über dem See ein. Neben dem Volksbund-Ortsverband Ebersberg, der mit einer Busgruppe anreiste, nahmen Mitglieder der Ortsverbände aus der Oberpfalz, Oberfranken und Unterfranken, des Landes- und Bundesvorstandes des Volksbundes teil.

Die Begrüßung der rund 300 Gäste und die Moderation der Veranstaltung lag in den Händen von Arne Schrader von der Bundesgeschäftsstelle des Volksbundes. Grußworte sprachen der Bürgermeister von Costermano, Dr. Stefano Passarini, der Staatssekretär im Verteidigungsministerium der Italienischen Republik, Dr. Gioacchino Alfano, der Verteidigungsattachè an der deutschen Botschaft in Rom, Kapitän z.S. Stefan Nievelstein.


Die feierliche Gedenkansprache hielt Landtagspräsident a.D. Prof. Rolf Wernstedt, Vorsitzender des Volksbund-Landesverbandes Niedersachsen. In seiner sehr persönlich angelegten Ansprache erinnerte er an die persönliche Trauer der Angehörigen der hier ruhenden Toten und die nicht enden wollende Betroffenheit. „Als der Volksbund vor 16 Jahren das Grab meines in Russland gefallenen Vaters gefunden hatte und die Umbettung anstand, wollten meine Töchter unbedingt dabei sein“ und weiter: „Ich weiß, wie den Angehörigen zumute sein kann. Meine Mutter, die im letzten Jahr im Alter von 96 Jahren verstorben ist, kam bis an ihr Lebensende nicht wirklich über den Tod ihres mit 19 Jahren gefallenen Bruders hinweg.“


Costermano ist einer von mehr als 800 deutschen Soldatenfriedhöfen im Ausland. Zwei Generationen in Deutschland haben gleichsam einen 30jährigen Krieg erlebt. „Zählt man die etwa 15000 Kriegsgräberstätten der soldatischen und zivilen Toten innerhalb Deutschlands mit den begrabenen Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern, Bombenopfern, Vertriebenen und politischen Opfern hinzu, beschleicht uns eine Ahnung davon, vor welch unzähligen politischen und persönlichen Katastrophen wir hier stehen“ so der Redner.
Nach einer Andacht mit Segen durch den Pfarrer von Costermano und einem Totengedenken durch den Volksbund-Vorstand Landesverband Bayern, Dr. Wilhelm Weidinger, wurden mehrere Kränze niedergelegt und das Lied „Ich hatt` einen Kameraden“ von Trompetern der Italienischen Armee intoniert.
Die musikalische Umrahmung der eindrucksvollen Veranstaltung übernahm das Heeresmusikkorps Ulm.  Es intonierte zu Beginn das Bayerische Militärgebet von Johann Kaspar Aiblinger und zum Abschluss die Italienische und die Deutsche Nationalhymne sowie die Europahymne.


Der Landesgeschäftsführer, Jörg Raab, sprach nach der Veranstaltung Ehrungen mit der Costermano-Medaille für besondere Verdienste an folgende Personen aus: Kunstschmiedemeister Manfred Bergmeister, Ebersberg, der vor 50 Jahren das eiserne Hochkreuz am höchsten Punkt der Gedenkstätte geschaffen hatte. Rudolf und Vroni Kebinger, Ebersberg, für die jahrzehntelange Organisation von Busreisen nach Costermano jeweils zum Volkstrauertag im November und Franz Oswald, Grafing, dessen gefallener Bruder Josef auf diesem Friedhof seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Weitere Ehrungen erhielten Florian Strasser, Neuburg a.d. Donau, Peter Graf und Jürgen Erdle aus Altenstadt, Andreas Müller, Schweinfurt, Bruno Nickl, Fichtelberg, die Comune di Costermano sul Garda sowie - nicht zuletzt - Mauro Agostinetto, der Friedhofsverwalter von Costermano.

Bericht: Otto Hartl

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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