Aktuelles aus dem BV Oberfranken 

 

Spenden für den BV Oberfranken werden erbeten unter:

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

 

DE37 7735 0110 0009 0213 79

 

Sparkasse Bayreuth
100 Jahre Erster Weltkrieg – Erinnern

 

 

Der Volksbund als anerkannter und moderner Akteur der Erinnerungs- und Gedenkkultur sichert durch Fürsorge für die Gräber und Angehörigenbetreuung sowie durch Gedenk- und Bildungsarbeit die Erinnerung an die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft, begreift ihren Tod als Auftrag zu Friedens- und Versöhnungsarbeit und leistet so seinen Beitrag zur Förderung des europäischen Gedankens.


Mit den Aktionen des BV Oberfranken im Jahr 2018 wollen wir dazu beitragen:
-    An den Ersten Weltkrieg und seine Millionen Opfer zu erinnern
-    Der Opfer zu gedenken und ihre Schicksale für die Nachwelt erfahrbar zu machen
-    Die Mahnung, die aus diesem Krieg spricht, in Bildung und Politik umzusetzen.

 

Busreise anlässlich Ende Erster Weltkrieg

100 Jahre Kriegsende-Ostfrankreich auf den Spuren fränkischer Einheiten

Der Volksbund unternimmt diese Reise mit dem Historischen Verein für Oberfranken e.V.:

5 Tage 21. bis 25. April 2018
Reiseveranstalter: Müller-Greiner Volksbund-Reisen, Bad Berneck

Datum: 21. bis 25. April 2018

Organisator: Volksbund Bezirksverband Oberfranken

Veranstaltungsort: Metz, St. Mihiel, Montsec, Verdun  

Vernissage im Landratsamt mit Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz
Presseankündigung der Ausstellung im Landratsamt Bayreuth

 

Ausstellung: "Von Stalingrad nach Rossoschka"


75 Jahre nach Kampf und Untergang in Stalingrad mahnt die dort errichtete deutsche Kriegsgräberstätte Rossoschka zu Frieden und Verständigung


Sehr geehrte Damen und Herren,

Stalingrad – das ist mehr als die ehemalige Bezeichnung für eine Stadt, die heute den Namen
Wolgograd trägt.

Vor 75 Jahren, am 23. August 1942, begann die Schlacht von Stalingrad.
Am 22. November schloss sich der Ring der Sowjetarmee um die 6. Armee unter General Paulus. 300.000 deutsche, italienische, ungarische und rumänische Soldaten wurden eingeschlossen. Mangelnde Versorgung, Hunger, anhaltende Schneestürme und Kälte bis
35 Grad unter Null ließen die Zahl der Opfer rasch ansteigen.

Am 02. Februar 1943 ist dort alles zu Ende.

Die Vernichtung der 6. Armee gilt als einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkrieges. Der Name der Stadt an der Wolga, das Leiden der Soldaten und der in der Stadt verbliebenen Zivilbevölkerung sind bis heute im Gedächtnis der beteiligten Nationen verankert. Weit über 500.000 Menschen sind ums Leben gekommen.

Heute finden wir 30 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Wolgograd in der Weite der russischen Steppe den deutschen Friedhof Rossoschka. Mit aktuell 60.091 Gefallenen ist die deutsche Kriegsgräberstätte Rossoschka die derzeit größte vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in der Russischen Föderation betreute deutsche Kriegsgräberstätte.
Erst vor drei Wochen, kam die Information, dass man wiederum im Stadtgebiet ein Massengrab mit ca. 500 Toten deutschen Soldaten gefunden hat. Nach der Exhumierung werden wir mit allen Mitteln versuchen, den Gefallenen ihre Namen wiederzugeben und werden die Gebeine auf dem Friedhof Rossoschka beisetzen.

Die Kämpfe um die Stadt und die daraufhin errichtete Kriegsgräberstätte sind Inhalt dieser Wanderausstellung.

Ende 1942 bis Februar 1943 waren in der Schlacht um die Stadt Stalingrad ca. 60.000 deutsche Soldaten gefallen. Nach der Kapitulation gerieten ca. 110.000 deutsche Soldaten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, von denen nur wenig mehr als 5.000 überlebten. Sowohl unter den Gefallenen, als auch den Gefangenen, befinden sich sehr viele Soldaten, die heute noch als „vermisst“ gelten. Die Ausstellung beginnt daher mit einem Rückblick auf die kriegsgeschichtlichen Ereignisse. Texte und Fotos zeigen das Schicksal der dort Kämpfenden bis zum Ende im „Kessel“ und den Beginn einer ungewissen Kriegsgefangenschaft.

Im Anschluss an die historische Darstellung führt die Ausstellung unmittelbar in die frühen 90er Jahre, in denen sich die Aussichten auf den Bau einer deutschen Kriegsgräberstätte im Raum Stalingrad/Wolgograd auf Grund der veränderten politischen Verhältnisse deutlich gewandelt hatten. Der Volksbund konnte die Anlage planen und zusammen mit den lokalen und regionalen Behörden einen Standort finden.

Die Ausstellung zeigt, wie der Friedhof gebaut wurde und ab 1995 schließlich die Gebeine der deutschen Gefallenen eingebettet werden konnten. In direkter Nachbarschaft zu dem deutschen Gräberfeld befindet sich ein Areal für sowjetische Gefallene, das der Volksbund ebenfalls errichtet hat. Somit liegen die Opfer dieser grausamen Kesselschlacht gemeinsam bestattet und mahnen die Nachwelt zu Frieden und Verständigung.

Die Namen der ca. 103.000 Vermissten von Stalingrad – und im Anschluss daran, von nicht mehr zu bergenden Toten – wurden seit 2004 in alphabetischer Folge auf Natursteinblöcke gebracht, die um den Friedhof verlegt wurden. Weitere Blöcke von nicht mehr zu bergenden Toten sollen in den kommenden Jahren aufgestellt werden. Zur Zeit haben wir 126 Granitwürfel mit den Namen von fast 120.000 Vermissten errichtet.

Einen wesentlichen Teil der Ausstellung bilden Aufnahmen aus der Zeit von der Einweihung bis heute. Gezeigt wird, wie deutsche und russische Jugendliche in Workcamps des Volksbundes sich um die Pflege kümmern sowie die verschiedensten Aktivitäten auf der Kriegsgräberstätte einschließlich der deutsch-russischen Kooperation. Es wird deutlich, dass hier eine gemeinsame deutsch-russische Erinnerungsstätte geschaffen wurde, die ihre Bedeutung bis weit in die Zukunft haben wird. Die Erfahrungen seit der Einweihung bestätigen eindrucksvoll die große Bedeutung dieses Ortes für die deutsch-russische Erinnerungskultur.

Erweitert wird diese Ausstellung mit Informationen über unsere Tätigkeit in Belarus/Weißrussland. 42 registrierte Kriegsgräberanlagen haben wir in Betreuung. Bekannt sind 78 Soldatenfriedhöfe des I. Weltkrieges. Die geschätzten Verluste des Zweiten Weltkrieges belaufen sich auf 250.000 Tote.

Das Kriegsgräberabkommen wurde am 28.06.1996 unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert. Ansprechpartner ist für den Volksbund das Verteidigungsministerium von Belarus. Seit März 2002 unterhält der Volksbund eine Vertretung in Minsk.

Zwei große Sammelfriedhöfe konnten errichtet werden:
Berjosa (Zubettungskapazität: 50.000 Tote) 4.510 beigesetzt
und
Schatkowo (Zubettungskapazität: 35.000 Tote) bereits 29.180 beigesetzt.

Gerade hier in Weißrussland sind viele unserer oberfränkischen Soldaten gefallen und werden heute noch vermisst. Doch auch viele konnten bereits gefunden und identifiziert werden.
Daher haben wir die Ausstellung erweitern lassen und werden im Juni 2018 eine Fahrt an die „Orte der Erinnerung“ von Bayreuth aus anbieten.

Diese Ausstellung soll an die Tragödie vor 75 Jahren erinnern. Dankbar bin ich, dass wir sie hier, auf Initiative des Landrates Hübner, im Landratsamt Bayreuth, von heute bis zum
22. November, der oberfränkischen Bevölkerung zeigen können,
als Zeichen der Völkerverständigung,
für die Hoffnung auf ein friedvolles Miteinander in Gegenwart und Zukunft.

Bereits seit 1919 ist der Volksbund, eine der frühesten Bürgerinitiativen, tätig.

Als eine humanitäre Organisation widmet er sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, er unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.
Mit Beiträgen und Spenden, Einnahmen aus Erbschaften und Vermächtnissen sowie den Erträgen aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung (welche von morgen 20.10. bis zum 05.11. stattfindet) finanziert der Volksbund zu etwa 70 Prozent seine Arbeit. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder.

833 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit etwa 2,7 Millionen Kriegstoten werden betreut.
Seit 1991 wurden 883 059 Kriegstote auf 83 Kriegsgräberstätten umgebettet.

Der Volksbund bewahrt mit der Anlage und Erhaltung der Friedhöfe das Gedenken an die Kriegstoten. Die riesigen Gräberfelder erinnern die Lebenden an die Vergangenheit und konfrontieren sie mit den Folgen von Krieg und Gewalt.

In den vier Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten des Volksbundes in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland finden junge und erwachsene Menschen optimale Rahmenbedingungen für friedenspädagogische Projekte auf den dortigen Kriegsgräberstätten vor. Rund 20 000 Jugendliche und junge Erwachsene nutzen jährlich diese Angebote.
So wird auch im März nächsten Jahres der Bezirksjugendring Oberfranken die deutsch-polnische Jugendbegegnungsstätte Golm auf Usedom aufsuchen.

In der Hoffnung, dass unsere Arbeit – wiedergegeben in dieser Ausstellung – Anklang und Beachtung in der Bevölkerung findet, eröffne ich hiermit die Ausstellung und freue mich auf gute Gespräche und Resonanz.

Die Haus- und Straßensammlung erbrachte 2017 in Oberfranken insgesamt 112.284,60 €
Die erfolgreichsten Einzelsammler waren in 2017:
 Name   Organisation  Sammelbetrag
Stumpf, Gerlinde Gemeinde Pommersfelden 2.520,00 
Hennemann, Joseph RK Breitengüßbach 1.554,90 
Krauß, Mathilde SK Thurn, Heroldsbach 1.467,00 
Bauer, Gerhard SK Gefrees 1.147,00 
Eberlein, Monika/Wolfgang Gemeinde Weitramsdorf 1.101,50 
Fiedler, Barbara SK Neuses, Kronach 1.060,50 
Vogler, Fred SK Marktgraitz 1.050,00 
Wickles, Johann SRK Volsbach u. Umgebung, Ahorntal 1.044,70 
Dotterweich, Robert RK Frensdorf 994,00 
Schmidt, Daniela SRK Ebensfeld 958,50 
Mertel, Karl-Heinz Stadt Kupferberg / SK Kupferberg 935,50 
Ködel, Kurt (verstorben am 08.12.2017) SK Trebgast 918,50 
Will, Gerhard SK Neunkirchen-Glotzdorf-Stockau, Weidenberg 831,30 
Müller, Hans SK Hausen 766,00 
Fleischmann, Johann KSV Amlingstadt-Roßdorf, Strullendorf 734,00 
Geuß, Ewald Gemeinde Weitramsdorf 688,60 
Taschner, Manfred KSK Welkendorf-Treppendorf, Hollfeld 681,00 
Grillmeier, Lorenz SK Weingarts, Kunreuth 625,00 
Belke, Manfred SK Langensendelbach 616,90 
Seiler, Norbert/Florian SK Weilersbach 565,70 
Gath/Übelacker, Lilo/Jörg SK Weilersbach 527,50 
Sittig, Rudolf SK Krögelstein, Hollfeld 526,60 
Wiemann, Andrea/Norbert SK Gosberg, Pinzberg 522,00 
Buckreus, Uwe KSK Steinberg, Wilhelmsthal 520,00 
Kohmann, Bernhard KSV Burgellern, Scheßlitz 514,00 
Hädinger, Jürgen SRK Volsbach u. Umgebung, Ahorntal 513,95 
Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen unseren Sammlern und Spendern 
für die Unterstützung unserer Arbeit bedanken.

 

Gedenkkerzen-Aktion

 

Nach dem Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft – Gräbergesetz (BGBl. 2005, I S. 2427) obliegt den Kommunen die Fürsorge für auf ihrem Gemeindegebiet befindliche Gräber der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft.

Als einziger von 16 Landesverbänden trägt der Landesverband Bayern bereits seit Jahrzehnten mit seiner Gedenkkerzen-Aktion „Lichter für den Frieden" zur Instandhaltung der heimischen Kriegsgräberstätten bei.

Im Jahr 2017 wurden durch den Kerzenverkauf 46.104,90 Euro in Oberfranken, der höchste je erzielte Betrag, verzeichnet.

Das neu zusammengestellte Kerzensortiment ist gut angenommen worden, wir freuen uns über jede Bestellung, auch von Neukunden, bitte fragen Sie einfach in der Geschäftsstelle nach.