Aktuelles aus dem BV Oberfranken 

 

Spenden für den BV Oberfranken werden erbeten unter:

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

 

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Sparkasse Bayreuth
Vernissage im Landratsamt mit Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz
Presseankündigung der Ausstellung im Landratsamt Bayreuth

 

Ausstellung: "Von Stalingrad nach Rossoschka"


75 Jahre nach Kampf und Untergang in Stalingrad mahnt die dort errichtete deutsche Kriegsgräberstätte Rossoschka zu Frieden und Verständigung


Sehr geehrte Damen und Herren,

Stalingrad – das ist mehr als die ehemalige Bezeichnung für eine Stadt, die heute den Namen
Wolgograd trägt.

Vor 75 Jahren, am 23. August 1942, begann die Schlacht von Stalingrad.
Am 22. November schloss sich der Ring der Sowjetarmee um die 6. Armee unter General Paulus. 300.000 deutsche, italienische, ungarische und rumänische Soldaten wurden eingeschlossen. Mangelnde Versorgung, Hunger, anhaltende Schneestürme und Kälte bis
35 Grad unter Null ließen die Zahl der Opfer rasch ansteigen.

Am 02. Februar 1943 ist dort alles zu Ende.

Die Vernichtung der 6. Armee gilt als einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkrieges. Der Name der Stadt an der Wolga, das Leiden der Soldaten und der in der Stadt verbliebenen Zivilbevölkerung sind bis heute im Gedächtnis der beteiligten Nationen verankert. Weit über 500.000 Menschen sind ums Leben gekommen.

Heute finden wir 30 Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Wolgograd in der Weite der russischen Steppe den deutschen Friedhof Rossoschka. Mit aktuell 60.091 Gefallenen ist die deutsche Kriegsgräberstätte Rossoschka die derzeit größte vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in der Russischen Föderation betreute deutsche Kriegsgräberstätte.
Erst vor drei Wochen, kam die Information, dass man wiederum im Stadtgebiet ein Massengrab mit ca. 500 Toten deutschen Soldaten gefunden hat. Nach der Exhumierung werden wir mit allen Mitteln versuchen, den Gefallenen ihre Namen wiederzugeben und werden die Gebeine auf dem Friedhof Rossoschka beisetzen.

Die Kämpfe um die Stadt und die daraufhin errichtete Kriegsgräberstätte sind Inhalt dieser Wanderausstellung.

Ende 1942 bis Februar 1943 waren in der Schlacht um die Stadt Stalingrad ca. 60.000 deutsche Soldaten gefallen. Nach der Kapitulation gerieten ca. 110.000 deutsche Soldaten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, von denen nur wenig mehr als 5.000 überlebten. Sowohl unter den Gefallenen, als auch den Gefangenen, befinden sich sehr viele Soldaten, die heute noch als „vermisst“ gelten. Die Ausstellung beginnt daher mit einem Rückblick auf die kriegsgeschichtlichen Ereignisse. Texte und Fotos zeigen das Schicksal der dort Kämpfenden bis zum Ende im „Kessel“ und den Beginn einer ungewissen Kriegsgefangenschaft.

Im Anschluss an die historische Darstellung führt die Ausstellung unmittelbar in die frühen 90er Jahre, in denen sich die Aussichten auf den Bau einer deutschen Kriegsgräberstätte im Raum Stalingrad/Wolgograd auf Grund der veränderten politischen Verhältnisse deutlich gewandelt hatten. Der Volksbund konnte die Anlage planen und zusammen mit den lokalen und regionalen Behörden einen Standort finden.

Die Ausstellung zeigt, wie der Friedhof gebaut wurde und ab 1995 schließlich die Gebeine der deutschen Gefallenen eingebettet werden konnten. In direkter Nachbarschaft zu dem deutschen Gräberfeld befindet sich ein Areal für sowjetische Gefallene, das der Volksbund ebenfalls errichtet hat. Somit liegen die Opfer dieser grausamen Kesselschlacht gemeinsam bestattet und mahnen die Nachwelt zu Frieden und Verständigung.

Die Namen der ca. 103.000 Vermissten von Stalingrad – und im Anschluss daran, von nicht mehr zu bergenden Toten – wurden seit 2004 in alphabetischer Folge auf Natursteinblöcke gebracht, die um den Friedhof verlegt wurden. Weitere Blöcke von nicht mehr zu bergenden Toten sollen in den kommenden Jahren aufgestellt werden. Zur Zeit haben wir 126 Granitwürfel mit den Namen von fast 120.000 Vermissten errichtet.

Einen wesentlichen Teil der Ausstellung bilden Aufnahmen aus der Zeit von der Einweihung bis heute. Gezeigt wird, wie deutsche und russische Jugendliche in Workcamps des Volksbundes sich um die Pflege kümmern sowie die verschiedensten Aktivitäten auf der Kriegsgräberstätte einschließlich der deutsch-russischen Kooperation. Es wird deutlich, dass hier eine gemeinsame deutsch-russische Erinnerungsstätte geschaffen wurde, die ihre Bedeutung bis weit in die Zukunft haben wird. Die Erfahrungen seit der Einweihung bestätigen eindrucksvoll die große Bedeutung dieses Ortes für die deutsch-russische Erinnerungskultur.

Erweitert wird diese Ausstellung mit Informationen über unsere Tätigkeit in Belarus/Weißrussland. 42 registrierte Kriegsgräberanlagen haben wir in Betreuung. Bekannt sind 78 Soldatenfriedhöfe des I. Weltkrieges. Die geschätzten Verluste des Zweiten Weltkrieges belaufen sich auf 250.000 Tote.

Das Kriegsgräberabkommen wurde am 28.06.1996 unterzeichnet, jedoch noch nicht ratifiziert. Ansprechpartner ist für den Volksbund das Verteidigungsministerium von Belarus. Seit März 2002 unterhält der Volksbund eine Vertretung in Minsk.

Zwei große Sammelfriedhöfe konnten errichtet werden:
Berjosa (Zubettungskapazität: 50.000 Tote) 4.510 beigesetzt
und
Schatkowo (Zubettungskapazität: 35.000 Tote) bereits 29.180 beigesetzt.

Gerade hier in Weißrussland sind viele unserer oberfränkischen Soldaten gefallen und werden heute noch vermisst. Doch auch viele konnten bereits gefunden und identifiziert werden.
Daher haben wir die Ausstellung erweitern lassen und werden im Juni 2018 eine Fahrt an die „Orte der Erinnerung“ von Bayreuth aus anbieten.

Diese Ausstellung soll an die Tragödie vor 75 Jahren erinnern. Dankbar bin ich, dass wir sie hier, auf Initiative des Landrates Hübner, im Landratsamt Bayreuth, von heute bis zum
22. November, der oberfränkischen Bevölkerung zeigen können,
als Zeichen der Völkerverständigung,
für die Hoffnung auf ein friedvolles Miteinander in Gegenwart und Zukunft.

Bereits seit 1919 ist der Volksbund, eine der frühesten Bürgerinitiativen, tätig.

Als eine humanitäre Organisation widmet er sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Der Volksbund betreut Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge, er berät öffentliche und private Stellen, er unterstützt die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kriegsgräberfürsorge und fördert die Begegnung junger Menschen an den Ruhestätten der Toten.
Mit Beiträgen und Spenden, Einnahmen aus Erbschaften und Vermächtnissen sowie den Erträgen aus der jährlichen Haus- und Straßensammlung (welche von morgen 20.10. bis zum 05.11. stattfindet) finanziert der Volksbund zu etwa 70 Prozent seine Arbeit. Den Rest decken öffentliche Mittel des Bundes und der Länder.

833 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten mit etwa 2,7 Millionen Kriegstoten werden betreut.
Seit 1991 wurden 883 059 Kriegstote auf 83 Kriegsgräberstätten umgebettet.

Der Volksbund bewahrt mit der Anlage und Erhaltung der Friedhöfe das Gedenken an die Kriegstoten. Die riesigen Gräberfelder erinnern die Lebenden an die Vergangenheit und konfrontieren sie mit den Folgen von Krieg und Gewalt.

In den vier Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten des Volksbundes in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Deutschland finden junge und erwachsene Menschen optimale Rahmenbedingungen für friedenspädagogische Projekte auf den dortigen Kriegsgräberstätten vor. Rund 20 000 Jugendliche und junge Erwachsene nutzen jährlich diese Angebote.
So wird auch im März nächsten Jahres der Bezirksjugendring Oberfranken die deutsch-polnische Jugendbegegnungsstätte Golm auf Usedom aufsuchen.

In der Hoffnung, dass unsere Arbeit – wiedergegeben in dieser Ausstellung – Anklang und Beachtung in der Bevölkerung findet, eröffne ich hiermit die Ausstellung und freue mich auf gute Gespräche und Resonanz.

 

 

Die Haus- und Straßensammlung erbrachte 2016 in Oberfranken insgesamt 122.350,77 €

 

 

Die erfolgreichsten Einzelsammler waren in 2016:

 

Name

 Organisation

 Sammelbetrag

Stumpf, Gerlinde

Gemeinde Pommersfelden

                 2.432,80 €

Löffler, Georg Karl-Heinz

SKB Pressig

                 1.810,00 €

Hennemann, Joseph

RK Breitengüßbach

                 1.647,50 €

Bauer, Alfred

SK Speichersdorf

                 1.492,50 €

Krauß, Mathilde

SKV Thurn, Heroldsbach

                 1.403,60 €

Dotterweich, Robert

RK Frensdorf

                 1.340,00 €

Beis, Anton

RK Ebensfeld

                 1.136,36 €

Bauer, Gerhard

SK Gefrees

                 1.133,50 €

Eberlein, Monika/Wolfgang

Gemeinde Weitramsdorf

                 1.125,50 €

Vogler, Fred

SK Marktgraitz

                 1.020,00 €

Wickles, Johann

SRK Volsbach, Ahorntal

                   940,75 €

Ködel, Kurt

SK Trebgast

                   928,20 €

Mertel, Karl-Heinz

SK Kupferberg / Stadt Kupferberg

                   921,50 €

Fiedler, Barbara

SK Neuses, Kronach

                   902,60 €

Will, Gerhard

SK Neunkirchen-Glotzdorf-Stockau, Weidenberg

                   805,00 €

Geuß, Ewald

Gemeinde Weitramsdorf

                   708,70 €

Kühnlein, Georg

RK Breitengüßbach

                   684,10 €

Taschner, Manfred

KSK Welkendorf-Treppendorf, Hollfeld

                   683,00 €

Fleischmann, Johann

KSV Amlingstadt-Roßdorf, Strullendorf

                   630,00 €

Gröst, Günther

MK Pegnitz

                   630,00 €

Porzelt, Josef

SKB Reitsch, Stockheim

                   614,00 €

Müller, Hans

SK Hausen

                   569,50 €

Belke, Manfred

SK Langensendelbach

                   552,00 €

Tiedtke, Werner

SK Waischenfeld

                   550,00 €

Regus, Hans

SK Wiesenttal

                   533,00 €

Wiemann, Andrea/Norbert

SK Gosberg, Pinzberg

                   531,00 €

Grillmeier, Lorenz

SK Weingarts, Kunreuth

                   521,00 €

Seiler, Norbert/Florian

SK Weilersbach

                   513,30 €

Buckreus, Uwe

KSK Steinberg, Wilhelmsthal

                   508,00 €

 

 

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen unseren Sammlern
und Spendern für die Unterstützung unserer Arbeit bedanken.

 

Gedenkkerzen-Aktion

 

Nach dem Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft – Gräbergesetz (BGBl. 2005, I S. 2427) obliegt den Kommunen die Fürsorge für auf ihrem Gemeindegebiet befindliche Gräber der Opfer der Kriege und der Gewaltherrschaft.

Als einziger von 16 Landesverbänden trägt der Landesverband Bayern bereits seit Jahrzehnten mit seiner Gedenkkerzen-Aktion „Lichter für den Frieden" zur Instandhaltung der heimischen Kriegsgräberstätten bei.

Im Jahr 2016 wurden durch den Kerzenverkauf 45.089,00 Euro in Oberfranken, der höchste je erzielte Betrag, verzeichnet.

Das neu zusammengestellte Kerzensortiment ist gut angenommen worden, wir freuen uns über jede Bestellung, auch von Neukunden, bitte fragen Sie einfach in der Geschäftsstelle nach.