BV Oberfranken: Konzerte

 

Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim.
Die 26-jährige Valerie Henning beherrschte die Piccoloflöte perfekt. Foto: Alfred Thieret

Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim begeisterte 500 Besucher


Das Heeresmusikkorps Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Kahle begeisterte die knapp 500 Besucher eines Benefizkonzertes zugunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der Stadthalle mit einem breit gestreuten Repertoire von traditioneller Marschmusik über klassische Kompositionen bis zu aktuellen Hits im großen Orchestersound.


Die Besucher konnten das 50-köpfige Heeresmusikkorps, darunter drei Frauen, als sinfonisches Blasorchester erleben, wobei von der Bassklarinette bis zur Piccoloflöte, von der Tuba bis zur Trompete nahezu alle Holz- und Blechblasinstrumente vertreten waren. Oberstleutnant Kahle führte mit informativen und launigen Worten durch das Programm und stellte die einzelnen Musikstücke vor.


Im ersten Teil des Konzerts herrschte überwiegend Militärmusik mit Märschen vor.


So folgte auf den Marsch „Graf Zeppelin“ des bekannten Militärmusikers Carl Teike (1864-1922), der dem Entwickler der Luftschiffe gewidmet war, mit „Hindenburg“ von Michael Geisler ein Musikstück voller Dramatik, wobei die Musiker den Unglücksflug des nach dem deutschen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannten Luftschiffes vom Start bis zur Entzündung der Wasserstofffüllung kurz vor der Landung in Lakehurst in den USA, wobei 36 Menschen ums Leben kamen, mit ihren Instrumenten nachvollzogen: vom erhabenen Beginn bis zur Katastrophe des Unglücks und der Trauer um die Opfer.


Präsentiermarsch


Mit dem Präsentiermarsch der Leibgarde des Preobraschenski-Regiments versetzten die Musiker das Publikum in die Zarenzeit vor 200 Jahren zurück, als das Garderegiment zusammen mit den Preußen Mitteleuropa von französischer Herrschaft befreite. Mit dem nächsten Stück aus den kaukasischen Skizzen von Michail Ippolitow Iwanow wollte Roland Kahle einen Bezug zu den erst kürzlich stattgefundenen zwei Konzerten des Heeresmusikkorps in Tiflis in Georgien herstellen, wobei man bei dem Flug mit einer Transallmaschine auch den Kaukasus überflog.
Ehe es in die Pause ging, animierte der zünftige Laridah-Marsch des deutschen Militärmusikers Max Hempel das Publikum zum rhythmischen Mitklatschen.
Den zweiten Teil eröffneten die Musiker des Heeresmusikkorps mit einer Suite aus dem Ballett „Pineapple Poll“ von Arthur Sullivan, ehe sie mit einem Medley aus dem Musical Elisabeth mit einer großen musikalischen Variationsbreite, von sanften Tönen bis zu einem gewaltigen Sound, die Dramatik der Lebensgeschichte der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sissi) nachvollzogen. Der schmissige Marsch „Unter dem Doppeladler“ des österreichischen Militärkapellmeisters Josef Franz Wagner aus dem Jahr 1893 ist nach dem Doppeladler im Wappen des österreich-ungarischen Reichs benannt.


Medley und Tango


Mit der Zuwendung zu aktuelleren Songs aus dem Bereich der Popmusik trat der Stabsfeldwebel Markus Lenhardt als Sänger an das Mikrofon. So sang er sehr einfühlsam, begleitet von Pianoklängen, den Hit „Fields of Gold“ des britischen Sängers Sting.
Zum Schluss konnte er noch mit einem Medley seine Gesangsqualitäten mit dem Tango „Sway (Dance with me)“, dem gefühlvollen Song „Home“, dem Drifters-Hit aus dem Jahr 1960 „Save the last dance for me“ und dem Queen-Song „Crazy little thing called Love“ beweisen. Als Zugabe brillierte das Heeresmusikkorps mit einem der populärsten deutschen Militärmärsche, nämlich „Alte Kameraden“ von Carl Teike, bei dem alle Besucher im Takt voller Begeisterung mitklatschten. Bei der abschließend gespielten Nationalhymne erhob sich das Publikum von den Plätzen und sang voller Inbrunst mit. Bürgermeister Andreas Hügerich bedankte sich zum Schluss bei den Musikern für das wunderschöne Konzert, insbesondere bei den sechs beteiligten Damen, denen er Blumen überreichte, beim Landesvorsitzenden des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und Regierungspräsident a.D. Wilhelm Wenning, bei den drei Organisatoren Bernhard Krug, Stadtrat Roland Lowig und dem Bezirksgeschäftsführer des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Robert Fischer, sowie bei den Sammlern und allen weiteren Organisationen, die den Volksbund unterstützen.



Impressionen der Konzerte in Bildern

Gerade in Oberfranken ist es seit Jahrzehnten Tradition, dass Benefizkonzerte, ja sogar Militärmusikfestivals, organisiert und durchgeführt werden.
Geschäftsführer des BV Oberfranken Robert Fischer, Moderator und Sänger Oberst Vladimir Jaskewitsch und Präsident Reinhard Führer (v. l. n. r.).
Das Bild zeigt das Zentralorchester der Streitkräfte der Republik Belarus beim Benefiz-Sommerkonzert in Ebensfeld.
Musik-Impressionen: (von oben nach unten) Bundespolizei München, Marinemusikkorps Ostsee (2 Bilder), Luftwaffenmuskkrops II Karlsruhe (2 Bilder), Wehrbereichsmuskkoprs III Erfurt