Bezirksverband Unterfranken

Tiefe Eindrücke hinterließ am letzten Januarwochenende eine Ausstellung von Feldpostbriefen aus Stalingrad in der Stadthalle von Bad Neustadt an der Saale. Die Mitglieder der Briefmarkenfreunde Bad Neustadt Erich Fries und Erich Falk zeigten zwei Tage lang Teile ihrer umfangreichen Sammlungen. Etwa 500 Besucher erlebten die Ausstellung mit unzähligen Originaldokumenten und umfangreichen Erläuterungen zum Verlauf der Schlacht von Stalingrad und zahlreichen exemplarischen Schicksalen deutscher Soldaten.


Mehr als 600 Euro steckten am Ende der beiden Tage in einer Spendenbox der Briefmarkenfreunde. Auf Initiative von Erich Falk und Erich Fries, der auch Mitglied der Reservistenkameradschaft Großwenkheim ist, wurde das Geld dem Volksbund gespendet. Über die Ausstellung berichtete in der Mainpost-Ausgabe für den Landkreis Rhön-Grabfeld Karin Nerche-Wolf unter dem Titel „Stalingrad: Hunger, Kälte und Sehnsucht“:

 

 

Briefe aus Stalingrad

Freut sich über das Engagement der Briefmarkenfreunde: Bezirksgeschäftsführer Oliver Bauer (rechts) mit Erich Falk, Erich Fries und dem Vereinsvorsitzenden Gerhard Nier.
Bei der Ausstellung „Stalingrad im Spiegel der Feld- und Kriegsgefangenenpost“ erhielt Erich Fries (von links) die Bronzene Ehrennadel des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge von Oliver Bauer. Neben Erich Fries zeigte auch Erich Falk seine Sammlung. Die Bedeutung der Präsentation würdigten Landrat Thomas Habermann, Bürgermeister Bruno Altrichter und Bernhard Ziesemer vom Landesverband der Philatelisten.

„Das kann man gar nicht genug loben, das ist ein wichtiger Teil deutscher Geschichte“, zeigte sich eine Delegation der Briefmarkenfreunde aus Schmalkalden tief beeindruckt von der umfangreichen Ausstellung an Feldpostbriefen. Sie bauten im Kriegswinter 1942/43 eine Brücke aus dem Kessel von Stalingrad in die deutsche Heimat. Aus Anlass des 75. Jahrestages des Schlachtendes am 31. Januar und 2. Februar 1943 von den Briefmarkenfreunden Bad Neustadt in der Stadthalle gezeigt wurden. Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten Vereinsmitglied Erich Fries, der ebenso wie Erich Falk seine Sammlung in insgesamt 133 aufwendig gestalteten Rahmen der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machte, erinnerte daran, dass die außergewöhnliche Präsentation auch ein Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten der Briefmarkenfreunde war, die 2017 ihr 80-jähriges Bestehen begingen. Realisiert werden konnte das Vorhaben dank des Landkreiszuschusses und des finanziellen Entgegenkommens der Stadt. Statt eines Eintritts wurde um eine Spende für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge gebeten, der den Soldatenfriedhof Rossoschka in der Nähe von Stalingrad betreut. Bürgermeister Bruno Altrichter hob den Stellenwert dieser Ausstellung hervor, die die Erinnerung an den brutalen Krieg wachhalte, betroffen mache und zum Geschichtsbewusstsein der Bevölkerung beitrage. Ebenso wie Landrat Thomas Habermann möchte Altrichter nach einem Weg suchen, diese bewegenden Dokumente auch der jüngeren Generation zugänglich zu machen, die in der Stadthalle leider nicht vertreten war. Nachdenkliche Schau Landrat Habermann dankte für diesen wichtigen Einblick in eine Zeit, in der es viel verbrecherisches Handeln gab, aber auch die Opfersituation des einzelnen Wehrmachtssoldaten. Man werde nachdenklich nach Hause gehen, aber vielleicht auch die Bedeutung Europas dafür erkennen, dass nun schon seit über 70 Jahren Frieden herrsche. Auf die Situation in Stalingrad ging Oliver Bauer, Geschäftsführer des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge Bezirk Unterfranken, ein und er hob hervor, dass in der Ausstellung der Soldat selber zu Wort komme. Er verlieh Erich Fries auch die Bronzene Ehrennadel des Volksbunds in Anerkennung seiner Arbeitseinsätze auf den Soldatenfriedhöfen und seiner Sammeltätigkeit als Mitglied der Reservistenkameradschaft Großwenkheim. Das enorme Engagement würdigte zudem Bernhard Ziesemer, Schatzmeister des Landesverbands bayerischer Philatelisten. Schreckliche Kälte und Sehnsucht Intensiv beschäftigten sich die Besucher mit den Zeilen der Soldaten, die von Hunger, schrecklicher Kälte und der Sehnsucht nach zu Hause sprachen. Die Erläuterungen, Skizzen und Bilder, mit denen Fries und Falk die Briefe versahen, ermöglichten es, sich die grausame und ausweglose Situation genau vorzustellen. Geschichtliches Interesse im Allgemeinen, aber auch sehr oft persönliche Betroffenheit sorgten dafür, dass die Betrachter gefesselt waren. „In Saratow war mein Vater auch“, entfährt es einem Herrn spontan beim Blick auf Karten, die aus diesem Kriegsgefangenenlager geschrieben wurden. Ein ganz besonderes Motiv zog Gisela Keßler und ihre Tochter Elke aus Langenleiten in die Stadthalle. Sie hofften, bei den Feldpostbriefen vielleicht eine Spur von ihrem Vater und Opa zu finden, der vor 75 Jahren bei Stalingrad für vermisst erklärt wurde. Vor Ort ergab es sich nicht, aber Erich Fries und Oliver Bauer werden ihre Möglichkeiten nutzen, um die Frauen vielleicht doch noch von der lebenslangen Ungewissheit zu befreien.

Text/Fotos: Karin Nerche-Wolf


Quelle: mainpost.de

Ihr Einsatz für die Kriegsgräberfürsorge ist von Erfolg gekrönt: Schweinfurts Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert (links).

Schweinfurts Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert ist mit der Sammelbüchse unterwegs

 

Auf das Anliegen der Kriegsgräberfürsorge machte Schweinfurts Zweite Bürgermeisterin Sorya Lippert am vergangenen Freitag gemeinsam mit Vertretern des Volksbundes aufmerksam. Und das mit Erfolg: Mehr als 450 Euro steckten nach eineinhalb Stunden in den Sammelbüchsen der Bürgermeisterin und der ehrenamtlichen Helfer des Volksbundes. „Leider konnte in diesem Jahr zu Allerheiligen keine Friedhofssammlung in Schweinfurt stattfinden“, sagt Oliver Bauer, Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes in Unterfranken. „Umso mehr freut es mich, dass unsere Straßensammlung so erfolgreich war, und zwar nicht nur wegen der Spenden, sondern auch wegen des Interesses, das uns die Schweinfurter Bürger entgegengebracht haben.“

Der 1919 gegründete Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge kümmert sich um Erhalt und Pflege von mehr als 2,7 Millionen Kriegsgräbern des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Europa und auch international. „Das ist eine Aufgabe über Generationen hinweg und längst ein Bestandteil der internationalen Friedensarbeit.“ Dabei ist der Volksbund nach den Worten seines Bezirksgeschäftsführers auf Spenden angewiesen. Die traditionellen Sammlungen im Herbst sind eine wichtige Basis für die Volksbund-Arbeit. „Wir werden auf jeden Fall versuchen, die Sammlung an Allerheiligen wieder wie in den Vorjahren durchzuführen. Ein erstes Gespräch mit einer örtlichen Reservistenkameradschaft hat es schon gegeben“, sagte Bauer abschließend.

 

 

Volksbund-Bezirksvorsitzender Dr. Paul Beinhofer engagierte sich auch persönlich als Sammler für die Kriegsgräberfürsorge.
Musikalische Unterstützung: Mit einem schwungvollen Konzert begleitete das Heeresmusikkorps Veitshöchheim am Montag die Würzburger Prominentensammlung der Kriegsgräberfürsorge.

Auftakt mit Rekordbeteiligung


Mit der Prominentensammlung in Würzburg gab der Bezirksverband Unterfranken das Startsignal für die Haus- und Straßensammlung 2017, und das mit Erfolg: 17 Sammler aus öffentlichen Leben, Bundeswehr, Reservistenkameradschaften  und Volksbund warben für das Anliegen der Kriegsgräberfürsorge. Unterstützt wurden die Sammler vom Heeresmusikkorps aus Veitshöchheim, das mit einem einstündigen Konzert auf dem Marktplatz viele Passanten zum Verweilen und zum Zuhören einlud. Der Bezirksvorsitzende des Volksbundes Unterfranken, Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, erinnerte an das Grundbedürfnis der Menschen, sich Erinnerungsorte zu schaffen und bezeichnete die Prominentensammlung gleichzeitig als Motivation, zu spenden und sich als Sammler zu engagieren. Seine Worte gingen nicht ins Leere: Während der einstündigen Auftaktaktion landeten 1143 Euro in den Sammelbüchsen des Volksbundes.

 


Valentin Treml

 

Einen Freund und Unterstützer verloren:

Valentin Treml verstorben

 

Für den Volksbund schlug sein Herz auf besondere Weise: Als Unterstützer und ehrenamtlicher Mitarbeiter, aber auch als Rat- und Ideengeber sowie als aufrichtiger und ehrlicher Freund der Volksbund Friedensarbeit in Unterfranken, Bayern, Deutschland und international. Am Dienstag, 8. August, ist Oberstleutnant a.D. Valentin Treml im Alter von 76 Jahren in Kitzingen verstorben. Seine letzte Ruhe findet er Iasi (Rumänien), wo er mit seiner zweiten Frau einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden hatte und sich vor Ort weiter für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagiert hatte.
Mehr als vier Jahrzehnte war ihm der Volksbund eine Herzensangelegenheit. In seinen verschiedenen Verwendungen war er schon in den 1970er Jahren als Sammler aktiv und unterstützte als junger Kompaniechef und dann als Stabsoffizier weiterhin diese Arbeit. Er sorgte in seinem Bereich dafür, dass auch in Zeiten des strukturellen Wandels bei der Bundeswehr gute Sammelergebnisse erzielt wurden und engagierte sich im Bezirksvorstand Unterfranken als Beirat für die Bundeswehr. In dieser Funktion gehörte er seit 1994 der Vorstandschaft an, übernahm 1997 die Funktion des ehrenamtlichen Bezirksbeauftragten und war zudem seit dem Jahr 2000 stellvertretender Schriftführer. Als Bezirksbeauftragter wirkte Oberstleutnant a.D. Treml auf vielfältige Weise. Angefangen von der Mitgliederbetreuung bis zur Wahrnehmung verschiedenster Termine als Vertreter des Bezirksverbands reichte das Spektrum.
Für sein außerordentliches Wirken wurden ihm verschiedene Ehrungen zuteil – zuletzt erst vor wenigen Monaten die goldene Ehrennadel.