Bezirksverband Unterfranken

Pater Jesaja Langenbacher segnet die Gedenktafeln für gefallene Schüler aus dem Ersten Weltkrieg mit Weihwasser. Der Feierstunde am Friedhofseingang des Klosters wohnen auch Unterfrankens Regierungspräsident und Bezirksvorsitzender des Volksbundes Dr. Paul Beinhofer (Mitte), stellvertretender Landrat Paul Streng (Zweiter von rechts) und Prior Pascal Herold (rechts) bei. (Bild: Peter Pfannes)

Denkmalprojekt des Gymnasiums Münsterschwarzach

Gymnasiasten lassen mit Unterstützung des Volksbundes Gedenktafeln für gefallene Schüler aus dem Ersten Weltkrieg reaktivieren

Münsterschwarzach „Wer sich erinnert, kann aus der Geschichte lernen“, sagte Dr. Paul Beinhofer am Mittwoch den 21. März am Friedhofseingang der Abtei Münsterschwarzach. Unterfrankens Regierungspräsident und Bezirksvorsitzender des Volksbundes Dr. Beinhofer dankte Schülern und Lehrern des Egbert-Gymnasiums Münsterschwarzach, die die Erneuerung dreier Gedenktafeln für gefallene Schüler aus dem Ersten Weltkrieg initiierten und mithilfe von Sponsoren und des Benediktinerklosters realisierten. Die steinernen Zeitzeugen, die acht gefallenen Schülern von einst gedenken, wurden an der Mauer des klösterlichen Friedhofs installiert und in der Feierstunde mit Weihwasser gesegnet.

Eine Projekt-Gruppe, bestehend aus 13 Schülern der elften Klassen des Gymnasium, hatte sich im vergangenen Jahr auf Initiative ihrer Lehrerin Karin Illner zum Ziel gesetzt, die dreiteilige Gedenktafel restaurieren und als Mahnmal für den Frieden wieder aufstellen zu lassen. Pater Pascal Herold, der Prior der Abtei erinnerte in seiner Ansprache vor etwa 70 Festgästen an das Abnehmen der Gedenktafeln von der Klostermauer vor etwa 20 Jahren im Rahmen von Umbauarbeiten. Sie seien zusammen mit weiteren Gedenksteinen, die an gefallene Klosterangehörige erinnerten, im Klosterkeller gelagert worden. Pater Pascal dankte allen Unterstützern, die „im Geist des Friedens und der Verständigung“ gehandelt hätten. Die Gedenktafeln gäben Anlass zum Nachdenken, sagte Regierungspräsident Beinhofer, nachdem Benjamin Hettrich auf der Trompete das Lied „Ich hatte einen Kameraden“ gespielt hatte. Den Ersten Weltkrieg bezeichnete Beinhofer als die „Ur-Katastrophe des 20. Jahrhundert“. Es sei der erste technisierte Krieg gewesen, der erbittert mit Maschinengewehren, Bomben aus der Luft und Giftgasangriffen geführt worden sei. Die Folgen der grausamen Auseinandersetzungen seien für die Menschen mit Millionen Toter und Verletzter einschneidend gewesen. Die von der Bildhauerin Rosi Dresch-Fritzsch erneuerten Gedenktafeln seien keine Heldenverehrung sondern vielmehr Achtung vor den Toten und Erinnerung an deren Leid. Den Mitarbeitern des Projekts am Gymnasium dankend blickte der Regierungspräsident aber auch nach vorne. „Wer einen Konflikt eskalieren lässt, spielt mit dem Feuer, weil er sein Gesicht verlieren würde, wenn er aussteigt.“ Mit Blick auf die Krisenherde auf der ganzen Welt meinte Beinhofer: „Auch heute wird an dieser Eskalationsschraube gedreht.“ Die beiden Projektgruppensprecher Natalia Hirschmann und Jan Wiegand freuten sich, dass die Gedenktafeln wiederbelebt werden konnten. Die Gedenksteine sollen eine Warnung sein. „Auch wenn Gewalt und Ausgrenzung Lösungen für Konfliktfelder zu versprechen scheinen, zeigen die Tafeln aus dem Klosterkeller, was Krieg wirklich ist“, betonte Natalia Hirschmann. „Das darf man besonders in Zeiten wie den unseren nicht vergessen.“ Die Schüler dankten den Mönchen und Schulleitung für die Offenheit, mit der sie dem Projekt begegneten. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der gesamten Arbeit gewesen. Dank für die Unterstützung sagten sie auch dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der durch seinen Bezirksvorsitzenden Dr. Paul Beinhofer und durch Maximilian Fügen, den Schul- und Bildungsreferenten des Landesverbandes Bayern, vertreten war. Mit Hilfe des Volksbundes lernten die Schüler Wege der selbstständigen Recherche über Soldaten des Ersten Weltkrieges kennen. So zum Beispiel die Auswertung von Kriegsstammrollen als wichtige Quelle für die Recherche von Einzelschicksalen. Über die „Gräbersuche Online“ konnten durch die Schüler Grablagen auf den Kriegsgräberstätten des Volksbundes und Vermisstenschicksale geklärt werden.
Parallel zu der Eröffnung der Gedenktafel zeigt der Volksbund noch bis 13. April seine Schulausstellung zum Ersten Weltkrieg „14/18 – Mitten in Europa“ im Gymnasium Münsterschwarzach.
Im Anschluss an die Weihe durch Pater Jesaja Langenbacher legten Schüler einen Kranz an den Gedenktafeln nieder. „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ lautete der Titel des Abschlussliedes der Gesangsgruppe aus der Schule.

(Text exkl. Ergänzungen der Redaktion: Peter Pfannes)