Zerstörter Bahnhof in Treuchtlingen

Der Nagelberg

Allgemeine Informationen

Der Nagelberg liegt am westlichen Hang über Treuchtlingen und trägt seit alters her den Flurnamen Ölberg.

 

Kriegsgeschehen in Treuchtlingen

Der 23. Februar 1945 ist ein sonniger Wintertag. Er wird zum Schwarzen Freitag für die Stadt Treuchtlingen. Der Bahnhof ist vollgestopft mit Zügen, die nicht weiterkommen, weil die Strecken durch Luftangriffe unterbrochen wurden.Ab 11:15 Uhr greifen jeweils 12 amerikanische Bomber in dreiWellen an. Sie stoßen auf keineAbwehr. Unter den getroffenen Häusern, in den Schächten zu den Bahnsteigaufgängen und in den Zügen sterben Hunderte, liegen Tote und noch Lebende übereinander.

Kriegsgräberstätte am Nagelberg (Bild: www.panoramio.de)

Die Kriegsgräberstätte

Lage und Zufahrt

Die Kriegsgräberstätte ist in Treuchtlingen ausgeschildert und über die Ansbacher Straße zu erreichen.

 

Wissenswertes

Zur Kriegsgräberstätte am Nagelberg führt sowohl eine ausgeschilderte Straße als auch ein schmaler Weg, der „Pfad der Besinnung“, den Hang hinauf. An den Wegbiegungen trifft der Besucher erst auf vier, dann auf drei Steinkreuze aus Jura-Kalkstein. In jedes dieser Kreuze ist eine Jahreszahl des ZweitenWeltkrieges
eingemeißelt. Das Letzte, für das Jahr 1945, ist fast gestaltlos, ein Ausdruck der Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit des deutschen Volkes am Ende des Krieges.
Auf halber Höhe des Nagelbergs umschließt eine mächtige, aus Quarzitblöcken geschichtete Mauer das einen Hektar große Gräberfeld. Auf der gesamten Anlage gibt es fünf Gräberreihen, die mit 25x25 cm großen Tonkreuzen als Grabsteine für die Opfer versehen sind. DieAnlage, die oben an einen Mischwald grenzt, wird beherrscht von einem asymmetrisch aufgestellten Turmhelm. Dieser stellt die Überdachung einer offenen Gedenkhalle dar. Auf einer Steintafel am Fuße des Turmhelms wurde der Schriftzug „Den Getöteten aus Gerechtigkeit – den Lebenden zur Umkehr“ eingemeißelt. In der Halle unter dem Turmhelm liegt
die Bronzefigur eines sterbenden Soldaten mit dem Schriftzug „Lasst unser Opfer genug sein, schwört ab der Gewalt und rettet den Menschen im Menschen“.
Hier liegen 2553 Soldaten, Frauen, Kinder, politisch, rassisch und religiösVerfolgte. Die in Treuchtlingen beigesetzten Kriegstoten sind zum größten Teil Opfer der Kämpfe vom April 1945 in diesem Gebiet oder der vielen Luftangriffe, vor allem auf
Treuchtlingen am 23. Februar 1945.
Bei den Umbettungen in der Nachkriegszeit aus Feldgräbern und Behelfsanlagen in 472 Gemeinden, hauptsächlich aus Mittelfranken, konnten viele als „unbekannt“ bestattete Tote identifiziert werden.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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Informationsmaterial

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