Seminarfahrt des Jugendarbeitskreises des Landesverbandes Bremen vom 12. - 14. Mai 2017 nach Schwerin

22. Mai 2017

Auf den Spuren der Staatssicherheit

 

Vor Ort lernt es sich ja bekanntlich am besten - also beschlossen wir, dass es einmal wieder Zeit für eine JAK-Fahrt war. Unser Ziel war die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin.
Am frühen Freitagnachmittag machten wir uns auf den Weg gen Osten. Nach einer knapp drei- stündigen Fahrt mit musikalischen Auszügen des letzten Jahrzehntes und amüsanten Begegnungen mit anderen „Stau-Leidensgenossen“, erreichten wir, pünktlich zum Abendbrot, die Jugendherberge Schwerin. Da der Abend noch jung war und wir noch fit, fuhren wir noch einmal in Richtung Innenstadt um uns noch einmal mit Süßigkeiten und Vita-Cola für den Abend auszustatten. Da das Wetter auf unserer Seite war, konnten wir den Abend bei interessanten Gesprächen über Camp-Zeiten gemütlich ausklingen lassen.
Nach dem Frühstück am Samstag, machten wir uns auf den Weg zur Außenstelle der BStU, des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes (Stasi) der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Dort bekamen wir eine kurze thematische Einführung in die Arbeit der Staatssicherheit. Grundzüge der Stasi kannten wir alle aus dem Geschichtsunterricht in der Schule. Doch die vielen Informationen, die wir bekamen übertrafen bei weitem unsere Vorstellung. Gehört hatten wir alle schon einmal von den IMs - den sogenannten inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit – jedoch gingen wir davon aus, dass es sich hierbei um volljährige Menschen handelt und nicht etwa, dass Kinder darin involviert waren, Eltern welche die eigenen Kinder beschatteten und schon gar nicht, dass sich Ehepaare untereinander bespitzelten. Nach dem ersten Gespräch durften wir uns das Archiv ansehen, indem die Dokumente und Akten aus dem Kreis Schwerin gelagert werden. Besonders interessant wurde es, als wir eine der Akten (anonymisiert und mit geschwärzten Teilen) ansehen durften. Nach dem Besuch des Archives hatten wir noch einmal die Möglichkeit Fragen zu stellen, ins Gespräch zu kommen und uns die Ausstellung anzusehen. Was uns davon sicher ganz besonders in Erinnerung bleiben wird, ist eine gusseiserne Gießkanne - wer rechnet schon damit, dass eine Gießkannte einen doppelten Boden hat, in dem eine Kamera installiert wurde, um damit die eigenen Nachbar auszuspionieren? Vielen Dank noch einmal an die Mitarbeiterinnen der BStU, die sich so viel Zeit für uns genommen haben und wir einen unheimlich interessanten Tag verbringen durften, welcher bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.
Den Nachmittag verbrachten wir mit Pizza und einem Spaziergang in der Innenstadt von Schwerin und den Abend bei herrlichem Wetter am See und an der frischen Luft. Sonntag war unser Ausflug leider schon fast vorbei, jedoch haben wir es uns nicht nehmen lassen uns noch einmal das Schloss und den Garten anzusehen. Das Wetter war wieder mal auf unserer Seite, weshalb wir noch einige Zeit an der Sonne verbringen konnten. Alles in allem war es mal wieder ein wunderschönes Wochenende mit aktiven Jugendlichen und vielen Informationen und vielleicht der Erkenntnis etwas besser auf Daten und Datenschutz zu achten und nicht alles in sozialen Netzwerken Preis zu geben.

Alena Schäfer

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