Die Ziele, die wir mit unserer Schularbeit verfolgen, sind:
- einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten
- die Erziehung zur gesellschaftspolitischen Verantwortung unter friedenspädagogischen Aspekten zu unterstützen
- die Weiterführung des Gedenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt und daraus folgend die Mahnung zum Frieden
- den Dialog zwischen den Generationen zu fördern
Ausgangspunkt unserer Arbeit sind die Kriegsgräber- und Gedenkstätten, anhand derer wir den Jugendlichen einen nachhaltigen Eindruck der menschenverachtenden Folgen von Krieg und Gewalt aufzeigen wollen.
In unserer Schularbeit arbeiten wir mit den Empfehlungen der Kultusminister und des Bundeselternrates. Eine Auswahl unserer Projekte steht nachfolgend:
Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bereich der historisch-politischen Bildung und der Friedenspädagogik
Lernort Kriegsgräber- und Gedenkstätte Osterholzer Friedhof
Auf dem Osterholzer Friedhof sind insgesamt 6.192 Kriegstote unterschiedlicher Nationalitäten aus beiden Weltkriegen bestattet, darunter sowohl Soldaten und Bremer Bombenopfer als auch Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge. Eine Führung über diese Kriegsgräber- und Gedenkstätten kann den Jugendlichen die Folgen von Krieg und Gewalt vor Augen führen und beispielsweise als Einstieg in die Thematik dienen. Zur Vertiefung ist die Arbeit mit Einzelbiographien sinnvoll, die von der Schulreferentin entweder zur Vor- oder Nachbereitung des Besuchs angeleitet wird. Darüber hinaus ist auch die praktische Arbeit in Form eines Pflegeeinsatzes auf der Kriegsgräber- und Gedenkstätte realisierbar.
Virtuelle Spurensuche
Die Gräbersuche online stellt einen weiteren Baustein der Friedenserziehung beim Volksbund dar. Dabei besteht die Möglichkeit, über die Internetseite des Volksbundes (www.volksbund.de/graebersuche/) herauszufinden, wo die Toten der Weltkriege ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Ansatzpunkte für die Recherche können (die eigenen) Nachnamen, Geburtsorte oder auch Gedenktafeln bzw. Mahnmale mit den Namen von Kriegsopfern sein. Ziel der Recherche ist es, über die intensive Auseinandersetzung mit Einzelbiographien der anonymen Zahl von 55 Mio. Toten während des Zweiten Weltkriegs näher zu kommen und einen Bezug zur eigenen bzw. regionalen Geschichte herzustellen. Die virtuelle Spurensuche kann durch Recherchen in Archiven oder durch Kontakt zu noch lebenden Angehörigen oder Zeitzeugen ergänzt werden.
Projekttage und –wochen
Insbesondere im Rahmen von Projekttagen und –wochen, besteht die Möglichkeit zur intensiven Zusammenarbeit mit dem Volksbund.
Denkbar ist sowohl die Gestaltung einzelner Einheiten zu Themen wie „Rassismus“ oder „Krieg und Frieden“ als auch einer gesamten Projektwoche zu diesen Themenbereichen. Beides wird durch die Schulreferentin durchgeführt, vor- und nachbereitet. Ein vorheriges Treffen, bei dem gemeinsam das Programm unter Berücksichtigung der Gruppeninteressen entwickelt wird, ist dafür notwendig. Auch Exkursionen zu Kriegsgräber- und Gedenkstätten in der näheren Umgebung ( KZ Neuengamme, KZ Bergen-Belsen, etc.) und Zeitzeugengespräche sind als Einheiten denkbar. Des Weiteren verfügt der Volksbund über verschiedene Kurzgeschichten, die sich auch als Theaterstück umsetzen lassen.
Projekt "Ginkgo"
Im Mittelpunkt dieses besonders für Kinder geeigneten Projekts steht der Ginkgobaum als Symbol für das (Auf)Wachsen im Frieden. Als im August 1945 über Hiroshima die Atombomben abgeworfen wurden, starben im Umkreis von 2000 - 3000 m bei den angebrannten, verstrahlten Bäumen die Äste ab. Allein ein Ginkgobaum, nur 800 m von der Abwurfstelle entfernt, überstand diese Katastrophe. Bereits im Herbst 1945 sprossen wieder neue grüne Blätter aus diesem Baum. Während des Projekts soll zunächst über den Ginkgobaum das Thema Frieden auf spielerisch-kreative Art bearbeitet werden. Da das Ginkgoblatt zudem eine Heilkraft gegen das Vergessen enthält, ist als Projektabschluss die Pflanzung eines solchen Baumes als Zeichen der Hoffnung auf ein friedliches Miteinander und gegen das Vergessen vorgesehen. Er soll den Kindern ihr eigenes Aufwachsen und größer werden im Frieden versinnbildlichen und auch uns Erwachsene daran erinnern, dass wir uns alle für den Frieden auf dieser Welt engagieren müssen, in der Hoffnung, dass unser Frieden genauso alt werden kann, die der Ginkgobaum selbst, nämlich 150 Millionen Jahre.
„Was heißt hier Frieden?!“
Unter diesem Titel hat der Volksbund eine Wanderausstellung zu den folgenden drei Schwerpunktthemen entwickelt:
A) Vorurteile abbauen
B) Gemeinsam gegen Gewalt
C) Erinnern für die Zukunft
Diese Ausstellung ist insbesondere für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren geeignet und wird vom Volksbund kostenlos zur Verfügung gestellt und aufgebaut.
Die Ausstellung will Jugendliche und Erwachsene dazu anregen, sich mit den Themenbereichen Gewalt, Krieg, Gedenken, Versöhnung und Verständigung auseinander zu setzen. Ebenfalls will sie verdeutlichen, dass Frieden keineswegs eine Selbstverständlichkeit darstellt, sondern der aktiven Partizipation aller Menschen bedarf. Da die Ausstellung keine strikten Chronologie hat, können auch einzelne Aspekte gesondert aufgegriffen oder durch begleitende Projekte ergänzt werden.
Zusätzlich kann die Ausstellung durch ein sogenanntes „Peace-Peer-Teaching“ ergänzt werden. Ziel dieses Trainings ist es, einzelne Jugendliche in die Themenschwerpunkte der Ausstellung zu unterweisen, sodass sie anschließend andere Jugendliche selbständig durch die Ausstellung führen können.
Projektfahrten in Jugendbegegnungsstätten des Volksbundes
Die Jugendbegegnungsstätten des Volksbundes befinden sich im In- und Ausland: Golm (Deutschland), Ysselsteyn (Niederlande), Lommel (Belgien) und Niederbronn-Les-Bains (Frankreich). Sie liegen alle in direkter Nähe zu Kriegsgräber- und Gedenkstätten und bieten damit ideale Anknüpfungspunkte zur friedenspädagogischen und historisch-politischen Bildungsarbeit .Unterstützt und begleitet von pädagogischen Mitarbeiter/innen vor Ort besteht für die Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit der Vergangenheit und den Auswirkungen von Krieg und Gewaltherrschaft aktiv auseinander zu setzen. Wie der Name bereits vermuten lässt, bieten unsere Häuser auch Raum für tatsächliche Begegnungen und gegenseitigen Austausch. Auch im Rahmen von Konfirmandenfreizeiten bieten sich die Projekte vor Ort an.
Gedenktage und Sammlungen
Gedenktage wie der Volkstrauertag sind immer wieder Anlass, sich über Krieg und Frieden, Rassismus und die Verfolgung während des Nationalsozialismus Gedanken zu machen. Diese Gedenktage können auch Anstöße für die Auseinandersetzung im Unterricht bieten. Insbesondere der Volkstrauertag ist für den Volksbund ein wichtiger Gedenktag, bei dem die zentrale Gedenkveranstaltung auf dem Osterholzer Friedhof immer in Kooperation mit Schulen und interessierten Jugendlichen durchgeführt wird. Rund um den Volkstrauertag finden Sammlungen statt, bei denen sich auch Schulklassen und andere Gruppen engagieren. Bei Interesse an der Mitgestaltung der Gedenktage oder dem Wunsch zur Mithilfe bei den Sammlungen, wenden Sie sich gerne an mich!
Arbeit für den Frieden – Versöhnung über den Gräbern
Unter diesem Motto organisiert der Volksbund jedes Jahr rund 60 Workcamps im In- und Ausland in den Sommerferien. Dabei haben Jugendliche die Gelegenheit, sich gegenseitig kennenzulernen, gemeinsame Freizeit zu erleben, auf Kriegsgräber- und Gedenkstätten zu arbeiten und sich mit der deutschen und europäischen Geschichte auseinander zu setzen.
Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung!

