zum Programm 2014...

Das Ohlsdorfer Friedensfest

Unter dem Titel „100 Jahre 1. Weltkrieg - Technisierung und Massenvernichtung“ finden im Rahmen des Ohlsdorfer Friedens­festes zahlreiche Veranstaltungen an den Sammelgräbern der Bombenopfer auf dem Friedhof Ohlsdorf statt, um der Opfer des 2. Weltkrieges und des Nationalsozialismus zu gedenken und an Verfolgung und Widerstand zu erinnern. Der 2. Weltkrieg hat seine Wurzeln und Ursachen auch im 1. Weltkrieg.

Vor 71 Jahren erlebte die Hamburger Bevölkerung in den Nächten des Hamburger Feuersturms eine unvorstellbare, entsetzliche Kriegshölle. Diese für die Hansestadt und ihre Menschen bisher größte Katastrophe war kein Naturereignis, sondern Folge der nationalsozialistischen Herrschaft.

Angesichts dieses Unheils von einem „Friedensfest“ zu sprechen mag fragwürdig erscheinen, da der historische Bezug alles andere als einen Festakt begründet. Das Friedensfest bezieht sich hier auf die Befreiung vom Nationalsozialismus, die Würdigung der heute bestehenden demokratischen Werte, insbesondere der Anerkennung der Würde des Menschen. Werte, die das damalige Regime abschaffen wollte und die in diesem Rahmen gewürdigt werden. Gleichzeitig werden dabei neue Formen des angemessenen Gedenkens gesucht und erprobt, denn die Spanne, in der Zeitzeugen persönlich erzählen konnten, geht zu Ende.

Auch die Trauer um die Opfer braucht einen Raum. Im Nachkriegsdeutschland verhinderten u. A. die Verdrängung deutscher Kriegsverbrechen, ungeklärte Schuldfragen und der Alltag im aufkommenden Wirtschaftswunder ein angemessenes Gedenken.

Neonazis haben bei Kundgebungen auf den Gräbern der Bombenopfer zwischen 2003 und 2009 diese missbraucht, um die Ursachen des Zweiten Weltkrieges umzudeuten und die Verbrechen des Nationalsozialismus zu relativieren. Mit dem Ohlsdorfer Friedensfest tritt das Bündnis Ohlsdorfer Friedensfest diesen Versuchen durch Präsenz und konstruktiven Gegenentwurf entgegen. Insofern dient das Friedensfest nicht allein dem Denken, das die Kriege unmöglich machen soll, sondern dem aktiven Friedenshandeln.

Schwerpunkt des Friedensfestes 2014 orientiert sich an der historischen Wegmarke, den der Beginn des 1. Weltkriegs 1914 gesetzt hat: der Beginn des ersten modernen Krieges mit Massenvernichtung, Übergriff des Kriegs auf die Zivilbevölkerung mit zahlreichen Opfern und Beteiligung dieser in der Kriegsindustrie, neuer Waffen­technik, moralischer Entgrenzung und Brutalisierung.

Darüber hinaus fragen wir im Rahmen verschiedener Teilveranstaltungen des Friedensfestes: Wer waren die Opfer des Bombenkrieges? Wie konnte es so weit kommen? Mitten im Krieg gab es Verfolgung und Widerstand. Welche Opfer sind hier zu beklagen? In welchem Zusammenhang stehen Nazidiktatur, Verfolgung und Krieg? Wirken damalige Traumatisierungen bis heute?

Das Ohlsdorfer Friedensfest wurde 2012/13 mit dem Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ des Bundesfamilienministeriums ausgezeichnet

 

Förderer des Ohlsdorfer Friedensfestes:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend - Toleranz fördern, Kompetenz stärken

Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Hamburg

Stiftung Gedenken und Frieden Kassel

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
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