„Everyone has a right to be recognised“

Internationale Jugendbegegnung in Hessen endet mit Gedenkveranstaltung für sowjetische Kriegsgefangene

3. August 2017 Judith Sucher

Giulia und Romy untermalten die Gedenkzeremonie mit Gesang. Foto: Judith Sucher

Stellvertretend für die Namensziegel legten die jugendlichen Gäste weiße Rosen mit Namensschildern auf der Kriegsgräberstätte nieder. Foto: Judith Sucher

Der Hessische Rundfunk sowie die lokale Presse waren vor Ort und begleiteten die Veranstaltung. Foto: Viola Krause

Giulia, Pia und Yelizaveta ziehen ein Resümee der vergangenen zwei Wochen. Viel haben sie erlebt: sie haben neue Freunde gewonnen, haben mit Frankfurt, Darmstadt und Worms ganz unterschiedliche Städte kennengelernt und mussten feststellen, dass der Sommer in Deutschland auch sehr regnerisch sein kann. Vor allem aber haben sie viel gelernt, denn das Schwerpunktthema des Volksbundes „Krieg und Menschenrechte“ bestimmte das Programm: Durch die Auseinandersetzung mit Themen wie Kriegsgefangenschaft und „Euthanasie“ wurden historische Aspekte aufgegriffen, Workshops mit der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung sowie mit Amnesty International thematisierten aktuelle Entwicklungen und Menschenrechtsverletzungen und gaben Antworten auf die Frage, was der Einzelne tun kann, um für die Wahrung der Menschenrechte einzutreten.

„Jeder hat ein Recht, als Mensch anerkannt zu werden, ein Recht auf eine Identität, ein Recht darauf, dass man sich an ihn erinnert.“ Dieser Gedanke ist zentrales Element der von den insgesamt 27 Jugendlichen gestalteten Gedenkzeremonie und ist bezeichnend für das Schicksal derer, denen die Veranstaltung gewidmet ist. Den verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen, die auf der Kriegsgräberstätte in Klein-Zimmern bestattet sind und mit denen sich die jungen Leute im Rahmen des Namensziegelprojekts des Landesverbandes befasst haben, wird heute ein Stück ihrer Identität wiedergeben. In Ermangelung einer Grabkennzeichnung, die man hier vergeblich sucht, sollen individuell gefertigte Tonziegel mit Namen und Lebensdaten zukünftig vor Ort an diese Toten erinnern.

In Vertretung des Bürgermeisters nahm der 1. Beigeordnete Friedrich Faust der Gemeinde Groß-Zimmern die ersten 27 von den Jugendlichen gefertigten Namensziegel entgegen. Er sprach allen Beteiligten seinen Dank und seine Anerkennung für dieses Projekt und ihr Engagement aus und sagte zu, dass die Gemeinde den Faden nun aufgreifen und gemeinsam mit dem Landesverband die weiteren Schritte zur Sichtbarmachung der Namen beschreiten wolle. Die 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind in jedem Falle gespannt, wie es weitergeht und wie die von ihnen mitgestaltete Erinnerung an die sowjetischen Kriegsgefangenen das Bild dieses Trauer-, Erinnerungs- und zukünftigen Lernortes verändern wird.

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