Mit Menschenrechten gegen Rassismus

Gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für Politische Bildung organisiert der Landesverband einen Projekttag zum aktuellen Schwerpunktthema des Volksbundes

28. Juli 2017 Judith Sucher

Bijan Razavi verdeutlichte zum Einstieg in das Thema die Merkmale von Diskriminierung. Foto: Judith Sucher

Randi Becker und Bijan Razavi waren erfreut über die Diskussionsfreudigkeit der Jugendlichen. Foto: Judith Sucher

„All men are created equal“ – dieses Motto der diesjährigen in Hessen stattfindenden internationalen Jugendbegegnung griff Referentin Randi Becker gleich zu Beginn des Workshops „With Human Rights against racism“ auf. Ob sie an dieser Aussage etwas störe, erkundigte sie sich bei ihrem jungen Publikum. Insbesondere die Teilnehmerinnen mussten nicht lange nachdenken: „Die Wortwahl schließt Frauen aus.“ Und schon war man beim ersten Punkt der Tagesordnung: Was bedeutet Diskriminierung?

Durch spielerische Übungen wurden die Jugendlichen angeleitet zu erkunden, wann Diskriminierung anfängt und welche Mechanismen dabei angewandt werden. Stereotype spielen dabei eine große Rolle, das belegten auch die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden: „Immer wieder werde ich gefragt, wie ich mich so kleiden kann. Weil ich Türkin bin glauben alle, ich müsse Kopftuch tragen“, berichtet Doga aus Istanbul. Bestimmte Merkmale und Attribute würden pauschal einer Gruppe zugeordnet. Wenn dann eine Wertung stattfände werde es kompliziert und diskriminierend, vermittelt Bijan Razavi, der den Workshop gemeinsam mit Randi Becker leitete. Was dies bedeutet, wurde deutlich, als sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit verschieden Karikaturen oder Werbekampagnen befassten: Antiziganismus, Homophobie und Sexismus und (antimuslimischer) Rassismus können vielfältigen Ursprungs sein und sich auf ganz unterschiedliche Art äußern.

Die Diskussion darüber, vom wem Rassismus ausgeht, welche unterschiedlichen Gruppierungen es gibt und welche Methoden und Merkmale diese mitbringen, lebte insbesondere durch Berichte der Teilnehmenden aus ihren jeweiligen Heimatländern. Auch wenn dies verdeutlichte, dass die gesellschaftliche Akzeptanz und der mediale Umgang mit diesem Thema sehr unterschiedlich sein können, so herrschte innerhalb der Gruppe Einigkeit, dass Rassismus etwas ist, dem man entgegen treten muss, insbesondere hinsichtlich aktueller Entwicklungen. Die für die jungen Leute so wichtige Frage, wie sie sich selbst aktiv gegen Rassismus engagieren können, konnte aufgrund der kurzen Zeit zwar leider nicht zufriedenstellend beantwortet werden. In einer abschließenden Aufgabe sollten sie jedoch kreativ sein und eigene Projektideen skizzieren, wie man gegen Rassismus (gegen Geflüchtete) eintreten kann. Und wer weiß, möglicherweise entsteht so eine neue Initiative - gegen Rassismus und für Menschenrechte.

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