Vergangenes sichtbar machen - Zukunft gemeinsam gestalten
Sammlungsauftakt in Wiesbaden
"Vergangenes sichtbar machen" - unter diesem Motto stehen viele Projekte des Landesverbandes Hessen, die gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern und Akteuren realisiert werden. Hierzu gehört auch die jährliche Haus- und Straßensammlung des Volksbundes in Hessen, bei der uns viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tatkräftig unterstützen. Bereits als Schüler war Oberbürgermeister Helmut Müller schon mit der Büchse unterwegs. "Damals haben dies alle Schulen und Klassenverbände untereinander organisiert", erklärt er. Seit in der Landeshauptstadt aber keine Sammler mehr mit der Büchse oder Liste von Haustür zu Haustür gehen, findet dort stattdessen der offizielle Sammelauftakt des Landesverbandes mit Platzkonzert statt.
Erinnerung gemeinsam wach halten
"Wir müssen ein Bewußtsein schaffen, damit wir nie wieder neue Kriegsgräberstätten bauen müssen", mit diesem Appell eröffnete Landtagspräsident Norbert Kartmann als Schirmherr des Landesverbandes Hessen die diesjährige Sammelaktion in Hessen, die noch bis einschließlich zum 20. November andauert.
Bei dem anschließenden gemeinsamen Rundgang der prominenten Sammler waren keine weiteren Erklärungen notwendig. Bereitwillig wurden die Sammeldosen mit dem Aufdruck "Mehr Frieden in der Welt" von den Passanten und Zuhörern gefüllt. Die weithin hörbaren Klänge des Benefizkonzerts des Heeresmusikkorps 300 lockten zahlreiche Passanten auf den Schlossplatz.
Der Einladung zum Konzert waren an diesem sonnigen Tag auch viele Förderer des Volksbundes gefolgt. Manch einer war auch durch das am Vormittag ausgestrahlte Interview des Hessischen Rundfunks auf die Aktion aufmerksam geworden und hatte sich spontan auf den Weg gemacht. Im Dialog mit den Sammlern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnten sich Interessenten über konkrete Bildungsangebote und Projekte der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit des Landesverbandes informieren.
Nachhaltige Bildungsarbeit mit Kriegsgräbern: Projekt Lernstation
Der Erlös der Sammelaktion fließt in das diesjährige Pilotprojekt des Landesverbandes Lernstation Kriegsgräberstätte mit der wir die Lernwelt des Bildungshauses der Bildungspartner Main-Kinzig (BiP) um ein Exponat zur historisch-politischen Bildung bereichert haben. Das Bildungsangebot des Bildungshauses richtet sich an Institutionen, Unternehmen, Vereine und Menschen aller Altersklassen.
Die Lernstation, die allen Gästen sowie den 120 Auszubildenden des Bildungshauses im Bereich Campus seit dem 23.09.2011 zugänglich ist, stellt das Schicksal einzelner Kriegstoter und Opfer der Gewaltherrschaft exemplarisch vor und ordnet dieses in den regionalen und historischen Kontext ein. Die zentrale Frage lautet: Unter welchen Umständen und welchen historischen Rahmenbedingungen starben die Menschen, deren Gräber sich heute auf Kriegsgräberstätten finden und welche Folgerungen und Konsequenzen ziehen wir aus ihrem Schicksal für unser eigenes Handeln? Eine Fragestellung, die insbesondere für junge Menschen wesentlich ist.
Für den Landesverband ist die Lernstation Ausgangspunkt für zukünftige Seminare, Workshops und Fortbildungsangebote in Kooperation mit der Bildungspartner Main-Kinzig GmbH und Basis für eine nachhaltige Bildungsarbeit mit Kriegsgräbern.






