„Versöhnung, Europa, Frieden“

Zum Landesvertretertag stellt Generalsekretärin Daniela Schily ihre Vision für den Volksbund vor

15. Mai 2017 Viola Krause/Judith Sucher/Arne Jost

Generalsekretärin Daniela Schily formulierte in ihrer Begrüßungsansprache ihre Visionen für den Volksbund. (Foto: Bjarne Diers)

Für seine langjährige Tätigkeit im Vorstand des Landesverbandes erhielt Prof. Berthold Meyer vom Landesvorsitzenden Karl Starzacher die Verdienstmedaille. (Foto: Bjarne Diers)

Neben dem Landesvorsitzenden Karl Starzacher und dem Kreisbeigeordneten Wolfgang Wehnes begrüßte auch Daniela Schily die Teilnehmenden und Gäste des ordentlichen Vertretertages des Landesverbandes Hessen am 13. Mai 2017 in Kassel.

Wie schon Wehnes, der dem Landesverband Dank und Anerkennung für seine „Arbeit, die in die Zukunft wirkt“ aussprach, lobte auch die Generalsekretärin dessen impulsgebende Arbeit, insbesondere im Rahmen des Forschungsprojektes zur Aufarbeitung ausgewählter Kriegsgräberstätten in Hessen und seiner Bildungsarbeit. Gleichzeitig betonte sie, dass die Vielfalt der Landesverbände viel zur Ausgestaltung der Zukunft des Gesamtverbandes beitragen könne. Mit Bezug zur "Göttinger Erklärung" des außerordentlichen Bundesvertretertages 2016 legte Frau Schily dar, wie diese Zukunft konkret aussehen müsse: „Der Volksbund will ein anerkannter und moderner Akteur der Erinnerungs- und Gedenkkultur in Europa werden.“ Dies bedeute nicht, dass sich der Verband neu erfinden solle, sondern dass er weiterentwickelt werden müsse. Denn die Zukunft unseres Landes und Europas kann nur in guter Form gestaltet werden, wenn der Frieden zwischen den Völkern gesichert ist. „An diesem Ziel [der Göttinger Erklärung] möchte ich mit Ihnen allen arbeiten“, so Frau Schily.

Nach dieser Begrüßung leitete Dr. Wolfgang Form vom Marburger Forschungs- und Dokumentationszentrum für Kriegsverbrecherprozesse den Vertretertag mit seinem Vortrag zur „Verteidigung der ‚Inneren Front‘“ in Hessen ein. Er machte deutlich, wie weitgehend die Justiz das nationalsozialistische System stützte und sogenannte „Volksverräter“ und andere Personen, die eine vermeintliche Gefahr für das System darstellten, rigoros und abseits jeglicher „rechtsstaatlicher Verhältnismäßigkeit“ bestrafte. Beispielhaft hierfür stehen auch die Biografien von Klemens Behrwind und Eduard Horsch. Beide Männer waren im Zuchthaus Wehlheiden (Kassel) inhaftiert und sind dort verstorben. Heute erinnern Einzelstelen des Landesverbandes auf dem Kasseler Hauptfriedhof an sie und erklären, warum es diese Kriegsgräber heute nicht mehr gibt. Abschließend stellt Dr. Form fest, dass „bis heute kein Richter oder Staatsanwalt o.ä. für seine Taten rechtskräftig verurteilt worden ist".

Der zweite Teil des Vertretertages war den formellen Programmpunkten u.a der Wahl des Vorstandes vorbehalten. Einstimmig wurden die Mitglieder des Landesvorstandes bestätigt. Lediglich ein Vorstandsmitglied verabschiedete sich: Prof. Berthold Meyer kandierte nach acht Jahren Engagement im Vorstand nicht erneut, sondern bat die Mitglieder stattdessen um das Vertrauen für seine Nachfolgerin Frau Dr. Sabine Mannitz, Programmbereichsleiterin der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung. In Anerkennung seines Engagements für den Landesverband Hessen erhielt Herr Prof. Meyer die Verdienstmedaille des Volksbundes.

Zwischen den Programmpunkten hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich anhand einer Bildpräsentation über die Entwicklung des Forschungsprojektes zu informieren. Zudem konnte die aktuelle Ausstellung zum Schwerpunktthema „Krieg und Menschenrechte“ und einzelne der vielfältigen Bildungsangebote des Landesverbandes Hessen besichtigt und erprobt werden.

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