"Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage..."
Würdiges Gedenken bei zentraler Landesveranstaltung zum Volkstrauertag
Warum entstehen überhaupt Kriege? Wie kann es sein, dass ehemalige Nachbarn, Freunde oder sogar Verwandte gegeneinander kämpfen? Fragen wie diese bewegten Schülerinnen und Schüler der UNESCO-AG der Humboldtschule während ihres Projekts "Krieg und Gewalt: Eine Spurensuche", das am Volkstrauertag in Bad Homburg vorgestellt wurde. Die Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren hatten sich unter Leitung der Bildungsreferentin des Landesverbandes sowie Klaus Schilling, dem UNESCO-Beauftragten der Humboldtschule, mehrere Wochen intensiv mit der Geschichte Bad Homburgs während des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkriegs sowie den Ereignissen der 1990er Jahre in der Partnerstadt Dubrovnik beschäftigt. Im Mittelpunkt stand dabei ein sechstägiger Aufenthalt der Schulgruppe in Kroatien.
Die Gedanken und Eindrücke der Jugendlichen formten den Beitrag zum Volkstrauertag auf dem Waldfriedhof. Ihre Texte stellten sie jeweils durch einen Leitbegriff dar, z.B. Erinnerung, Trauer, Familie oder Gewalt. In großen Buchstaben auf Kartons standen die Schlagwörter den rund 150 Gästen in der Trauerhalle vor Augen. Jeder Karton war zudem Teil eines großen Puzzlebildes, das die Altstadt von Dubrovnik zeigte: Auf der Rückseite war jeweils ein Bildausschnitt zu sehen - erst gemeinsam, als alle Texte vorgetragen waren, ergaben sie das vollständige Foto.
Durch die Präsentation erhielt das Gedenken im Kontext von Krieg und Gewalt am diesjährigen Volkstrauertag in Bad Homburg eine aktuelle, sehr nachdenkliche und zugleich universelle Komponente.
Die Beteiligung junger Menschen am Volkstrauertag lobte auch Bad Homburgs Oberbürgermeister Michael Korwisi in seiner Begrüßung. Dass die Spurensuche der Arbeitsgruppe bis nach Dubrovnik führte, ist ihm sowie Frau Olga Stoss von der Kroatienhilfe wesentlich zu verdanken. Neben dem Mitwirken der AG der Humboldtschule gab die musikalische Begleitung durch Schülerinnen und Schüler des Streichorchesters des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums der Veranstaltung einen sehr stimmungsvollen Rahmen.
In seiner Gedenkrede bekräftigte Staatsminister Axel Wintermeyer für die Hessische Landesregierung die besondere Bedeutung des Volkstrauertags, an dem es darum ginge, inne zu halten und zu erinnern. Er dankte dem Volksbund für sein Engagement. Die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, so Wintermeyer, "mahnen uns, entschlossen für die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit, für die Menschenrechte und die Freiheit einzutreten und Kräften zu widerstehen, die diese grundlegenden Werte in Frage stellen."
Abschließend gingen die Beteiligten gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern zu der Kriegsgräberstätte des Waldfriedhofs und legten Kränze und Blumen nieder. Martin Ross von der katholischen und Michael Tönges-Braungart von der evangelischen Kirche rundeten die Gedenkstunde durch eine gemeinsam vorgetragene Fürbitte und ein Gebet ab.





