Das Heeresmusikkorps Kassel bei dem Benefizkonzert im September 2016 in Wiesbaden (Foto: Bjarne Diers)

Abschlussbericht über mein FSJ-Politik beim Landesverband Hessen

Da ich vor dem regulären Ende meines Freiwilligendienstes eine Ausbildung anfange, beende ich mein Freiwilligen-Engagement zum 15.06.2017. Dies nehme ich zum Anlass um noch einmal auf die vergangenen neun Monate zurückzublicken.

Auf der einen Seite fühlt es sich sehr viel länger an, da in der Zeit seit dem 1. September 2016 sehr viel passiert ist. Ich bin aus Hamburg nach Frankfurt gezogen und habe mich hier eingelebt, habe den Büroalltag, eine 39 Stunden Arbeitswoche und vor allem den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sehr gut kennengelernt.

Auf der anderen Seite fühlt sich die vergangene Zeit sehr viel kürzer an, da ich in den vergangenen Monaten sehr viel Neues kennengelernt habe. Von (vielen) neuen Menschen, über (für mich) komplett neue Arbeitsgebiete und Themenbereiche,  bis hin zu einer neuen Stadt.

Ereignisreiche neun Monate

Der Start in das FSJ war gleich ziemlich rasant. Bereits an meinem fünften Tag fand das traditionelle Benefizkonzert des Landesverbands zum Auftakt der alljährlichen Sammlung statt. Dort bekam ich einen ersten Eindruck davon, was für eine große, öffentliche Wirkung der Volksbund haben kann. Circa 150 Menschen kamen in den Hessischen Landtag in Wiesbaden, um dem Heeresmusikkorps Kassel zuzuhören. An dem Tag hatte ich auch die erste Gelegenheit mit Mitgliedern oder langjährigen Partnern des Volksbundes zu sprechen, die sich alle durchweg freuten, dass sich ein junger Mensch wie ich, für den Volksbund engagiert.

Eine im Rahmen des Schüleraustausches gefertigte Gedenkschale wurde während des Projekttages in Bad Orb auf dem "Russenfriedhof" niedergelegt. (Foto: Bjarne Diers)

Kriegsgräberstätten überall in Hessen

In meiner Zeit beim Volksbund bin ich auch viel in Hessen rumgekommen. So war ich unter anderem für Einarbeitungszwecke drei Tage in Kassel bei der Bundesgeschäftsstelle und auf diversen Kriegsgräberstätten, welche teilweise landschaftlich sehr schön gelegen sind. Auch war ich mit der Bildungsreferentin des Landesverbands Hessen an einigen Schulen um die Schüler mit der Arbeit der Volksbundes vertraut zu machen oder ihnen fundierte Informationen zu gewissen Themengebieten der beiden Weltkriege zu geben.
Besonders interessant war ein Projekttag mit einer deutsch-russischen Schülergruppe an der Wegscheide in Bad Orb (dort befand sich im Zweiten Weltkrieg ein Lager für Kriegsgefangene). Es war schön zu sehen, dass die internationale Zusammenarbeit im Jugendbereich zwischen diesen beiden Ländern so gut verläuft, vor allem in Anbetracht der gemeinsamen Geschichte. Bevor ich hier angefangen habe wusste ich nicht, dass der Landesverband Hessen die allererste deutsch-russische Jugendbegegnung überhaupt organisiert hat – ein Zeichen dafür, was der Volksbund im Jugend- und Bildungsbereich bewirken kann.

Ein anderer, sehr interessanter Tag war der Landesvertretertag 2017 des Landesverbandes Hessen. Auf ihm wurde der Vorstand neu gewählt, bzw. in seiner Funktion bestätigt. Außerdem wurden die Abgeordneten der Kreisverbände auf den neusten Stand gebracht und es war eine Möglichkeit sich zu unterhalten und die Standpunkte der, zumeist langjährigen, Volksbundmitglieder kennenzulernen. Für diesen Zweck hatte der Landesverband Hessen eigens das Ständehaus Kassel gemietet – ein sehr imposantes Gebäude.

Die Kriegsgräberstätte Ludwigstein auf der Teile des Bildungsmoduls "History Caching" durchgeführt werden (Foto: Bjarne Diers)

Die Bildungsarbeit

Im Bildungsbereich bietet der Volksbund auf dem Kasseler Hauptfriedhof das Bildungsmodul „Mit dem Tablet in die Vergangenheit“ an. Basierend auf einer Anzahl von erforschten Einzelschicksalen unternehmen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine „digitale Schnitzeljagd“ auf dem Friedhof. Im Laufe dieser „Schnitzeljagd“ lernt er so die jeweiligen Grabfelder kennen und beschäftigt sich mit diversen Opfergruppen, in dem diese repräsentativ von Einzelschicksalen dargestellt werden.
Im Rahmen meines persönlichen Projekts hatte ich mir zum Ziel gesetzt eben dieses Bildungsmodul auch für den Frankfurter Hauptfriedhof zu erstellen. So recherchierte ich einige Wochen lang Biografien von Opfern des Ersten Weltkrieges, die auf dem Frankfurter Hauptfriedhof begraben liegen. Da ich mein FSJ nun vorzeitig beende, ist es leider bei der Erarbeitung von Einzelschicksalen zum Ersten Weltkrieg geblieben. Allerdings ist dies schon mal eine gute Grundlage, auf der dann weiter an der Erstellung des Bildungsmoduls gearbeitet werden kann.
Auch ein anderes Bildungsmodul des Landesverbands konnte ich kennenlernen. Das sogenannte „History Caching“, das der Landesverband Hessen in Kooperation mit der Jugendburg Ludwigstein, nahe Witzhausen, durchführt. Das Bildungsmodul basiert auf dem sog. „Geo Caching“, was im Grunde eine digitale Schnitzeljagd beschreibt. Zusammen mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, sowie zwei Auszubildenden des Volksbundes führten wir dieses Bildungsmodul durch und lernten es so kennen.

Im Mai 2017 nahm ich an einer Jugendleiterkarten-Schulung, welche von dem Volksbund angeboten wird teil. Während der 6-tägigen Schulung lernte ich, wie man sich als Leiter, bzw. Teamer während eines Jugendcamps zu verhalten hat. Außerdem lernte ich viele junge Menschen kennen, die sich ebenfalls beim Volksbund engagieren. Die sechs Tage waren sehr spannend und äußerst lehrreich.

Der Volkstrauertag

Erwähnenswert ist natürlich auch der Volkstrauertag. Am 13. November fand die zentrale Gedenkstunde des Landes Hessen in der Frankfurter Paulskirche statt. Alles in allem war es eine gut besuchte Gedenkstunde die u.a. durch Reden des hessischen Innenministers daran erinnerte, dass man die Ereignisse der Weltkriege und ihre Folgen, die bis heute reichen, nicht vergessen darf. Während der Zeit vor und nach der Gedenkstunde konnte ich einige, sehr aufschlussreiche und teilweise auch bewegende Gespräche mit Besuchern der Gedenkstunde führen – viele von ihnen waren direkt durch den Zweiten Weltkrieg betroffen und hatten im Krieg jemanden verloren.

Natürlich gibt es neben den recht vielen Auswärts-Terminen den normalen Büro-Alltag. So habe ich mich mit allen Bereichen hier vertraut gemacht und auch Aufgaben übernommen. Besonders interessant finde ich das Forschungsprojekt des Landesverbandes „Zur historischen Aufarbeitung ausgewählter Kriegsgräberstätten in Hessen“. In dieses Forschungsprojekt fällt auch mein oben genanntes, persönliches Projekt. So kam es, dass ich einige Tage und Stunden im Archiv verbrachte und dort recherchierte.

Rückblick

Die vergangenen neun Monate waren für mich sehr lehr- und ereignisreich. Insbesondere für meine persönliche Entwicklung war dieses Freiwilligenengagement ein wichtiger Schritt. Ich werde aus den neun Monaten viel in die Zukunft mitnehmen können, sei es mein neues Wissen über den Volksbund, seine Arbeit und Mitglieder, oder die Erfahrungen, welche ich während des Büroalltags machen konnte. Ich blicke gespannt in meine Zukunft und bin all den Menschen, die mich während meines FSJs begleitet haben dankbar, insbesondere dem Team in der Landesgeschäftsstelle.

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