Kriegsgräberstätten als Lernorte

In Hessen gibt es 1.052 Kriegsgräberstätten des Ersten und Zweiten Weltkrieges auf denen insgesamt mehr als 70.000 Menschen ruhen. Sie zählen zu den Orten, an denen die Auswirkungen der Ereignisse von Krieg, Nationalismus und Gewalt auf den Einzelnen in eindrücklicher Weise gegenwärtig sind. Das persönliche Schicksal, die individuelle Geschichte eines Menschen, der in einem Krieg starb und der politisch-gesellschaftliche Kontext in dem dies geschah – sie bieten die Möglichkeit, ein tieferes und differenziertes Verständnis von der eigenen Geschichte und unserer Geschichtsbetrachtung zu entwickeln.

Oftmals fällt es heutzutage jedoch schwer, die Narrative zu begreifen, die von Kriegsgräbern ausgehen – Kriegsgräberstätten müssen erklärt werden. Umso mehr, als dass sie nachfolgende Generationen für die Auswirkungen von Krieg und Gewaltherrschaft sensibilisieren und mahnen sollen. Aus diesem Grund hat es sich der Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zum Ziel gesetzt, einzelne Kriegsgräberstätten zu erforschen und zu Lernorten zu entwickeln.

Durch seine Forschungs- und Bildungsarbeit schafft der Landesverband Hessen Zugänge zu diesen Orten. Kriegsgräberstätten, insbesondere jene, die im Inland liegen, sind weit davon entfernt, reine Soldatenfriedhöfe zu sein. Auch Zivilisten sind hier begraben - darunter beispielsweise Bombenopfer oder Flüchtlinge - , Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge, Menschen, die Widerstand leisteten oder auf Grund ihrer Überzeugung verfolgt wurden, Opfer der NS-Justiz oder Ermordete der NS-„Euthanasie“.

Ihre Gräber und Schicksale bieten eine Vielfalt von Perspektiven auf die Geschichte der Weltkriege, das Thema Nationalsozialismus sowie auf den Bereich der Erinnerungs- und Gedenkkultur.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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069 / 944907 - 11

bildung-hessen(at)volksbund.de

Schnupperangebote

Sie möchten eine Kriegsgräberstätte mit einer Erwachsenengruppe ohne umfassendes pädagogisches Programm kennenlernen oder überlegen, sich mit einer Multiplikatorengruppe fortzubilden?

Gerne bieten wir Ihnen Führungen oder verkürzte Angebote auf unseren Kriegsgräberstätten an.

Zudem kommen wir gerne an Ihre Schule, um unsere Bildungsangebote, beispielsweise im Rahmen von Fachkonferenzen, zu präsentieren.

Wenn Sie Interesse an einem individuellen Angebot haben, sprechen Sie uns an.

Unterrichtsmaterialien

2007 entstand eine erste pädagogische Handreichung, die am Beispiel Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis über Ansätze von Projektmöglichkeiten auf Kriegsgräberstätten informiert.

HSFK-Standpunkte

2010 veröffentlichte die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) anlässlich eines gemeinsamen Symposiums in ihrer Reihe STANDPUNKTE ein Sonderausgabe zum Thema "Friedenspädagogische Chancen des öffentlichen Kriegstotengedenkens".