Lernort Kriegsgräberstätte Schlüchtern

Mitten in der Stadt, nahe der evangelischen Stadtkirche, befindet sich die Kriegsgräberstätte Schlüchtern. Hier haben 338 Tote des Ersten und des Zweiten Weltkrieges – 293 deutsche und 38 ausländische Kriegstote sowie 7 unbekannte – ihre letzte Ruhe gefunden. Die Schicksale der hier Bestatteten sind vielfältig: Neben sowjetischen Kriegsgefangen finden sich hier die Gräber von Häftlingen des KZ-Außenkommandos „Katzbach“ der Adlerwerke Frankfurt am Main. Nach der Lagerauflösung im März 1945 wurden die Gefangenen auf einen Todesmarsch quer durch den Main-Kinzig-Kreis getrieben. Viele der ausgehungerten und erschöpften Männer starben; sie wurden von SS-Wachleuten erschossen oder brachen tot zusammen.

Auch zwei Opfer der nationalsozialistischen Militärjustiz, die in den letzten Kriegstagen noch standrechtlich hingerichtet wurden sowie 13 Kinder, die im Zuge der Kinderlandverschickung aus dem bombardierten Frankfurt evakuiert wurden und dennoch den Tod fanden, finden sich unter den Kriegstoten in Schlüchtern.

Aber auch Angehörige der 6. SS-Gebirgsdivision Nord sind hier bestattet. Ihre Gräber legen Zeugnis von der Endphase des Dritten Reiches, in der sich ein fanatischer Kampfgeist nochmals radikalisierte.

Schülerinnen und Schüler des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums bei der Spurensuche im Rahmen eines Projekttages. Foto: Judith Sucher
Grabstein eines unbekannten polnischen Kriegstoten. Vermutlich ein Häftling des KZ-Außenlagers "Katzbach". Foto: LV Hessen

Der Landesverband Hessen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. hat die Geschichte der Kriegsgräberstätte in seinem Forschungsprojekt wissenschaftlich aufgearbeitet und die Ergebnisse in Form einer pädagogischen Handreichung veröffentlicht. Diese Ergebnisse sind auch Grundlage des pädagogischen Angebots für diesen Friedhof, das Jugendliche anleitet, sich mit der Geschichte ihrer Region bzw. ihrer Stadt zur Zeit des Nationalsozialismus kritisch auseinander zu setzen. Folgende Schwerpunkte werden im Rahmen eines Projektages behandelt: Zwangsarbeit/KZ „Katzbach“-Adlerwerke, Kriegsgefangenschaft, Waffen-SS, NS-Militärjustiz, Gedenk- und Erinnerungskultur. Ergänzend wird mit Einzelschicksalen gearbeitet.  

 

Bildungsangebote:

  • Interaktive Spurensuche mit Fragebogen (Dauer 1-2 h, max. 35 Personen, ab 14 Jahren).
  • Projekt- oder Seminartag(e) mit Spurensuche oder Führung und vertiefender Gruppenarbeit (Dauer 5 – 6 h, max. 35 Personen, ab 14 Jahren).
  • Ein geringer Unkostenbeitrag wird erhoben.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

IBAN:
DE23520400210322299900

BIC: COBADEFFXXX

Commerzbank Kassel


Kontakt

Referat für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit

Sandweg 7

60316 Frankfurt am Main

069 / 944907 - 11

bildung-hessen(at)volksbund.de

Pädagogische Handreichung

2007 entstand eine pädagogische Handreichung, die am Beispiel der Kriegsgräberstätte Schlüchtern über Ansätze von Projektmöglichkeiten auf Kriegsgräberstätten informiert und Unterrichtsvorschläge und -materialien bereithält.