Sowjetische Kriegsgefangene

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 wurden Hunderttausende Rotarmisten als Kriegsgefangene nach Deutschland deportiert und in sogenannten "Russenlagern" eingesperrt. Auch in Hessen gab es zwei solcher Lager: das STALAG IX A Ziegenhain und das STALAG IX B bei Bad Orb. Die Behandlung der Kriegsgefangenen war – entgegen allen internationalen Abkommen – unmenschlich: Die meisten Gefangenen starben an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Sie wurden in Massengräbern verscharrt – ohne Kennzeichnung der Grablage, ohne Nennung ihrer Namen, noch im Tode jeder Menschenwürde beraubt.

Der Themenworkshop befasst sich mit verschiedenen Aspekten des Themas, die in Einzelgruppen erarbeitet und in Präsentationen anschließend zusammengeführt werden. Je nach Veranstaltungsort kann dies durch den Besuch einer Kriegsgräberstätte ergänzt werden.

Das Projekt „Namensziegel“

Nachdem in den 1990er Jahren viele der von der Wehrmacht angelegten Personalkarten der nach Deutschland verschleppten und in Gefangenschaft verstorbenen sowjetischen Kriegsgefangenen in osteuropäischen Archiven ermittelt werden konnten und seither systematisch gesichtet werden, ist es nun möglich, diesen Toten symbolisch Namen, Identität und Würde wiederzugeben.

Anhand der Personalkarten befassen sich  Schülerinnen und Schüler mit ausgewählten Einzelschicksalen und fertigen Tonziegel mit den Namen, Geburts- und Todesdaten der Opfer an. Diese werden in Ermangelung einer Grabkennzeichnung an sogenannten „Russenfriedhöfen“ befestigt.

Das Projekt lässt sich auf allen Kriegsgräberstätten mit bisher unbekannt gebliebenen Kriegstoten der ehemaligen Sowjetunion durchführen. 

Foto: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

An Schulen kann der Themen-Workshop gemeinsam mit dem Projekt „Namensziegel“ z.B. fächerübergreifend im Rahmen einer Projektwoche oder auch in Geschichte, Politik, Religion, Ethik (Thema Menschenrechte), Deutsch, Russisch etc. durchgeführt werden.

Alternativ kann der Workshop durch eine etwa 60-minütige Einführung in das Thema ersetzt werden.

 

Rahmenbedingungen Themen-Workshop:

  • Zeitlicher Rahmen, je nach Veranstaltungsort: 5 – 7 Zeitstunden (inkl. Pausen)
  • Zielgruppe: Jugendliche ab 14 Jahren bzw. Klassen ab der Jahrgangsstufe 9 (max. 30 Teilnehmende)
  • Vorkenntnisse zum Thema Nationalsozialismus wünschenswert.

Rahmenbedingungen Projekt "Namensziegel":

  • Zeitlicher Rahmen: 4 – 5 Zeitstunden (inkl. Pausen)
  • Benötigtes Material (pro Person bzw. Tonziegel): Durchschlagpapier, Büroklammern, dünner Stoffrest z.B. Bettwäsche (ca. 20 cm x 30 cm), stumpfer Bleistift, Reißzwecken, etwa 1kg rotbrennender Ton, Holzform, Rundholz o.ä., Messer, Lineal

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