v. li n. re: Horstwerner Schmidt, Heinz Heimann, Viola Krause, James D. Wilson und Eike von der Heyden, Foto: Helmut Brill

Hochtaunuskreis

 

„Selbst aktiv werden!“

Seit Jahrzehnten setzt der Ortsverband Grävenwiesbach diesen Appell in konkrete Aktivitäten um. Jährlich organisieren die tragenden Säulen der eingeschworenen Gemeinschaft um Heinz Heimann, James D. Wilson und Horstwerner Schmidt eine Tagesfahrt für den Kreis der Förderer und Interessenten, gestalten das örtliche Gedenken zum Volkstrauertag und führen in den einzelnen Ortsteilen die Sammlung zugunsten des Volksbunds durch.

Jeweils freitags vor dem Volkstrauertag findet das Jahrestreffen des Ortsverbands statt, das immer im Zeichen des gemeinsamen Gedenkens an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft steht. Musikalisch gestaltet wird die Versammlung jeweils durch den Frauenchor Grävenwiesbach.

Regelmäßige Gäste des geselligen Beisammenseins mit ernstem Hintergrund sind der Bürgermeister und der Vorsitzende der Gemeindevertretung. Die Kirchen sind durch ihre Pfarrer jährlich mit dem Totengedenken und einem Gebet aktiv an der Programmgestaltung beteiligt.

Gerne werden externe Gäste eingeladen, die in ihren Vorträgen einen speziellen Aspekt der Erinnerungs- und Gedenkarbeit vorstellen oder über einen besonderen Arbeitsschwerpunkt, eine bewegende Erfahrung oder Reise berichten.

So schilderte 2011 Frau Grußbach in einem sehr bewegenden Diavortrag ihre persönliche Suche nach dem Grab ihres Vaters in Russland.  2012 stellte die Geschäftsführerin des Landesverbandes Hessen das neue pädagogische Modul der Mahn- und Gedenkstätte Waldfriedhof und Alliiertenfriedhof Trutzhain vor, was den Mitglieder Gelegenheit gab, die gemeinsame Tagesreise und den erst kürzlich zurück liegenden Besuch der Gedenkstätte im Schwalm-Eder-Kreis noch einmal Revue passieren zu lassen. 

 

"Wenn Förderer des Volksbundes einen Tagesausflug unternehmen, ...

Die Reisegruppe sammelt sich zur Andacht, Foto: Viola Krause
Herr Heimann und Herr Wilson bei der Kranzniederlegung, Foto: Viola Krause

 

 

 

...dann sind Kriegsgräber und das erinnernde Gedenken an die Toten ein fester Bestandteil des Reiseprogramms!" 

Auf Einladung des Landesverbandes folgten die Damen und Herren der Reisegruppe des Ortsverbandes Grävenwiesbach im Mai 2014 den Spuren der Toten der Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, die heute auf verschiedenen Gräberfeldern des Frankfurter Hauptfriedhofs bestattet sind.

Aufgeteilt auf zwei Gruppen wurden die 45 Teilnehmenden bei ihrem gemeinsamen Rundgang von Anna Turré und Viola Krause auf Einzelschicksale aufmerksam gemacht, die in Phase 2 des hessischen Forschungsprojekts recherchiert wurden. Diese ergänzen die grundsätzlichen Fakten zu den Kriegsgräbern in Frankfurt, die, vor Ort zugänglich, auf einer Informationstafel dokumentiert sind. Die Tafel des Landesverbandes wurde im Jahr 2005 zum 'Tag des Friedhofs' der Öffentlichkeit übergeben.

Den Abschluss des Programms auf dem Hauptfriedhof bildete das von der Ortsgruppe und der ebenfalls teilnehmenden Pfarrerin Iris Berg-Ebert gestaltete Gedenken vor der Ehrenhalle, das mit der Kranzniederlegung durch die zwei Organisatoren der Reise, James D. Wilson und Heinz Heimann, endete. 

Edeltraut und Jan Janzweert im Hessischen Landtag. Foto: Beate Schmidt

 

Lahn-Dill-Kreis

Auszeichnung für langjähriges Engagement

Am 10. April 2014 bedankte sich der Landesverband Hessen bei Frau Edeltraut Janzweert für ihr langjähriges Engagement in Erinnerung an die Kriegstoten ihres Heimatortes im Lahn-Dill-Kreis und ihre enge Verbundenheit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.  

Seit Jahren organisiert Frau Janzweert in Haiger-Seelbach liebevoll gestaltete Ausstellungen, die sich mit den Schicksalen der Soldaten ihrer Heimatgemeinde beschäftigen. Die Idee für die erste Ausstellung kam ihr, als die Gedenkplatte des Friedhofs in Erinnerung an die gefallenen Soldaten verschwand. Frau Janzweert machte sich auf die Suche nach der Namenstafel und entdeckte dabei die zur Platte gehörenden Gedenkblätter. Sie erforschte die hinter den Namen verborgenen Einzelschicksale und präsentierte die Ergebnisse ihrer Recherche in einer ersten Ausstellung im örtlichen Museum. Im Laufe der Zeit hat Frau Janzweert diese Ausstellung selbstständig um weitere Schicksale erweitert und zeigt die neuen Ergebnisse "alle paar Jahre" zum Volkstrauertag. "Dies soll nicht zu häufig geschehen, da sich sonst die Menschen daran gewöhnen", sagt Frau Janzweert.

Die eigene Familiengeschichte motiviert Frau Janzweert zu diesem Engagement. Ihr Vater starb 1942 als Soldat in Stalingrad, zu früh für eigene Erinnerungen an den Vater. Frau Janzweert wuchs mit einer trauernden Mutter auf, deren Wunsch, einmal das Grab ihres Mannes zu besuchen, zu Lebzeiten nicht erfüllt werden konnte. Erst im Jahr 1999 konnte Edeltraut Janzweert mit ihrem Ehemann Jan zur Einweihung der Kriegsgräberstätte Rossoschka nach Rußland reisen und dort Blumen am Grab des Vaters nieder legen. Auch die ältere Schwester, die 6 Jahre alt war, als der Vater starb, war zwischenzeitlich mit Frau Janzweert in Rossoschka und konnte das Grab besuchen und den in die große Rundwand des Friedhofs eingravierten Namen lesen.

 

 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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In einem gemeinsamen Pressetermin mit der Taunus Zeitung würdigte Eike von der Heyden als Vorsitzender der Gemeindeversammlung die vielfältigen Aktivitäten des Ortsverbands, die das Gemeindeleben von Grävenwiesbach enorm bereichern. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit, sich weiterhin engagiert dafür einzusetzen, dass die Erinnerung an die Toten von Krieg und Gewalt an die nächste Generation weiter gegeben wird und nicht verblasst. Er zeigte sich von der Vielfalt der Erinnerungs- und Bildungsarbeit des Volksbunds beeindruckt: " Ich wünsche dem Volksbund, dass er diese wertvolle Arbeit fortsetzen kann."

Zum Artikel in der Taunus Zeitung von Helmut Brill: VDK als Mahner gegen das Vergessen