Herzlich Willkommen?!

Für ein anderes Bewusstsein in der Willkommenskultur von Flüchtlingen

Die Aktion "Remembering Refugees" findet im Rahmen des persönlichen Projektes von Leonie Mayr, Freiwillige im FSJ-Politik im Landesverband Hessen, statt.

Projektbeschreibung

Das Projekt „Herzlich Willkommen?!“ will eine Verbindung zwischen den Themen Flucht im Nationalsozialismus und Flucht heute herstellen. Es soll Bewusstsein dafür schaffen, dass in Deutschland, einem der wohlhabendsten Länder der Erde, die Asylpolitik restriktiv ist, Flüchtlinge unwürdig behandelt werden und die Ressentiments gegenüber Flüchtlingen zum Teil so groß sind, dass man nicht von einer herzlichen Willkommenskultur sprechen kann. Darüber hinaus will das Projekt verschiedenen Zielgruppen Raum geben, um für sich persönliche Bezüge zum Thema Flucht herzustellen und sich für eine entschiedenere und freundliche Willkommenskultur zu engagieren. Des Weiteren soll eine breite Öffentlichkeit für das Thema sensibilisiert werden. Auf Kriegsgräberstätten, die der Landesverband Hessen als Lernorte für seine Bildungsprojekte ausgewählt hat, wird unter anderem auch den Opfern von Flucht und Vertreibung während und nach dem Zweiten Weltkrieg gedacht und an sie erinnert. Dieses Projekt will dieses Erinnern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. weiter fassen, indem es den Bogen zu den Menschen heute spannt, die aus Krisen- oder Kriegsgebieten fliehen müssen, bei der Flucht ihr Leben verlieren oder entwurzelt in fremden Ländern ankommen, teilweise menschenunwürdig behandelt werden und ihre Rechte nicht immer einfordern und durchsetzen können.

Projektschritte

I. Organisation und Durchführung eines Inputseminars „Herzlich Willkommen?!“

Bei einem eintägigen Seminar „Herzlich Willkommen?!“ sollen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen (Jugendarbeitskreis, Vereinsmitglieder U 27, Teamer*innen), Interessierte sowie die Teilnehmer*innen des hessischen Vorbereitungstreffens der Workcamps und Jugendbegegnungen mehr über die Auswirkungen von Flucht auf einen Staat und eine Gesellschaft erfahren und sich mit Menschen mit Fluchtgeschichte über deren Erfahrungen austauschen können. Darüber hinaus soll es die Möglichkeit geben, eine persönliche Positionierung zum Thema zu finden, konkrete eigene Handlungsschritte für mehr Engagement zu definieren und die Motivation zu stärken.

II. Bootaktion

Im Rahmen einer öffentlichkeitswirksamen Aktion während der internationalen Jugendbegegnung in Butzbach vom 10.-24.08.2015 soll eine breite Öffentlichkeit für die Thematik sensibilisiert werden. Im Vorfeld sollen verschiedene Initiativen und Persönlichkeiten dazu gewonnen werden, sich an einer Bootaktion zu beteiligen. Für diese Aktion soll buntes Papier an Initiativen, Gruppen, Kooperationspartner des Landesverbandes, Landräte, Bürgermeister, Landtagsabgeordnete, die Landtagsfraktionen u. ä. verschickt werden, mit der Bitte, aus dem Papier ein einfaches Boot zu falten in Erinnerung an Opfer von Flucht . Dieses Boot soll wieder an den Landesverband geschickt werden, nach Möglichkeit mit einem Bild der jeweiligen Gruppe, Initiative, Person etc. Die Bilder werden auf einer Microsite der Volksbund Homepage mit jeweiliger Verlinkung zu den Akteuren veröffentlicht. Durch die Einbindung verschiedenster Akteure erfolgt eine Vernetzung des Volksbundes auch über die klassischen Volksbund Themen hinaus. Die Boote bilden das Material für eine öffentlichkeitswirksame Aktion: Die Boote sollen im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung in Butzbach auf dem Main in Frankfurt zu Wasser gelassen werden, wozu die verschiedenen Akteure eingeladen werden.

III. Remembering|Refugees: Inhaltlicher Schwerpunkt und öffentlichkeitswirksame Boot-Aktion im Rahmen der internationalen Jugendbegegnung

Im internationalen Workcamp des Landesverbandes in Butzbach sollen die Teilnehmer*innen die Möglichkeit zur thematischen Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht damals und heute bekommen. Ausgehend von der Spurensuche auf der lokalen Kriegsgräberstätte in Butzbach – Niederweisel soll dies durch die Beschäftigung mit Einzelbiographien von Kriegstoten vor dem Hintergrund von Zwangsarbeit, Flucht, Vertreibung,  Zeitzeugengespräche mit heutigen Flüchtlingen, thematischen Führungen und Diskussionen mit Lokalpolitiker*innen und Vorstandsmitgliedern des Landesverbandes geschehen, beispielsweise im Frankfurter Römer. Darüber hinaus werden sie eine öffentlichkeitswirksame Aktion durchführen. Sie werden die gebastelten Boote auf dem Main in Erinnerung an die bei Bootsunglücken verunglückten Flüchtlinge, die kein Grab bekommen haben, fließen lassen. Diese Aktion soll durch eine mögliche Präsenz von Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und anderen Lokal- und Landespolitikern sowie Vorstandsmitgliedern Presseaufmerksamkeit und Öffentlichkeit erzeugen.  

Zu der internationalen Jugendbegegnung, die vom 10. – 24. August in Butzbach – Bodenrod stattfindet, lädt der Landesverband Hessen 35 Jugendliche aus 13 Nationen dazu ein, Geschichte, Kultur und Natur zu erleben. Die Jugendlichen kommen aus 13 verschiedenen Nationen: aus der Ukraine, dem Kosovo, der Türkei, Rumänien, Bulgarien, Russland, Frankreich, Italien, Weißrussland, Polen, Tschechien, Eritrea und Deutschland (Hessen). Die Teilnehmenden sollen die Möglichkeit zur thematischen Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht in aktueller und historischer Perspektive bekommen und voneinander über die Situation in den verschiedenen an der Jugendbegegnung beteiligten Länder lernen. Darüber hinaus stehen Sprachanimation, Bildungsworkshops und ein buntes Freizeit- und Kulturprogramm auf der Agenda.

Die Flüchtlingspolitik in Hessen und insbesondere dem Rhein-Main-Gebiet

Ausgehend von der Arbeit mit historischen Einzelbiographien und einer Spurensuche auf der lokalen Kriegsgräberstätte in Butzbach Niederweisel, soll der Bogen von Flucht und Vertreibung im historischen Kontext zu aktuellen Flüchtlingsbewegungen gespannt werden. Besonders interessiert uns dabei, welchen Problemstellungen und gesellschaftlichen Ressentiments sich Geflüchtete in Hessen bei Ihrer Ankunft und Ihrem Einleben hier stellen müssen und wie die Politik menschenrechtlichen Anforderungen und Unsicherheiten und Befremdung in der Bevölkerung begegnen will. Die Jugendlichen sollen die Stadt Frankfurt aus der Perspektive eines Menschen ohne Papiere kennen lernen, besuchen einen Workshop zum Thema Postkolonialismus und Diskriminierung in der Bildungsstätte Anne Frank und mit Experten aus dem Bereich ins Gespräch kommen und das Thema von verschiedenen Perspektiven beleuchten.

Als Abschluss der Jugendbegegnung werden die jungen Menschen an der oben beschriebenen Bootaktion teilnehmen.

Anschließend an die Bootaktion findet am 22. August 2015 im Frankfurter Römer eine Diskussionsveranstaltung statt. Dort sollen die Teilnehmenden der Jugendbegegnung die Möglichkeit haben mit Vertretern*innen der Stadt Frankfurt, des Landesvorstandes im Volksbund, aktuellen Geflüchteten und anderen Experten über die Thematik zu diskutieren.

Die Teilnehmer/innen werden gemeinsam im oben skizzierten Workshopprozess im Camp Fragen entwickeln, mit denen Sie mit den Vertreter/innen auf dem Podium ins Gespräch treten werden. .

IV. Follow Up

Aus dieser Diskussion soll ein Follow – up Projekt nach der Jugendbegegnung im Herbst entstehen: Ein vertiefender Seminartag, der die Thematik aus einer weiteren Perspektive betrachtet wird Jugendlichen und Ehrenamtlichen aus Hessen Perspektiven aufzeigt, wie sie sich auf Augenhöhe für eine gute Integration von Geflüchteten un d eine herzliche Willkommenskultur engagieren können.

Im kommenden Jahr wird sich der Volksbund bundesweit mit dem Thema Flucht und Vertreibung auseinandersetzen.

Leonie Mayr und Konstantin Dittrich

 

 

 

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Spendentelefon: 0561 700 90

Spendenkonto

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BIC: COBADEFFXXX

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Kooperationspartner

Das Projekt findet statt in Kooperation mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.

Kontakt

Informationen rund um das Projekt "Remembering Refugees" erhalten Sie im Bildungsreferat des Landesverbandes Hessen: 

Tel: +49(0)69/944 907 11

Mail: bildung-hessen(at)volksbund.de