Jugendbegegnungsstätten -
Fremde werden Freunde!
 
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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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Pädagogisches Konzept für die Jugendbegegnungsstätte Golm (Insel Usedom)

Mit dem Projekt „Jugendbegegnungsstätte Golm“ will der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gemeinsam mit seinen Partnern sein friedenspädagogisches Angebot für Jugendgruppen und Schulklassen mit dem Schwerpunkt deutsch-polnische Begegnung ausbauen. Derzeit unterhält der Volksbund als einziger Kriegsgräberdienst der Welt eigene Jugendbegegnungsstätten (JBS) in Belgien (Lommel), Frankreich (Niederbronn-les-Bains), den Niederlanden (Ysselsteyn) und Italien (Futa-Paß). Jährlich nehmen über 8000 Jugendliche an den Jugendprojekten in den Begegnungsstätten teil.

Die Jugendbegegnungsstätte Golm
•  bietet Raum für internationale und deutsch-deutsche Begegnungen für unterschiedliche Zielgruppen.
•  regt zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und der der Nachbarländer an und hilft, Vorurteile abzubauen sowie gemeinsame Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
•  greift regionale geschichtliche, politische, kulturelle, geographische und ökologische Aspekte auf und lässt dieses zum Gegenstand der Projekte werden,
•  ermöglicht über die Begegnung mit dem Kriegsgrab das Einzelschicksal aus der Anonymität herauszulösen.
•  trägt dazu bei, dass junge Menschen die Verantwortung für den Frieden und das eigene Handeln im Umgang mit ihren Mitmenschen übernehmen und so aus der Vergangenheit über die Gegenwart für die Zukunft lernen.
•  ermöglicht und unterstützt die Begegnungen von europäischen Schulklassen und Jugendgruppen unter Berücksichtigung der Sprachförderung sowie der historisch-politischen Bildung.

 

Dieses Projekt des Volksbundes wird unterstützt durch
•  die Euroregion Pomerania,
•  die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend,
•  das Land Mecklenburg-Vorpommern,
•  die Stiftung „Pamiec“, Warschau, und
•  das Deutsch-Polnische Jugendwerk.


Hintergrundinformationen zum Standort Golm

Usedom, die östlichste Insel Deutschlands, war schon im vergangenen Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel. Vor allem von der höchsten Erhebung, dem Golm, hat man einen herrlichen Weitblick nach Polen und auf die Ostsee.

Allerdings verschonte der Zweite Weltkrieg auch diese Idylle nicht. Zu Beginn und während des Krieges wurden Flakstellungen gebaut, eine Munitionsfabrik errichtet, im nordwestlichen Zipfel der Insel entstand die damals modernste Waffenschmiede - die Heeresversuchsanstalt Peenemünde. Swinemünde, heute auf polnischer Seite gelegen, wurde wichtiger Militärhafen. 1943 legte man auf der Höhe des Golm einen Soldatenfriedhof an, einerseits für Marinesoldaten, aber auch für Angehörige anderer Waffengattungen. Hier bekamen verstorbene Soldaten aus den Swinemünder Lazaretten, von eingelaufenen Lazarettschiffen, Opfer von Flugzeugabstürzen, aus einem versenkten U-Boot und von anderen Kriegsschiffen ihre Ruhestätte.

Anfang März 1945 war Swinemünde mit Flüchtlingen und Soldaten überfüllt. Östlich der Swine warteten endlose Trecks auf die Möglichkeit einer Überfahrt. Der Hafen war voll von Flüchtlingsschiffen aus Hinterpommern, West- und Ostpreußen. Auf dem Bahnhof standen überfüllte Lazarettzüge zur Abfahrt bereit, als 671 amerikanische Bombenflugzeuge am 12. März mit ungeheurer Bombenlast die Stadt in ein brennendes Inferno verwandelten.


Mehr als 20 000 Menschen starben in den Mittagsstunden dieses Tages. Den Überlebenden bot sich ein grauenvolles Bild. Es blieb keine Zeit für die Registrierung der Toten. Die Front rückte nach und mit ihr viele tausend weitere Flüchtlinge. Wegen Seuchengefahr mussten die Toten schnellstens bestattet werden, viele in Bombentrichtern.

Über 20 000 Opfer wurden mit Pferdegespannen und Lastkraftwagen zu dem bereits bestehenden Friedhof auf dem Golm gebracht. Namentlich Bekannte bestattete man links vom Eingang der heutigen Kriegsgräberanlage, der weitaus größere Teil kam in große Gemeinschaftsgräber. Nur einzelne Angehörige kümmerten sich in den ersten Nachkriegsjahren um die Gräber. Zu groß war die Not im täglichen Überlebenskampf. 1950 bemühten sich kirchliche Stellen um den in der Zwischenzeit bereits verwilderten Friedhof.

Am 1. März 2000 ist die größte Kriegsgräberanlage des Landes Mecklenburg-Vorpommern in die Trägerschaft des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge übergegangen. Damit übernimmt der Volksbund die künftige Pflege und Erhaltung dieses Friedhofes. Dem Volksbund entstehen dadurch jährlich Verwaltungs- und Betriebskosten in Höhe von ca.
20.000 Euro, die nicht durch die Pflegepauschale des Bundes gedeckt werden. So sind wir auf Spenden angewiesen, um diese bedeutende Stätte der Mahnung und des Gedenkens auf Dauer zu erhalten.

Geschichte und Gegenwartspolitik bilden in dieser grenzübergreifenden Region zu Polen eine besondere Komponente in der Schul- und Jugendarbeit des Volksbundes.

Mit dem geplanten Bau einer internationalen Jugendbegegnungsstätte in unmittelbarer Nachbarschaft der Kriegsgräberstätte will der Volksbund sein friedenspädagogisches Angebot für Schulklassen und Jugendgruppen ausbauen. Er setzt bewusst an diesem Ort ein Zeichen gegen rechtsradikale Tendenzen.

Das Bild zeigt die alte Schule in der Gemeinde Kamminke. Sie wird nach dem Aus- und Umbau das Kernstück der neuen Jugendbegegnungsstätte werden.




Versöhnung über den Gräbern — Arbeit für den Frieden — Fremde werden Freunde

Die Kriegsgräberstätte Golm verlangt nach einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte. Die Nutzung des Friedhofes als Lernort und die Betonung seiner Gedenkstättenfunktion soll durch das Projekt „Jugendbegegnungsstätte Golm“ sichergestellt werden.

•  Schulklassen und Jugendgruppen nutzen die Kriegsgräberstätte Golm als Lernort unter dem Motto „Lernen ohne Klassenzimmer"

•  Angebote für Lehrerinnen und Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland bilden einen Schwerpunkt der Multiplikatorenarbeit. Zu thematisieren sind u.a. die vielfältigen nicht nur verbalen Verständigungsbarrieren zwischen unterschiedlich sozialisierten und informierten Lehrer/-innen aus den neuen und alten Bundesländern. Die unterschiedlichen Prinzipien und die Praxis der Geschichtsvermittlung in Gedenkstätten der DDR und der alten Bundesrepublik müssen aufgearbeitet werden.

•  Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung (z.B. Gewerkschaften, Kirchen, Parteien, Bundeswehr, Polizei, Bundesgrenzschutz, etc.) nutzen die JBS Golm im Rahmen ihrer Bildungsveranstaltungen.

•  Die JBS Golm bietet qualifizierte Führungen und Betreuungen von Besuchergruppen für die Kriegsgräberstätte an.

•  Angehörige werden betreut und können als Zeitzeugen in die pädagogische Arbeit eingebunden werden.

•  Die JBS Golm wird für die Aus- und Fortbildung der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter/innen des Volksbundes genutzt.

 

Themen-Module

Historisch-politische Bildung
•  Erster Weltkrieg
•  Weimarer Republik
•  Zweiter Weltkrieg
•  Holocaust
•  Alltagsleben von Jugendlichen im Zweiten Weltkrieg
•  Flucht und Vertreibung
•  Deutschland nach 1945: Besetzung, Teilung, zwei deutsche Staaten
•  Ost-West-Konflikt, Auflösung der Blöcke
•  Wiedervereinigung Deutschlands
•  Partnerschaft Frankreich, Deutschland, Polen, Schweden
•  Deutsch-polnische Geschichte
•  Geschichte Polens
•  Schweden im Zweiten Weltkrieg
•  Vereinte Nationen
•  Nationalsozialismus
•  Kommunismus 

Regionale Aspekte
•  Geschichte Südschwedens und Pommerns
•  Flucht über die Ostsee
•  Flüchtlingsschicksale
•  Legendentafelprojekte für die Kriegsgräberstätten auf der Insel Usedom
•  Geologie, Geografie, Ökologie
•  Museumsbesuche
•  Peenemünde
•  Swinoujscie
•  Menschen und Grenzen
•  Schwedische Spuren in Pommern
•  Bildhauer Leptien
•  Superintendent Dr. Achterberg /Kriegsgräberstätte Golm
•  Wehrmachtsgefängnis Anklam

Begegnung mit dem Kriegsgrab
•  Erinnerungskulturen
•  Gräbernachweis
•  Gräbersuche (online)
•  Projekt Gedenkbuch
•  Projekt Gedenktuch
•  Todesumstände
•  Kriegstod als unnatürlicher Tod
•  Opfer- und Tätergruppen
•  Gestaltung von Kriegsgräber- und Gedenkstätten
•  Aktive Grabpflege
•  Rechtliche Grundlagen der Kriegsgräberfürsorge
•  Grabkulturen
•  „Gräbersuche online“

Friedenserziehung
•  Erfahrungsaustausch und Reflexion der eigenen Lebenswelten
•  Einsetzen für die Menschenrechte
•  Konfliktpädagogische Module
•  Deeskalationstraining, Methoden der gewaltfreien Konfliktregelung
•  Vorurteile im Alltag
•  Vermittlung von sozialen Kompetenzen

Aktuelle Bezüge, z.B.:
•  Nahostkonflikt und Irak
•  Der deutsche Einigungsprozess

 

Grundzüge der Jugend- und Schularbeit des Volksbundes

Alle pädagogische Arbeit des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wird getragen von vier Lernbereichen bzw. hat vier Lernfelder:

•  Kulturelles Erleben
•  Ethisches Wertebewusstsein
•  Historisches Verständnis
•  Politisches Handeln

Die Jugendprojekte des Volksbundes tragen zur kulturellen Bildung bei. Kulturelle Bildung soll junge Menschen befähigen, sich mit Kunst, Kultur und Alltag fantasievoll auseinander zu setzen.

Die Jugendprojekte des Volksbundes dienen dem Zusammenwachsen der jungen Generation in Deutschland und Europa sowie der Verständigung und Toleranz über Grenzen hinweg, der Verbesserung des Dialogs zwischen den Generationen sowie der Integration der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Die Förderung eines demokratischen Wertebewusstseins und Verhaltens als Beitrag zur Sicherung der demokratischen Grundlagen des Gemeinwesens ist wesentliche Aufgabe bei der Gestaltung der Angebote. Junge Menschen werden befähigt, sich an der Gestaltung des sozialen Zusammenlebens und politischer Prozesse zu beteiligen. Ihnen wird Gelegenheit gegeben, in demokratischer und sozial verantwortlicher Weise ihre Interessen in institutionellen und informellen Formen der Beteiligung einzubringen. Die Verbindung von Lernen und Handeln wird genutzt, um Kinder und Jugendliche zur Gestaltung ihrer Zukunft zu befähigen.

In einer Medien- und Wissensgesellschaft ist die Kompetenz zur Erschließung und Bewertung von Informationen, zur Nutzung der medial verfügbaren Ressourcen sowie der kompetente Umgang mit den Angeboten der Medien eine zentrale Schlüsselqualifikation. Die Vermittlung und Stärkung der Medienkompetenz ist eine durchgängige Aufgabe der Jugendprojekte des Volksbundes.

Die Jugendprojekte des Volksbundes tragen zur geschichtlichen Bildung bei. Diese soll jungen Menschen Kenntnisse über Gesellschaft und Staat, europäische und internationale Politik einschließlich der politisch und sozial bedeutsamen Entwicklungen in Kultur, Wirtschaft, Technik und Wissenschaft vermitteln. Sie soll die Urteilsbildung über gesellschaftliche und politische Vorgänge und Konflikte ermöglichen, zur Wahrnehmung eigener Rechte und Interessen ebenso wie der Pflichten und Verantwortlichkeiten gegenüber Mitmenschen, Gesellschaft und Umwelt befähigen, sowie zur Mitwirkung an der Gestaltung einer freiheitlich-demokratischen Gesellschafts- und Staatsordnung anregen.

Die internationalen Jugendbegegnungen des Volksbundes fördern die persönlichen Begegnungen junger Menschen verschiedener Nationen an den Gräbern der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Gemeinsames Lernen und Arbeiten im Sinne historisch-politischer und kultureller Bildung ist der Schwerpunkt der Jugendprojekte.

Die Jugendprojekte des Volksbundes helfen jungen Menschen, andere Kulturen und Gesellschaftsordnungen sowie internationale Zusammenhänge kennen zu lernen, sich mit ihnen auseinander zu setzen und die eigene Situation besser zu erkennen sowie ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Verständnis und Toleranz entgegenzubringen. Die Jugendbegegnungen des Volksbundes machen jungen Menschen darüber hinaus bewusst, dass sie für die Sicherung und demokratische Ausgestaltung des Friedens und für mehr Freiheit und soziale Gerechtigkeit in der Welt mitverantwortlich sind.

Besondere Herausforderungen für die internationalen Jugendprojekte des Volksbundes ergeben sich aus dem Prozess der europäischen Einigung, durch multilaterale Zusammenarbeit, den Veränderungen in Mittel- und Osteuropa sowie der Zusammenarbeit für Entwicklung und Frieden. Die internationalen Jugendbegegnungen des Volksbundes sollen junge Menschen zur Mitarbeit bei der Fortentwicklung eines freiheitlichen demokratischen Europas unter Einbeziehung der Staaten Mittel- und Osteuropas motivieren und ihnen Wege zum solidarischen Handeln, besonders mit jungen Menschen, eröffnen.

Didaktisches Grundkonzept:

•  INFORMATION und WISSEN: lokal, biografisch, konkret.
•  REFLEXION und ADAPTION: Nachfrage, Vorwissen, Erfahrung, wie es war, wie es für mich gewesen wäre, Multiperspektivität.
•  ERKENNTNIS und EINSICHT: Stellungnahme, Bewertung, Einordnung, Ablehnung von Diktatur, Gefühl, Verstand, kognitiv, emotional.
•  AKTIVES HANDELN: Eintreten für die Menschenrechte, Beachtung ethischer Normen, handlungsorientiert entdeckendes Lernen.

 

Jugendprojekte: Forschen — Lernen — Gedenken — Handeln

•  Die pädagogische Arbeit in den Jugendprojekten des Volksbundes folgt keinen „abgeschlossenen“, fertigen Konzepten für die historisch-politische Bildungsarbeit, sondern diese befindet sich in einem ständigen Entwicklungs- und Reflexionsprozess.

•  Diese pädagogische Bildungs- und Begegnungsarbeit kann und will heute keine einfachen, „ewigen“ Wahrheiten mehr vorgeben, keine „richtigen“ und keine „falschen“ Geschichtsbilder vermitteln, nicht eine vorschnelle Identifikation mit den Opfern fördern und/oder Betroffenheit aufdrängen. Sie zielt vielmehr auf eine eigenständige und kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Weltkriege und der Geschichte des Nationalsozialismus, auf eine Auseinandersetzung, die auch offene Fragen, Komplexität und Uneindeutigkeiten zulassen kann – und gleichwohl keinem Opfer Respekt versagt! So verstandene Bildungsarbeit hat eine Fülle interessanter Angebote zu machen, d.h. Programmmodule sind zu erarbeiten bzw. anzubieten.

•  Die Jugendbegegnungsstätten verfügen über oder erarbeiten eine ständige Ausstellung, die durch aktuelle Ergebnisse von Projektarbeiten ergänzt wird. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der historische Ort. Auf den Ort bezogene Sammlungen werden multiperspektivisch aufgebaut und erforschen bisher vernachlässigte Themen der Lokal- und Regionalgeschichte, die nicht selten auch in der Geschichtswissenschaft erst in ersten Ansätzen der Forschung betrachtet wurden. Diese Ausstellungen sind unverzichtbarer Bestandteil des neuen Besucherbetreuungskonzeptes.

•  Projektorientiertes Arbeiten erscheint dabei als die geeignete Methode, um Forschen, Lernen und Gedenken zu ermöglichen, so z.B. in künstlerischen Ansätzen, in der Jugendbegegnung oder in „Gedenkbuchprojekten".

•  Dass solche prozessorientierten Formen mehr historisches Wissen und methodisches Können erfordern als jede „klassische" Lehrbuchmethode, leuchtet sicher ein. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen sowie Leiter und Betreuer von Workcamps setzen solche Methoden ein, um selbstständige Prozesse initiieren zu können.

•  Die wesentlichen Elemente unserer Bildungsangebote sind:
- Beschäftigung mit Sachzeugnissen,
- lokaler Bezug und
- Selbstständigkeit bei der geschichtlichen Auseinandersetzung.

•  Es wird keine fertige „Didaktik des Gedenkens“ vorgelegt.

•  Es wird aktive Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsarbeit betrieben, die die Begegnung zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft und Nationen sowie unterschiedlichen Alters und Bildungsstandes fördert.

•  Diese Bildungsarbeit bezieht subjektive Erinnerungen und Lebenssituationen sowie Alltagserfahrungen ein. Diese werden zugänglich durch die Arbeit mit Zeitzeugen (solange noch möglich), durch Video- und Tonbandinterviews, Briefe und Erinnerungsberichte, Dokumentationen sowie Ausstellungen.

•  Die pädagogische Arbeit in den Jugendbegegnungen des Volksbundes lebt von der Vielfalt und der Unterschiedlichkeit der Vermittlungsansätze.

•  Projektleiter/-innen bzw. Lehrer/innen wird im Vorfeld des Jugendprojektes ein Beratungsgespräch empfohlen. Durch gemeinsame Überlegungen können Projektleiter und JBS-Leiter/-innen auf die Bedürfnisse der Gruppe zugeschnittene Aufgaben zusammenstellen, die den jungen Menschen ausreichend Freiraum für entdeckendes Lernen lassen. Je nach geplanter Verweildauer wird ein auf die spezifischen Adressaten geschnürtes „didaktisches Paket“ entwickelt.

•  Anhand spezieller Aufgabenstellungen können sich junge Menschen in den Jugendprojekten des Volksbundes die Ausstellungen bzw. die Spurensuche selbst erschließen. Die Bandbreite reicht von einzelnen Aufgaben über die Erarbeitung eines „roten Fadens“ bis zu Erkundungsaufträgen (Modell „Niederbronner Friedenspfad“). Diese Erkundungen können dann wiederum an andere (Mit-) Schüler weitergegeben und erläutert werden. Anstelle des rezeptiv-passiven Lernens tritt das aktive und forschende Lernen (z.B. Projekt Legendentafel, Projekt Gedenktuch etc.)

•  In jedem Projekt werden aktuelle Bezüge hergestellt, z.B. aktuelle Fragen der Auseinandersetzung mit dem Radikalismus sowie der Auswirkungen von Krieg und Gewaltherrschaft oder der Besuch von Institutionen oder Betrieben.

Junge Menschen, die heute mit einer Vielzahl undifferenzierter Voreinstellungen und Vorurteile kommen und oftmals ungebrochen Meinungen der Eltern und Klischees aus den Medien wiedergeben, benötigen ein längerfristiges Programm, um sich selbst als Teil der Geschichte begreifen zu können und die Notwendigkeit der Aneignung von Wissen darüber zu bejahen. Dazu tragen die Jugendprojekte des Volksbundes bei.

Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Weitere Themen-Module können ergänzt werden.



Übersichtskarte "Jugendbegegnungsstätte Golm"
PDF (1,9MB)




Tagessatz für Jugendliche Tagessatz für Erwachsene Unterbringungs-
kapazität
Verpflegung
25,- € je Teilnehmer/-in in der Woche (Mo-Fr) 28,- € je Teilnehmer/-in in der Woche (Mo-Fr) 82 Personen (incl. Betreuer und Busfahrer) Vollpension ist in den Tagessätzen enthalten, Selbstverpflegung möglich.

Nebenkosten auf Anfrage
28,- € je Teilnehmer/-in von Fr-So 30,- € je Teilnehmer/-in von Fr-So


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Die JBS des Volksbundes:
 




JBS Golm
Pädagogisches Konzept für die Jugend- begegnungsstätte Golm


JBS Golm


JBS Lommel
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JBS Ysselsteyn
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