Deutsche Kriegsgräberstätten
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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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Orglandes/Manche

Nachdem die Amerikaner durch die Brückenkopfbildung bei St. Mère-Eglise die Halbinsel Cherbourg abgeschnitten hatten, zielte ihr weiterer Vorstoß über das Städtchen Valognes in Richtung Cherbourg. Die bei diesen Kämpfen gefallenen Soldaten, Deutsche wie Amerikaner, wurden in dem kleinen, nur knapp 400 Einwohner zählenden Dorf Orglandes, im Département Manche, bestattet.

Nach 1945 verblieb hier nur das deutsche Gräberfeld mit 7358 Toten, während die amerikanischen Gefallenen nach St. Laurent-sur-Mer umgebettet wurden. Die freigewordenen Flächen belegte der französische Gräberdienst mit deutschen Gefallenen aus Feldgräbern und kleineren Anlagen der weiteren Umgebung, so daß die Gesamtzahl der hier bestatteten deutschen Toten jetzt 10 152 beträgt. Der Volksbund hat auf diesem Friedhof keine weiteren Zubettungen vorgenommen. Die Kriegsgräberstätte Orglandes liegt unmittelbar an den letzten Häusern des nördlichen Dorfausganges, die die typisch normannische Bauweise mit ihren an der Giebelwand hochgezogenen Kaminen aufweisen und bedeckt eine Fläche von etwa 5 ha, die ursprünglich Weidegelände gewesen war. Die Amerikaner hatten bei der Bestattung der Toten die Gräberfelder so geordnet, daß sie sich in die von Wällen und "Knicks" umrahmten Räume einordneten, ohne daß diese selbst angetastet wurden. Die auf den Wällen stehenden mächtigen Eichen verhinderten einen Gesamtüberblick über die damalige Anlage. Diese von Bauernhand geschaffenen Räume blieben bei der Neugestaltung des Friedofes erhalten. Lediglich einige in die Gräberfelder gestellte Einzelbäume und kleine Baumgruppen überschatteten die Gräber.

Die außerordentlich weitläufige Anlage wurde stark verkleinert, so daß sich zwei größere und zwei kleinere Gräberfelder in unregelmäßigen Formen ergeben haben, die den parkartigen Charakter der Gesamtanlage noch unterstreichen. Nur an einer Seite, und zwar an der an die Straße angrenzenden, ist der Friedhof durch eine Mauer, die sich an den Eingangsbau anschließt, begrenzt. An den anderen Seiten bilden die vorhandenen Wälle die Umwehrung.

Das Eingangsgebäude wird durch einen Turmbau, der von einem niedrigen Baukörper auf seinen vier Seiten umschlossen ist, gebildet. Der 15 Meter hohe Turm selbst bildet in seiner ganzen Höhe die Eingangshalle, die im unteren Teil eine Gliederung in Nischen aufweist. Eine dieser Nischen ist durch ein Mosaik, einen segnenden Christus darstellend, künstlerisch gestaltet. Acht Fensterschlitze mit Bleiverglasung lassen vom oberen Teil her, der den Dachstuhl sichtbar zeigt, Licht in das Innere einfallen.

Als Baumaterial für das Mauerwerk diente ortsüblich Bruchstein, heller Granit dagegen für die Gesimse, Portale, Pfeiler und Eckverbände.

Gegen den Friedhof hin öffnet sich eine pfeilergestützte Vorhalle. Da sich das Gelände von Osten nach Westen neigt, hat der Besucher von dieser Stelle aus nicht nur einen Blick auf einen Teil der jetzt in zehn Blocks eingeteilten Gräberfläche, sondern ihm bietet sich auch noch eine weite Sicht in die Landschaft.

Die Gräberfelder sind als weite Rasenflächen gestaltet, die Gräber selbst durch Steinkreuze gekennzeichnet. Sie tragen auf beiden Seiten Namen, Dienstgrad, Geburts- und Todesdaten von je zwei oder drei Gefallenen.

Die bauliche und gärtnerische Ausgestaltung hat im Juli 1958 begonnen und wurde im Frühjahr 1961 im wesentlichen zum Abschluß gebracht. Die Kosten hierfür wurden von der Bundesregierung und vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gemeinsam getragen.

Am 21. September 1961 wurde der deutsche Soldatenfriedhof ORGLANDES in feierlicher Form und in Anwesenheit zahlreicher Angehöriger der hier bestatteten Toten eingeweiht und damit der Öffentlichkeit übergeben.

Wir sollten diese stille Gräberstätte in der Normandie nicht verlassen, ohne uns des Opfers dieser Toten bewußt zu werden und ihr mahnenden Vermächtnis mit auf den Heimweg nehmen:

die Mahnung zum Frieden.
 
Anfahrt:
Lage:

etwa 32 km südlich Cherbourg an der Straße CherbourgValognes, weiter auf Nebenstraße nach Orglandes. Anreise:

Die genaue Adresse des Friedhofs lautet:

Cimetiere Militaire Allemand 42, Pierre Devouassoud

50390 Orglandes

1. mit der Bahn Anfahrt erfolgt für beide Friedhöfe über Paris, vom Gare St. Lazare aus zunächst auf der Bahnstrecke Richtung Cherbourg

bis Station Valognes, weiter mit Taxi (ca. 14 km) zum Friedhof.

2. mit dem Pkw

a. nach Orglandes über Bayeux ­ Carentan N 13 bis St. Mere Eglise, von hier auf der D 15 und D 126 (ca. 11 km) zum Friedhof.

b. von Trier über Luxemburg ­ Reims ­ Compiegne Beauvais ­ Lisieux, weiter wie 2 a.

c. von Kehl/Rhein über Strasbourg ­ Nancy ­ Bar­le­Duc Reims ­ Compiegne ­ Beauvais ­ Lisieux, weiter wie 2 a.

3. mit einer Kriegsgräberfahrt des Volksbundes Bitte Programm anfordern

Entfernungen: Anfahrt über Paris mit der Bahn: von Köln nach Marigny 828 km Orglandes 845 km von Trier nach Marigny 750 km Orglandes 765 km von Kehl nach Marigny 747 km Orglandes 762 km


 

Weitere Informationen:
- Anfahrtsskizze
 
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Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz
in der Fassung vom 12. September 2007.
PDF-Datei (188KB)


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