Deutsche Kriegsgräberstätten
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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
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Motta St.Anastasia

Bild vergrößern Um den kulturhistorischen Wert der Gruftanlage zu erhalten, die starke Bauschäden aufweist, finden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.

+++Daher wird die Gruftanlage ab dem 03. NOVEMBER 2009 komplett für 1 Jahr geschlossen und ist für Besucher nicht zugänglich.+++

Wir bitten um Ihr Verständnis.

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Es gibt in Europa wohl kein zweites Land, von dem sich in gleich starkem Maße dem deutschen Besucher der Eindruck des Fremdartigen, des Exotischen überträgt wie von der Insel Sizilien, Schmelztiegel vieler europäischer Kulturen: der alten Griechen und Römer, der Karthager, der Araber, der Normannen und Hohenstaufen, hat sie eine bewegte Geschichte durchlebt und weltbekannte Orte wie Taormina, Syrakus, Palermo, Agrigent werden alljährlich von Zehntausenden von Touristen aus aller Welt besucht und zahlreiche Kriege und Konflikte sind im Laufe der Jahrhunderte um ihren Besitz angefochten worden. So konnte es nicht ausbleiben, dass die Insel Sizilien auch im 2. Weltkrieg eine wichtige strategische Rolle gespielt hat, war sie doch das Sprungbrett nach Nordafrika, wo zahlreiche deutsche Truppeneinheiten gekämpft hatten. Eine große Anzahl zurückgeführter Verwundeter ist in Lazaretten auf Sizilien verstorben; mancher Truppen- und Nachschubtransporter wurde in sizilianischer Erde bestattet. Später, im Juli 1943, landeten die Alliierten auf der Insel. Die Kämpfe dauerten nur wenige Monate, aber bis zum Absetzen auf das Festland, über die Straße von Messina, haben etwa 5.400 deutsche Soldaten auf der Insel ihr Leben lassen müssen.

Im Rahmen des 1954 geschlossenen deutsch-italienischen Kriegsgräberabkommens wurde vereinbart, auf Sizilien eine Kriegsgräberstätte zu schaffen, in der alle auf dieser Insel gefallenen deutschen Soldaten eine letzte Ruhestätte finden. Am 25.09.1965 konnte sie der Öffentlichkeit übergeben werden. An einer Nebenstraße, welche die Verbindung zu dem kleinen Ort Motta St. Anastasia herstellt, liegt ein Parkplatz, von dem aus ein Zugangsweg zu dem niedrigen, flachgedeckten Eingangsgebäude führt. Es enthält in seinem rechten Flügel den Aufenthaltsraum für die Besucher, in dem auch die Namenbücher der hier beigesetzten Toten ausliegen. Zur Linken schließt sich der Wohnteil des Friedhofsverwalters an.

Die Gestaltung des Friedhofes

Die Kriegsgräberstätte hat eine rechteckige Grünfläche von 43 x 32 Meter, im Untergeschoß befinden sich die nicht zugänglichen Grüfte, in denen die Gefallenen in Sarkophagen beigesetzt sind. Die Umbettungen aus allen Teilen Siziliens hat der Umbettungsdienst des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge durchgeführt.

Durchschreitet der Besucher die schmale Pforte, so gelangt er in die mit Travertin gepflasterte Eingangshalle. Zur Rechten erkennt man den zugemauerten Eingangsbogen der Gruftkammern. Eine Stele weist auf die Bedeutung dieses Ortes hin:

IN DIESER KRIEGSGRÄBERSTÄTTE RUHEN VIERTAUSENFÜNFHUNDERTEINUNDSECHZIG DEUTSCHE GEFALLENE DES ZWEITEN WELTKRIEGES, VON IHNEN BLEIBEN VIERHUNDERTEINUNDFÜNFZIG UNBEKANNT!

Eine Freitreppe führt vom Eingangshof zu fünf höher gelegenen Höfen empor. Zunächst gelangt der Besucher in den Hof des Kameradengrabes. In seiner Mitte findet er auf einer erhabenen verlegten Platte die Inschrift für 28 bekannte und 3 unbekannte deutsche Soldaten, die hier ein gemeinsames Grab gefunden haben. Dahinter liegt, auf einem Sockel ausgestreckt, die Gestalt eines sterbenden Jünglings, eine Bronzeplastik von großer Ausdruckskraft.

Vom Hof des Kameradengrabes aus sind, als in sich geschlossene Räume, die vier vorhandenen Höfe zugänglich. Die einzelnen Höfe, für deren Fußböden weißer Marmor verwendet worden ist, sind von über vier Meter hohen Mauern von der Umwelt abgeschlossen; die Mauern selbst sind mit römischem Ziegelmauerwerk ausgeführtund mit Travertinplatten abgedeckt. Die Namen der in den Gruften ruhenden Gefallenen sind in den darüber gelegenen Höfen auf Schriftplatten aus Naturstein genannt. Es sind bestattet:

Im HOF PALERMO die Toten aus den Provinzen Trapani und Agrigento. Im HOF CALTANISSETTA die Toten aus den Provinzen Caltanissetta, Tagusa, Catania und Siracusa.

Im HOF MESSINA die Toten aus den Provinzen Messina und Enna; ausdrücklich genannt ist hier der Ort Caronia (in der Provinz Enna gelegen), da von dem dortigen Friedhof fast 700 Tote umgebettet worden sind.

Die Gruft des vierten Hofes – mit der Bezeichnung CATANIA – ist den 1.514 im zweiten Weltkrieg auf Sizilien gefallenen deutschen Soldaten zur letzten Ruhestätte geworden, die einst auf dem Gemeindefriedhof der Stadt Catania gemeinsam mit ihren italienischen Kameraden bestattet waren.

Beim Verlassen dieses Ortes der Besinnung richtet sich der Blick des Besuchers wieder auf das gewaltige Massiv des Ätna, in dessen Blickfeld so mancher deutscher Soldat gefallen ist. Er wird ihn verlassen im Gedanken an die viertausendfünfhundereinundsechzig Kriegstoten, die an dieser Stätte beigesetzt sind und die das Band eines gemeinsamen Schicksals umschlingt:

GEFALLEN AUF DER INSEL SIZILIEN
 
Anfahrt:
Die Adresse des Friedhofes lautet:

Deutscher Soldatenfriedhof Motta S. Anastsia Stada Provinciale 13, 25

I-95040 Motta S. Anastasia
 

Weitere Informationen:
- Anfahrtsskizze
 
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Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz
in der Fassung vom 12. September 2007.
PDF-Datei (188KB)


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