

















|
 |
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Spendenkonto: 3 222 999 - Bankleitzahl 520 400 21 bei der Commerzbank Kassel
|
|
|
|
|
|
Motta St.Anastasia
Um den kulturhistorischen Wert der Gruftanlage zu erhalten, die starke
Bauschäden aufweist, finden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt.
+++Daher wird die Gruftanlage ab dem 03. NOVEMBER 2009 komplett für 1 Jahr
geschlossen und ist für Besucher nicht zugänglich.+++
Wir bitten um Ihr Verständnis.
--------------------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------------------
----------------------------
Es gibt in Europa wohl kein zweites Land, von dem sich in gleich starkem Maße
dem deutschen Besucher der Eindruck des Fremdartigen, des Exotischen überträgt
wie von der Insel Sizilien, Schmelztiegel vieler europäischer Kulturen: der
alten Griechen und Römer, der Karthager, der Araber, der Normannen und
Hohenstaufen, hat sie eine bewegte Geschichte durchlebt und weltbekannte Orte
wie Taormina, Syrakus, Palermo, Agrigent werden alljährlich von Zehntausenden
von Touristen aus aller Welt besucht und zahlreiche Kriege und Konflikte sind
im Laufe der Jahrhunderte um ihren Besitz angefochten worden. So konnte es
nicht ausbleiben, dass die Insel Sizilien auch im 2. Weltkrieg eine wichtige
strategische Rolle gespielt hat, war sie doch das Sprungbrett nach Nordafrika,
wo zahlreiche deutsche Truppeneinheiten gekämpft hatten. Eine große Anzahl
zurückgeführter Verwundeter ist in Lazaretten auf Sizilien verstorben; mancher
Truppen- und Nachschubtransporter wurde in sizilianischer Erde bestattet.
Später, im Juli 1943, landeten die Alliierten auf der Insel. Die Kämpfe
dauerten nur wenige Monate, aber bis zum Absetzen auf das Festland, über die
Straße von Messina, haben etwa 5.400 deutsche Soldaten auf der Insel ihr Leben
lassen müssen.
Im Rahmen des 1954 geschlossenen deutsch-italienischen Kriegsgräberabkommens
wurde vereinbart, auf Sizilien eine Kriegsgräberstätte zu schaffen, in der alle
auf dieser Insel gefallenen deutschen Soldaten eine letzte Ruhestätte finden.
Am 25.09.1965 konnte sie der Öffentlichkeit übergeben werden. An einer
Nebenstraße, welche die Verbindung zu dem kleinen Ort Motta St. Anastasia
herstellt, liegt ein Parkplatz, von dem aus ein Zugangsweg zu dem niedrigen,
flachgedeckten Eingangsgebäude führt. Es enthält in seinem rechten Flügel den
Aufenthaltsraum für die Besucher, in dem auch die Namenbücher der hier
beigesetzten Toten ausliegen. Zur Linken schließt sich der Wohnteil des
Friedhofsverwalters an.
Die Gestaltung des Friedhofes
Die Kriegsgräberstätte hat eine rechteckige Grünfläche von 43 x 32 Meter, im
Untergeschoß befinden sich die nicht zugänglichen Grüfte, in denen die
Gefallenen in Sarkophagen beigesetzt sind. Die Umbettungen aus allen Teilen
Siziliens hat der Umbettungsdienst des Volksbundes Deutsche
Kriegsgräberfürsorge durchgeführt.
Durchschreitet der Besucher die schmale Pforte, so gelangt er in die mit
Travertin gepflasterte Eingangshalle. Zur Rechten erkennt man den zugemauerten
Eingangsbogen der Gruftkammern. Eine Stele weist auf die Bedeutung dieses Ortes
hin:
IN DIESER KRIEGSGRÄBERSTÄTTE RUHEN VIERTAUSENFÜNFHUNDERTEINUNDSECHZIG DEUTSCHE
GEFALLENE DES ZWEITEN WELTKRIEGES, VON IHNEN BLEIBEN VIERHUNDERTEINUNDFÜNFZIG
UNBEKANNT!
Eine Freitreppe führt vom Eingangshof zu fünf höher gelegenen Höfen empor.
Zunächst gelangt der Besucher in den Hof des Kameradengrabes. In seiner Mitte
findet er auf einer erhabenen verlegten Platte die Inschrift für 28 bekannte
und 3 unbekannte deutsche Soldaten, die hier ein gemeinsames Grab gefunden
haben. Dahinter liegt, auf einem Sockel ausgestreckt, die Gestalt eines
sterbenden Jünglings, eine Bronzeplastik von großer Ausdruckskraft.
Vom Hof des Kameradengrabes aus sind, als in sich geschlossene Räume, die vier
vorhandenen Höfe zugänglich. Die einzelnen Höfe, für deren Fußböden weißer
Marmor verwendet worden ist, sind von über vier Meter hohen Mauern von der
Umwelt abgeschlossen; die Mauern selbst sind mit römischem Ziegelmauerwerk
ausgeführtund mit Travertinplatten abgedeckt. Die Namen der in den Gruften
ruhenden Gefallenen sind in den darüber gelegenen Höfen auf Schriftplatten aus
Naturstein genannt. Es sind bestattet:
Im HOF PALERMO die Toten aus den Provinzen Trapani und Agrigento. Im HOF
CALTANISSETTA die Toten aus den Provinzen Caltanissetta, Tagusa, Catania und
Siracusa.
Im HOF MESSINA die Toten aus den Provinzen Messina und Enna; ausdrücklich
genannt ist hier der Ort Caronia (in der Provinz Enna gelegen), da von dem
dortigen Friedhof fast 700 Tote umgebettet worden sind.
Die Gruft des vierten Hofes – mit der Bezeichnung CATANIA – ist den 1.514 im
zweiten Weltkrieg auf Sizilien gefallenen deutschen Soldaten zur letzten
Ruhestätte geworden, die einst auf dem Gemeindefriedhof der Stadt Catania
gemeinsam mit ihren italienischen Kameraden bestattet waren.
Beim Verlassen dieses Ortes der Besinnung richtet sich der Blick des Besuchers
wieder auf das gewaltige Massiv des Ätna, in dessen Blickfeld so mancher
deutscher Soldat gefallen ist. Er wird ihn verlassen im Gedanken an die
viertausendfünfhundereinundsechzig Kriegstoten, die an dieser Stätte beigesetzt
sind und die das Band eines gemeinsamen Schicksals umschlingt:
GEFALLEN AUF DER INSEL SIZILIEN
Anfahrt:
Die Adresse des Friedhofes lautet:
Deutscher Soldatenfriedhof Motta S. Anastsia
Stada Provinciale 13, 25
I-95040 Motta S. Anastasia
Weitere Informationen: - Anfahrtsskizze
|
|
|
Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz
in der Fassung vom 12. September 2007.
PDF-Datei (188KB)
|
|