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Berlin Neukölln Lilienthalstraße

Das Ehrenmal mit dem Silberkranz für die Toten der beiden Weltkriege Ehemaliger Standortfriedhof Lilienthalstraße 7, 10965 Berlin-Neukölln

Aus 235 silbernen und vergoldenden Eichenblättern hatte der Bildhauer Ludwig Gies den Kranz geformt, der in der Neuen Wache nach ihrer Umgestaltung durch Heinrich Tessenow zur „Gedächtnisstätte für die Gefallenen des Weltkriegs“. Schon im Altertum hatte der Kranz – im alten Griechenland und Rom aus Lorbeer – kulturgeschichtliche Bedeutung als Zeichen des Ruhmes und des Sieges wie auch des Schutzes für Feldherren, Künstler und Sportler. Mit der Eiche als „deutschem“ Baum setzte sich dies in Preußen fort. Bereits Karl Friedrich Schinkel hatte nach den Befreiungskriegen einen Eichenkranz und ein Eisernes Kreuz als Siegeszeichen auf die von Johann Gottfried Schadow gestaltete Quadriga auf dem Brandenburger Tor anbringen lassen.

Ludwig Gies gehörte in der NS-Zeit zu den verfemten Künstlern. 1937 wurde er aus der Berliner Akademie der Künste ausgeschlossen. Seinen Eichenkranz beließ man jedoch in der Neuen Wache. Er wurde, wie das Bauwerk und der Granitblock, durch Bomben beschädigt, jedoch nicht völlig zerstört. In dem durch Gitter geschützten ruinösen Innenraum verblieb er, bis er 1948 von Unbekannten entwendet wurde.

Im Jahre 1960 fand sich in der Gepäckaufbewahrungsstelle des Bahnhofs Zoo ein Koffer mit 177 Blättern des Kranzes. 1965 ließ der Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge den Kranz unter Leitung von Ludwig Gies und seinem Mitarbeiter Fritz Rademacher restaurieren und entschloss sich auf dem ehemaligen Standortfriedhof in Neukölln, den heutigen Landeseigenen Friedhof Lilienthalstraße, eine Gedenkstätte mit dem rekonstruierten Kranz zu errichten. Auf dem Friedhof sind 6256 Tote des Zweiten Weltkriegs begraben. Die 1936-39 erbaute Ehrenanlage für Gefallene des Ersten Weltkriegs im Südteil des Friedhofs wurde durch den Architekten Gerd Offenberg für diesen Zweck ergänzt. In die Mitte der Freitreppe, die zur Trauerhalle führt, baute er einen Krypta-ähnlichen, nach vorn offen einsehbaren und durch ein schmiedeeisernes Gittertor geschützten Raum hinein. In ihm wurde der Kranz auf einem Sockel platziert. Der zuvor an dieser Stelle stehende Gedenkstein, der „Den Toten im Osten“ gewidmet ist, an die Seite des Hauptweges versetzt.

Die „Ehrenanlage Silberkranz“ wurde am Vorabend des Volkstrauertags 1966 eingeweiht. Bis zur „Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft“ in der Neuen Wache 1993 war sie der zentrale Gedenkort im Westteil der Stadt für die Opfer beider Weltkriege. Die alljährliche Feierstunde des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge findet am Vorabend des Volkstrauertags statt. Es finden Kranzniederlegungen des Senats und Parlaments von Berlin, der Bundeswehr, des Bundesgrenzschutzes, der Berliner Polizei sowie zahlreicher Institutionen und Verbände statt. Seit 2000 nehmen neben den Vertretern der Botschaften der ehemaligen Alliierten auch zahlreiche Vertreter osteuropäischer Botschaften an der Feierstunde auf dem Friedhof Lilienthalstraße teil.
 

 
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in der Fassung vom 12. September 2007.
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