

















|
 |
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Spendenkonto: 3 222 999 - Bankleitzahl 520 400 21 bei der Commerzbank Kassel
|
|
|
|
|
|
Azannes II
Azannes II Département Meuse 4.750 deutsche Kriegstote Erster Weltkrieg
Der deutsche Soldatenfriedhof Azannes II wurde mit Beginn der Schlacht von
Verdun Anfang März 1916 von der eigenen Truppe angelegt, als sich nach ersten
Erfolgen der deutschen Offensive die Front einige Kilometer nach Süden
verlagert hatte. Zu dieser Zeit rückten auch die Sanitätseinheiten weiter vor
und richteten in Azannes mehrere Lazarette und Hauptverbandsplätze ein, davon
eines in einem Wäldchen oberhalb des jetzigen Soldatenfriedhofes. Dieses
behandelte nur in der Zeit vom 7.-27. April 1916 fast 3.500 Verwundete.
Diejenigen, die ihren schweren Verletzungen erlagen, waren die ersten, die auf
dem Friedhofsgelände ihre letzte Ruhestätte fanden. Als der Krieg im November
1918 endete, zählte man etwa 800 Gräber. Nach Kriegsende vergrößerten die
französischen Militärbehörden den Friedhof ganz erheblich durch die Zubettung
von Gefallenen, die man bei den 1920 einsetzenden Aufräum- und
Rekultivierungsarbeiten auf dem verlassenen Schlachtfeld noch zu Hunderten
fand. Selbst in der heutigen Zeit werden immer wieder sterbliche Überreste von
Toten geborgen, die bei Bau- und Forstarbeiten zutage treten.
Die damals Umgebetteten kamen von fast allen Brennpunkten der Schlacht:
Samogneux, Thiaumont, Vaux, Romagne-s/s-les Côtes, Fleury, Douaumont. Beaumont,
"Toter Mann", Höhe 304, Avocourt - insgesamt aus 145 Gemeinde- oder
Ortsteilbereichen. Die in Azannes II Ruhenden (Der Friedhof Azannes I liegt
unmittelbar am westlichen Ortsrand) gehörten Truppenteilen an, deren
Heimatgarnisonen in Bayern, Hessen, Sachsen. Thüringen sowie in fast allen der
damaligen preußischen Provinzen lagen
Instandsetzungsarbeiten zwischen den Kriegen
Erste Arbeiten zur Verbesserung des Zustandes des Friedhofes führte der
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. aufgrund einer 1926 mit den
französischen Militärbehörden getroffenen Vereinbarung aus. Dazu gehörten
umfangreiche Pflanzungen von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Alleine im Winter
1927/28 wurden 146 Platanen gepflanzt. Das Gemeinschaftsgrab - es liegt noch
hinter dem Hochkreuz - erhielt eine Einfassung aus Naturstein. Das Hochkreuz
ist aus rotem Vogesensandstein gearbeitet. Gestaltet wurde auch der Eingang mit
einem geschmiedeten Tor zwischen zwei monolithischen Steinblöcken. Das Problem
einer dauerhaften Kennzeichnung der Gräber blieb jedoch infolge Devisenmangels
und des 1939 ausbrechenden Zweiten Weltkrieges ungelöst.
Endgültige Gestaltung
Nach Abschluß des deutsch-französischen Kriegsgräberabkommens vom 19. Juli 1966
konnte der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. - finanziell
unterstützt von der Bundesregierung - die endgültige Gestaltung der deutschen
Soldatenfriedhöfe des Ersten Weltkrieges in Frankreich vornehmen. Zuvor hatten
freiwillige jugendliche Helfer des Volksbundes bereits mit umfangreichen
gärtnerischen Vorarbeiten begonnen. Im Jahre 1977 erfolgte der Austausch der
bisherigen provisorischen Holzgrabzeichen gegen Kreuze aus Metall mit
eingegossenen Namen und Daten der hier Ruhenden. Vorher hatten jugendliche
Helfer die zugehörigen 35 kg schweren Betonfundamente, deren Antransport die
Bundeswehr übernahm, an den Gräbern versetzt.
Von den 4.750 Gefallenen ruhen 4.594 in Einzelgräbern. Von ihnen blieben 839
unbekannt. Von den 156 Toten des Gemeinschaftsgrabes blieben 87 unbekannt.Die
18 Gräber der Gefallenen jüdischen Glaubens erhielten aus religiösen Gründen
als Kennzeichen statt eines Kreuzes eine Grabstele aus Naturstein, deren
hebräische Schriftzeichen besagen:
1. (oben): "Hier ruht begraben ... ."
2. (unten): "Möge seine Seele eingebunden sein in den Kreis der Lebenden."
Anschließend erhielt der Friedhof eine neue Einfriedung bestehend aus Zaun und
Hecke; Bäume und Sträucher wurden ersetzt und die Gräberflächen neu begrünt.
Namentafeln aus Metall erinnern heute an die bekannten Toten des
Gemeinschaftsgrabes.
Pflege:
Der Friedhof wird ständig durch den Pflegedienst des Volksbundes betreut.
Auskünfte über die Lage von Gräbern, die frühere Zugehörigkeit der Gefallenen
zu bestimmten Truppenteilen etc. erteilt der
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Bundesgeschäftsstelle
Abteilung Gräberdienst
Werner-Hilpert-Straße 2,
D-34112 Kassel
Telefon: 0561- 7009-0
|
|
|
Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Gräbergesetz
in der Fassung vom 12. September 2007.
PDF-Datei (188KB)
|
|