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Podgorica

Ursprünglich wurde dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. im Jahr 2011 vom Verteidigungsministerium Montenegros die Nutzung eines Geländes zur Errichtung einer Kriegsgräberstätte auf einem Militärgrundstück in der Stadt Danilovgrad zugesagt. Diese Zusage wurde jedoch unerwartete weise in der späteren Planungsphase zurück gezogen.

Daraufhin verabschiedete die Regierung Montenegros am 19. Dezember 2013 einen Beschluss, ein Gelände zur Errichtung einer deutschen Kriegsgräberstätte im nördlichen Bereich des Militärflughafens "Golubovci" zur Verfügung zu stellen. Das etwa 2.600 m² große Grundstück befindet sich somit fast unmittelbar neben dem Zivilflughafen Podgoricas. Langwierige Verhandlungen und darauf folgende Planungen waren erforderlich, bis am 17. März 2016 die Ausstellung einer Baugenehmigung durch das Verteidigungsministerium Montenegros erfolgte.

Die Bauarbeiten begannen im Juli 2016.

Die besondere Lage auf dem Militärgelände hat Auswirkungen auf alle Besucher. Obwohl sich die Kriegsgräberstätte im Vorbereich des Flughafens befindet, ist der Zugang versperrt. Das diensthabende Wachpersonal überprüft die Ein- und Ausfahrt an einem Schiebetor.

Für Busse wurde ein Parkplatz direkt neben der Toranlage errichtet. Personen mit PKW nutzen den hinteren Teil des Großparkplatzes, der für die Militärangehörigen ebenfalls auf dem Vorgelände angelegt ist.

Eine Zuwegung aus Betonstein führt zum eigentlichen Eingangsbereich der Kriegsgräberstätte. Die Besucher treten durch ein Tor auf die von einer umlaufenden Zypressenhecke gerahmte Fläche, die
somit von dem durch das Militär genutzt Areal getrennt ist.

Der als zentrale Mittelachse angelegte Hauptweg aus Natursteinpflaster führt direkt zum kreisförmigen Gedenkplatz. Beidseitig hiervon angeordnet sind die Einbettungsblöcke 1 bis 4. Insgesamt sind ca. 800 Grablagen vorgesehen. Im Rahmen der Errichtung der Kriegsgräberstätte erfolgte die Ersteinbettung mit 64 Toten im Block 2. Auf Kreuzen aus Granit werden die Namen der Gefallenen grablagebezogen gekennzeichnet.

Mit dem Anbringen von 29 Namentafeln an der Rundmauer erhielt der Gedenkplatz sein endgültiges Aussehen. Auf diesen Tafeln sind alle Gefallenen beider Weltkriege aufgeführt, die im Gebiet des heutigen Montenegro ums Leben gekommen sind. Vor der Mauer ist ein zwei Meter hohes Hochkreuz aus Metall errichtet, an dessen Sockel der Gedenkstein mit der Aussage "Deutsche Kriegsgräberstätte Ruhestätte von Toten des Zweiten Weltkrieges auf dem Gebiet des heutigen Montenegro" platziert wurde.

Den Charakter der Anlage prägt ein alter Zypressenbestand, der in die Planung integriert wurde. Weitere Neupflanzungen runden das Ensemble ab. Den Besuchern bietet sich so ein Ort der Ruhe und Besinnung.
Nach Abschluss der Bauarbeiten im Oktober 2016 erfolgte die feierliche Einweihung der Kriegsgräberstätte am 19. November 2016 im Beisein hochrangiger politischer Vertreter beider Länder.
Ein Hinweis für Besucher des Friedhofes:
Dem diensthabenden Wachpersonal der Kaserne ist nach Aufforderung vor Ort der gültige Reisepass vorzuzeigen.

Bilder von Podgorica

Podgorica_Anfahrt_quer_01.jpgPodgorica-Grundriss.jpgPodgorica_Montenegro_Original_Gedenkplatz.jpgPodgorica_Montenegro_Original_155687.jpgPodgorica_Original_156981.jpgPodgorica_Original_156976.jpgPodgorica_OrgRGB_152674.jpgPodgorica_Montenegro_Original_Kreuz.jpgPodgorica_OrgRGB_152689.jpgPodgorica_OrgRGB_152696.jpgParcelacija_01.jpg

Karte der Kriegsgräberstätten


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Landesinformation für Montenegro

Für den Bereich der beiden inzwischen eigenständigen Staaten Serbien und Montenegro liegen 15 611 Verlustmeldungen für Soldaten des Zweiten Weltkrieges vor. Die Toten ruhen in 589 Orten. Die Anzahl der Kriegsgräber aus dem Ersten Weltkrieg ist nicht bekannt. Obwohl es kein Kriegsgräberabkommen gab, konnten trotzdem 1988 auf dem Belgrader Friedhof Banovo Brdo an dem #q#Mackensen-Denkmal#q# aus dem Ersten Weltkrieg Tafeln mit den Namen von 974 im Zweiten Weltkrieg in Belgrad gefallenen deutschen Soldaten angebracht werden. In Podgorica wurden 2007 die Gebeine von Soldaten bei Straßenbauarbeiten geborgen und auf den deutschen Soldatenfriedhof Split (Kroatien) überführt. Während seines Besuches in Montenegro hat Außenminister Guido Westerwelle am 9. August 2011 das deutsch-montenegrinische Kriegsgräberabkommen unterzeichnet. Es trat am 30.11.2012 in Kraft. Damit ist die rechtliche Grundlage für die Arbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch in diesem Balkanstaat geschaffen. Nach den Unterlagen des Volksbundes sind während des Zweiten Weltkrieges etwa 2 000 deutsche Soldaten in Montenegro ums Leben gekommen und an 200 verschiedenen Orten begraben. Wie viele davon noch zu bergen sind, ist zurzeit ungewiss. Bereits während der Verhandlungen um das Abkommen hat die Regierung in Podgorica dem Volksbund ein geeignetes Gelände für die Errichtung einer Kriegsgräberstätte zugesichert. 2016 begann der Volksbund in Podgorica mit den Bauarbeiten. Am 19. November 2016 konnte die Anlage eingeweiht werden.

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