Pressemitteilung
Krieg - Jugend – Fußball – Gedenken
Spurensuchen und Fußballspielen: Jugendliche aus Kassel fahren nach Fricourt/Frankreich
20. April 2018

Was verbindet Jugendliche mit den Toten des Ersten Weltkrieges? Vielleicht das Alter, denn es waren vorrangig junge Männer, die im Ersten Weltkrieg starben. Viele zogen voller Euphorie im Sommer 1914 von den Schulbänken auf die Schlachtfelder.

Was haben die Schülerinnen und Schüler des Friedrichsgymnasiums in Kassel, der Gesamtschule Berger Feld und junge Nachwuchs-Fußballspieler aus Deutschland, England und Frankreich damit zu tun? Was verbindet sie mit den Toten des Ersten Weltkriegs?

Das Alter? Die Nationalität? Die Leidenschaft für Fußball? Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge macht sich gemeinsam mit mehreren Projektpartnern auf den Weg, um dies herauszufinden.

Zum Hintergrund: Inzwischen sind sie legendär – die Fußballspiele von deutschen, französischen und englischen Soldaten an Weihnachten 1914. Tatsache war, dass Soldaten der verfeindeten Armeen erst nebeneinander, dann miteinander Weihnachtslieder sangen, später feierten, Geschenke austauschten, sich teilweise verbrüderten und im Niemandsland Fußball spielten. Weihnachten auf dem Schlachtfeld – dabei hatte man den Soldaten versprochen, sie wären Weihnachten wieder zuhause. Das war eine von vielen Lügen. Das erste, das im Krieg stirbt, ist die Wahrheit. In den vier Jahren des Ersten Weltkrieges verloren über 10 Millionen junge Menschen ihr Leben.

Die Geschichte über die Versuche junger Männer, mitten im Wahnsinn des Krieges so etwas wie Normalität oder eine Spur von (Weihnachts)Frieden zu erleben, war Anlass eines gemeinsamen Gedenkens dreier Projektpartner.

Hertha BSC, FC Liverpool und der Volksbund gedachten gemeinsam mit Spielern der Jugendmannschaften 2016 dem 100. Jahrestag der Schlacht an der Somme. Daraus entwickelte sich neben einer gemeinsamen Erkundungsreise auch ein Rechercheprojekt: Mitarbeitende des Volksbundes recherchierten die Biografien gefallener Hertha-Spieler.

Nun wird das erfolgreiche Gedenkprojekt mit einer Reise weiter fortgesetzt. Vom 20. bis 22. April fahren Schülerinnen und Schüler des Kasseler Friedrichsgymnasiums, der Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen, Jugendspieler von Hertha BSC, Schalke 04, FC Liverpool und weitere Vereine der Premier League nach Fricourt.

Sie werden gemeinsam mit Spielern französischer Clubs Kriegsgräberstätten besuchen, auf denen gefallene Spieler der beteiligen Vereine ruhen. Das Jagdgeschwader Richthofen plant die Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen anlässlich des 100. Todestages seines Namensgebers, die Royal Air Force begeht den 100. Gründungstag und wird ebenfalls an Gedenkveranstaltungen teilnehmen.

Doch eine Kernfrage bleibt: Wie gedenken Jugendliche – 100 Jahre später? Die Schülerinnen und Schüler haben Biografien von Gefallenen recherchiert - ehemalige Schüler ihrer Schulen ebenso wie von gefallenen Fußballspielern. Sie werden Jugendlichen aus ehemals verfeindeten Ländern begegnen und in Eigenregie Feiern organisieren. Aber natürlich werden sie auch Fußballspielen – im Gedenken an die Fußballspiele an Weihnachten 1914.

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