Abschied von einem guten Kameraden

Zum Tode von Jewgenij Anatoljewitsch Piljaew

10. Januar 2018

Jewgenij Anatoljewitsch Piljaew war Generaldirektor des russischen Verbandes Soldatengedenkstätten – und damit einer der wichtigsten Ansprechpartner des Volksbund-Umbettungsdienstes in Russland. Am 1. Januar 2018 ist Jewgenij Piljaew im Alter von 77 Jahren verstorben. (Fotos: www.voenni-memorialy.ru)

Jewgenij Anatoljewitsch Piljaew war ein besonderer, ein liebenswerter Mensch mit großen Engagement für Frieden und Versöhnung. Durch seine Arbeit als Generaldirektor des russischen Verbandes Soldatengedenkstätten (Assoziation Wojennyje Memorialy) war er einer der wichtigsten Ansprechpartner des Volksbund-Umbettungsdienstes in der Russischen Föderation. Ohne ihn wären bis heute unzählige Schicksale von vermissten Kriegstoten im Verborgenen geblieben. Am 1. Januar 2018 ist Jewgenij Piljaew im Alter von 77 Jahren nun von uns gegangen.

Bei der Trauerfeier am 4. Januar diesen Jahres waren sämtliche Mitarbeiter des Moskauer Volksbund-Büros anwesend, um ihrem Weggefährten und seiner Familie die letzte Ehre zu erweisen. Jewgenij Anatoljewitsch Piljaew hinterlässt seine Ehefrau, Kinder sowie Enkelkinder – und zudem eine großartige Arbeit, die auch künftig in seinem Sinne von Frieden und Versöhnung fortgeführt wird.

In seinem letzten Lebensjahr erfuhr der gebürtige Moskauer, der an der Technischen Universität Baumann in Moskau studiert hatte und später erfolgreich für das Marxistisch-Leninistische Institut sowie für das Bezirkskomitee Krasnogwardejsk arbeitete, gewissermaßen den feierlichen Abschluss seines beruflichen Lebenswerkes: Denn im Jahr 2017 blickte der Volksbund gemeinsam mit seinen russischen Partnern auf das Geleistete zurück. Das 25-jährige Bestehen des deutsch-russischen Kriegsgräberabkommens war eine wichtige Wegmarke, die in der Praxis bewiesen hat, wie gut auch einstmals verfeindete Nationen friedlich zusammenarbeiten können.

Persönliches Engagement und selbstloser Einsatz

In dem offiziellen Kondolenzschreiben des Volksbundes heißt es dazu: „In all den Jahren unserer fruchtbaren und erfolgreichen Zusammenarbeit war Jewgenij Anatoljewitsch immer ein zuverlässiger Freund und Partner des Volksbundes. Sein ganz persönliches Engagement und selbstloser Einsatz bei der Realisierung der Bestimmungen des deutsch-russischen Kriegsgräberabkommens hat wesentlich zur Verbesserung und Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen unseren Staaten und Völkern beigetragen. Unvergessen in unserer Erinnerung bleibt sein Wirken, seine unersetzliche Hilfe und Unterstützung z. B. bei der Einrichtung deutscher Sammelfriedhöfe in Kursk-Besedino, Apscheronsk, Sebesch und Duchowschtschina – um hier nur einige Beispiele anzuführen.“

Für diese versöhnende Menschlichkeit ist Jewgenij Anatoljewitsch Piljaew stets ein gutes Vorbild gewesen. Die Inhalte eines solchen Kriegsgräberabkommens sind so lange bloße Willensbekundungen, bis sie schließlich beherzt in die Tat umgesetzt werden. Ein solcher Mensch der Tat war auch Jewgenij Anatoljewitsch. Er wird uns allen fehlen. Die Erinnerung an ihn als Kollegen, Freund und guten Kameraden verweilt in unseren Herzen. Unsere Gedanken und Wünsche gelten seinen Angehörigen und allen, die ihn kennen und schätzen gelernt haben.