An Kriegsgräbern lernen Jugendliche für den Frieden

Eine internationale Jugendbegegnung in Gotha

28. Juli 2017

Teilnehmer des Workcamps in Gotha. (Foto: Volksbund)

Das ist kein Widerspruch, sondern Praxis der Jugendarbeit des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Vom 8. bis 22. August begegnen sich etwa 30 junge Leute aus acht europäischen Ländern in einem Workcamp in Gotha.

Schwerpunktthemen sind - neben Pflegearbeiten auf den Kriegsgräberstätten in Gotha - Tagesseminare in der Gedenkstätte Buchenwald, ein Besuch auf der Wartburg, Workshops zu "Flucht und Migration im 20. Jahrhundert" und "Krieg und Menschenrechte" sowie Projekte zur "Aktion Rote Hand", die sich gegen den Einsatz von Kindersoldaten weltweit richtet.

Einzigartige Chance, Geschichte nachzuvollziehen

Ausrichter dieses Workcamps sind der Landesverband Thüringen und das Kompetenzcenter Internationale Jugendbegegnungen der Bundesgeschäftsstelle des Volksbundes in Kassel. Das Workcamp findet zum 22. Mal in Gotha statt. Das Besondere daran ist, dass Jugendliche Geschichte auf einzigartige Weise nachvollziehen. Sie arbeiten daran, dass die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft nicht vergessen werden und sorgen bei der Begegnung mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern dafür, dass Europa friedlich zusammenwächst. Dies geschieht bei den emotional fordernden Themen, aber auch bei den Begegnungen der Jugendlichen untereinander.

43 Workcamps in ganz Europa

So engagieren sich auch in diesem Jahr wieder junge Menschen aus ganz Europa im Rahmen von Jugendbegegnungen und Workcamps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. für Frieden und Völkerverständigung. Jugendliche zwischen 12 und 26 Jahren lernen in den Projekten nicht nur Land und Leute kennen, sondern helfen auch bei der Pflege von Kriegsgräber- und Gedenkstätten und setzen sich mit der europäischen Geschichte auseinander. 43 Jugendbegegnungen und Workcamps werden 2017 in ganz Europa vom Volksbund durchgeführt. Dazu kommen die speziellen Angebote für Schulklassen und Gruppen in den Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten (JBS), die der Volksbund in Frankreich (Niederbronn-les-Bains), den Niederlanden (Ysselsteyn), Belgien (Lommel) und Deutschland (Golm/Insel Usedom) betreibt.

Henrik Hug / Diane Tempel-Bornett