Das Schicksal der Kriegsgefangenen

Tagung im Deutsch-Russischen Museum

4. Mai 2017

Das Foto zeigt eine Kolonne deutscher Kriegsgefangener bei Königsberg im April 1945. (Foto: Boris Wdowenko)

Wie erging es deutschen und sowjetischen Kriegsgefangenen während und nach dem Zweiten Weltkrieg? Wie lebten und starben sie – und wie kann all das aufgearbeitet werden, um die Grundlage für Versöhnung und eine friedlichere Zukunft zu legen? Mit diesen wichtigen Fragen beschäftigt sich eine wissenschaftliche Tagung am 13./14. Juni im Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst. 

Das Schicksal der Kriegsgefangenen der deutsch-sowjetischen Front hat tiefe Spuren in den Nachkriegsgesellschaften hinterlassen. Die öffentliche Wahrnehmung der Realität hinter Stacheldraht blieb jedoch unscharf, der Umgang mit dieser Vergangenheit konfliktgeladen. Die wissenschaftliche Aufarbeitung setzte spät ein und wurde vor allem durch den erschwerten Zugang zu den relevanten Unterlagen erschwert. So überrascht es nicht, dass bis heute etwa die Gesamtzahlen von sowjetischen bzw. deutschen Gefangenen nur geschätzt werden können und zahlreiche Einzelschicksale im Dunkeln liegen.

Das vom Auswärtigen Amt geförderte deutsch-russische Kooperationsprojekt „Sowjetische und deutsche Kriegsgefangene und Internierte“ setzt sich zum Ziel, mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung die individuellen Schicksale der Gefangenen zu klären und das Gesamtphänomen sowjetischer und deutscher Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg wissenschaftlich neu zu vermessen. Zugleich soll so auch dem für eine gesellschaftliche Versöhnung notwendigen Gedenken an diese Opfergruppen neue Grundlagen und Anstöße verliehen werden.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, das Deutsche Historische Institut, Moskau, das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst und das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschungen in Verbindung mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz veranstalten in diesem Rahmen eine Tagung, die aktuelle Forschungsfragen und -themen beleuchten und zugleich den wissenschaftlichen, öffentlichen und politischen Umgang mit der Geschichte diskutieren will. Sie findet am 13. und 14.6.2017 in Berlin-Karlshorst statt. Das Konferenzprogramm finden Sie hier

Anmeldungen bis zum 26. Mai 2017 per Email an: heike.winkel(at)volksbund.de.