Die Toten im Wald von Bikernieki

75. Jahrestage der Rigaer Deportationen

4. Juli 2017

Anlässlich des 75. Jahrestages der Rigaer Deportationen besuchen die Teilnehmenden des Riga Komitees auch die Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge in der lettischen Hauptstadt. (Fotos: Diane Tempel-Bornett)

Der Wald von Riga-Bikernieki ist ein bedrückender Ort der Erinnerung: Hier wurden bis zum Winter 1942 über 25 000 deportierte Jüdinnen und Juden aus dem Deutschen Reich grausam ermordet. Zuvor hatten Polizei- und SS-Angehörige die etwa 26 500 lettisch-jüdischen Bewohner des Rigaer Ghettos am so genannten „Blutsonntag“ im Wald von Rumbula ebenfalls erschossen – „um neuen Platz zu schaffen“. An diese grausamen Gräueltaten erinnert der Volksbund gemeinsam mit dem im Jahr 2000 gegründeten Riga-Komitee.

Der 4. Juli ist der lettische Holocaust-Gedenktag. Anlässlich des 75. Jahrestages dieser schrecklichen Ereignisse kommen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter etlicher deutscher Städte und Organisationen an diesem Tag im Wald von Bikernieki zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung zusammen.

Das Foto zeigt Mitglieder des Riga Komitees beim Besuch des alten jüdischen Friedhofes.

Es ist eine besondere, gemeinsam mit dem lettischen Brüderfriedhöfekomitee realisierte Anlage, die durch die großen Felder von eng aneinander stehenden Granitsteinen geprägt ist. Sie symbolisieren die eng zusammengekauerten Menschen, die Juden, Sinti und Roma. Dazwischen stehen auf polierten Granitstelen die Namen der Städte, aus denen die Menschen deportiert wurden: Berlin, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Hamburg Hannover ... und viele mehr. Es ist eine lange Liste. Inzwischen gehören dem vom Volksbund mitbegründeten Riga-Komitee 55 Städte an.

Band der Erinnerung und Begegnung

Im Wald von Bikernieki wird auf unterschiedliche Weise gedacht. Dort sind auch viele junge Menschen – aus Lettland und aus Deutschland. Denn viele Jugendgruppen des Volksbundes besuchen diese beeindruckende Gedenkstätte und helfen bei kleineren Pflegearbeiten. Mit dieser Pflege der Anlage durch lettische und deutsche Jugendliche wird ein lebendiges Band der Erinnerung und der Begegnung zwischen Riga und den deutschen Städten geknüpft, von denen damals die Sammeltransporte ausgingen.

Maurice Bonkat

Der ehemalige jüdische Friedhof in Riga ist ein wichtiger Gedenk- und Erinnerungsort.

Demonstration für das Leben

 

Ort mit historischer Bedeutung: Auf dem "Blechplatz" fanden die ersten Selektionen statt.

Das Foto zeigt die gemeinsame Kranzniederlegung durch lettische Repräsentanten und Vertreter des Riga Komitees.

An dem gemeinsamen Gedenken nimmt auch eine deutsch-österreichisch-lettische Jugendgruppe teil

Das Foto zeigt eine der Gedenktafeln der Gedenkstätte Riga-Bikernieki.

 

Das Tor der KZ Gedenkstätte Salaspiel

An dieser Stelle symbolisiert ein Metronom den menschlichen Herzschlag.

Dieser Erinnerungsort wurde speziell für das Gedenken an die ermordeten Kinder geschaffen.

Im Wald von Rumbula stellen Mitglieder des Riga Komitees Gedenkkerzen für die Opfer auf.