Dr. Rudolf Seiters nimmt an Einbettung von 80 deutschen Gefallenen in Halbe teil

Der Bundesminister a. D. und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes spricht auf Deutschlands größter Kriegsgräberstätte

10. Oktober 2017 Christoph Blase

DRK-Präsident Seiters spricht in Halbe (Fotos: Ch. Blase)

Zum ersten Mal war Dr. Rudolf Seiters, Bundesminister a. D. und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, nach Halbe kommen und hat die Gedenkrede an den offenen Gräbern gehalten. Auf der würdigen Veranstaltung gedachte Seiters auch des 70. Jahrestags des Beginns des Wirkens von Pfarrer Ernst Teichmann in Halbe. „Dieser Jahrestag auf einer der größten Kriegsgräberstätten in Deutschland und Ihr zahlreiches Erscheinen zeigen einmal mehr, wie lebendig die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg immer noch ist. 72 Jahre nach dessen Ende sind seine Wunden immer noch spürbar. Unermesslich war das Leid, das Deutschlands Vernichtungskrieg über die Völker gebracht hat. Zu diesem Leid gehörte auch die Ungewissheit über den Verbleib von nahen Familienangehörigen, die in den Nachkriegsgesellschaften aller Länder, die vom Zweiten Weltkrieg betroffen gewesen sind, zur Alltagserfahrung gehörte“, sagte der DRK-Präsident. „Ungewissheit über den Verbleib eines geliebten Menschen ist genauso schwer zu ertragen wie physisches Leid.“ Diese grundlegende Erkenntnis, die 1948 auf der 17. Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Konferenz in Stockholm formuliert worden ist, vermittelt eine Ahnung davon, welche Bedeutung die Klärung der Schicksale vermisster Angehöriger für die betroffenen Menschen hat, denn die Ungewissheit ist unerträglich und quälend. Diese Erkenntnis habe an Gültigkeit und Aktualität bis heute nichts eingebüßt. Und hier hätten der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes einen gemeinsamen Auftrag zu erfüllen, so Seiters weiter. Es sei eine äußerst schwierige und sensible, aber ungeheuer wichtige humanitäre Aufgabe. „Denn erst dann – wenn die vermissenden Angehörigen abschließend Gewissheit über das Schicksal ihrer Lieben erlangen - sind sie in der Lage, ihren schmerzlichen Verlust zu bewältigen“, sagte Rudolf Seiters.

Mit der Einbettung von 80 gefallenen deutschen Soldaten durch den Volksbund auf dem Waldfriedhof Halbe wird der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. „Das Wirken des Deutschen Roten Kreuzes im Zusammenhang mit der Identifizierung deutscher Kriegstoter war und ist ein fester Bestandteil der humanitären Aufarbeitung unserer Geschichte. Dieser Arbeit gehen der Volksbund und das Deutsche Rote Kreuz seit fast 100 Jahren gemeinsam nach. Millionen Menschen fanden durch beide Institutionen Gewissheit über das Schicksal vermisster Angehöriger. Mit der Rede des Präsidenten einer solchen wichtigen Partnerorganisation und an einem solchen Ort würdigt auch das Wirken unserer zahllosen ehemaligen ehren- und hauptamtlich tätigen Mitarbeiter, die als sog. Kriegs- und Nachkriegsgeneration die Not der Menschen zu lindern versuchten. Mögen wir deren Arbeit respektieren und auch als Auftrag, weiter für den Frieden zu wirken, verstehen“, sagt Oliver Breithaupt vom Volksbund in Brandenburg.

Die Einbettung der im Großraum Halbe geborgenen Gefallenen fand mit der Unterstützung von Bundeswehrsoldaten des Logistikbataillons 172 aus Beelitz, des Informationstechnikbataillons 381 aus Storkow und des Schweren Pionierbataillons 901 aus Havelberg statt. „Ich wünschte, es hätte diese Kämpfe nie gegeben, wir müssten heute hier nicht stehen. Aber all dies ist hypothetisch. Unsere Geschichte ist so, wie sie ist und es ist unsere Pflicht, uns dieser zu stellen“, sagte Oberst Olaf Detlefsen, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg. Er erinnerte daran, dass auch die heutige Einbettung in Würde nur möglich gewesen sei, weil viele sich engagieren. Dazu gehören der Männerchor Einigkeit aus Finsterwalde ebenso wie die Bläsergruppe Friedrich Schönfeld aus Löpten, die Verwaltungen des Landkreises Dahme-Spreewald, des Amtes Schenkenländchen und der Gemeinde Halbe sowie nicht zuletzt den Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Schiller-Gymnasium aus Königs Wusterhausen.

Landtagspräsidentin Britta Stark legte ebenso einen Kranz nieder, wie der Berliner Landesvorsitzende Dr. Fritz Felgentreu MdB und Brigadegeneral Uwe Nerger für den Inspekteur des Heeres. Viele Landräte und Bürgermeister nicht nur aus der Region, waren nach Halbe gekommen, um den Gefallenen die letzte Ehre zu erweisen. Das Totengedenken sprach der Landesvorsitzende Gunther Fritsch, den Segen Superintendentin Katharina Furian aus dem Kirchenkreis Zossen-Fläming.

Den TV-Beitrag auf "rbb aktuell" können Sie sich hier ansehen.

Einbettung in Halbe Otober 2017

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