Ehrenmitglied Roman Herzog verstorben

Volksbund betrauert Tod des ehemaligen Schirmherren

11. Januar 2017

Das Foto zeigt den verstorbenen Bundespräsidenten und ehemaligen Volksbund-Schirmherren Roman Herzog anlässlich seiner Rede zum Volkstrauertag in Berlin. (Foto: Volksbund-Archiv)

Vielen Menschen ist der Bundespräsident Roman Herzog vor allem durch seine berühmte „Ruck-Rede“ des Jahres 1997 in guter Erinnerung geblieben. In seiner Amtszeit von 1994 bis 1999 war er zugleich Schirmherr des Volksbundes und später dessen langjähriges Ehrenmitglied. Am 10. Januar 2017 ist er nun im Alter von 82 Jahren verstorben. Der Volksbund nimmt Abschied von einem großen Staatsmann, Politiker und Menschenfreund.

Der am 5. April 1934 in Landshut geborene Roman Herzog hatte seine berufliche Karriere zunächst als Professor an der Freien Universität Berlin begonnen, bevor er für die baden-württembergische CDU als Kultus- und später als Innenminister fungierte. Von 1983 bis 1994 war er Richter beim Bundesverfassungsgericht, ab 1987 dessen Präsident. Von 1994 bis 1999 bekleidete er das Amt des deutschen Bundespräsidenten.

Nur wenig später übernahm er auch die Schirmherrschaft über den Volksbund und weihte in dieser Funktion unter anderem die im Jahr 1998 neu geschaffene deutsche Kriegsgräberstätte im ukrainischen Charkiv/Charkow ein. Der nunmehr jährlich stattfindende Holocaust-Gedenktag am 27. Januar geht ebenfalls auf seine Initiative zurück. Weiterhin engagierte sich Herzog für seinen christlichen Glauben und gehörte zwischen 1973 und 1991 der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

Bei all diesen Staats- und Ehrenämtern zeichnete sich die Person Roman Herzogs vor allem durch seine Fähigkeit aus, auf die Menschen zugehen zu können und ihnen mit den richtigen Worten wichtige Denkanstöße zu bieten. In diesem Sinne ist auch das folgende Zitat Herzogs zu verstehen, das aus seiner Rede anlässlich des Tages der Heimat in Berlin aus dem Jahr 1996 stammt: „Wo sich nicht Völker und Staaten, sondern einzelne Menschen persönlich gegenüberstehen, und wo man sich nicht in abstrakten Austausch von Rechtspositionen erschöpft, weder auf der einen noch auf der anderen Seite, da wachsen wechselseitiges Verständnis und menschlicher Respekt. Nicht übereinander sprechen ist das Richtige, sondern miteinander!“

Maurice Bonkat