Friederike stört Totenruhe auf Friedhof

Sturmschäden im niederländischen Ysselsteyn

25. Januar 2018

Sturmtief Friederike hat mit ihren orkanartigen Böen große Schäden auf der deutschen Kriegsgräberstätte im niederländischen Ysselsteyn sowie im belgischen Lommel verursacht. (Alle Fotos: Karl-Heinz Voigt)

Friederike – dieser schöne Mädchenname setzt sich aus den althochdeutschen Begriffen für Friede und reich zusammen. Doch das gleichnamige Sturmtief, das ab dem 16. Januar vom Nordatlantik bis nach Polen zog, wurde dieser wohlklingenden Bezeichnung keineswegs gerecht – im Gegenteil: Es war der stärkste Sturm seit dem Orkan Kyrill vor nunmehr elf Jahren. Er kostete mehrere Menschenleben und verursachte in zahlreichen  Ländern Millionenschäden. So traf es auch die deutsche Kriegsgräberstätte im niederländischen Ysselsteyn. Dort stürzten einige große Bäume auf die Gräber verstorbener Weltkriegssoldaten. Ein Schadensbericht.

Etwa 32.000 Kriegstote haben auf dem 28 Hektar großen Gelände in der Heide- und Moorlandschaft De Peel in der Provinz Limburg ihre letzte Ruhestätte bekommen. Doch einige ihrer Grabsteine sind nun beschädigt, andere komplett zerstört. Eines dieser Natursteinkreuze wurde von einem umgestürzten Baumstamm sogar bis zur Hälfte in die Erde – und damit in das darunter liegende Grab getrieben. Ein schreckliches Bild. Daraufhin wurde der Friedhof zumindest teilweise gesperrt, um die Besucher dieser Kriegsgräberstätte vor weiterhin herabfallenden Ästen zu schützen.

 

40 Grabkreuze beschädigt oder zerstört 

„Insgesamt sind 18 etwa 60 Jahre alte Kiefern bei dem Unwetter umgestürzt. Zehn weitere Bäume mussten wir selbst fällen, da diese so gelockert waren, dass sie über kurz oder lang ebenfalls umgestürzt wären. Zusätzlich sind knapp vierzig Grabkreuze sowie eine Friedhofseinfriedung teilweise oder komplett zerstört worden. Wir haben hier gerade eine Menge zu tun“, sagte Pflegebereichsleiter Karl-Heinz Voigt. Der erfahrene Volksbund-Mitarbeiter ist neben der Kriegsgräberstätte Ysselsteyn zugleich für den deutschen Friedhof im belgischen Lommel verantwortlich. Auch dort gab es erhebliche Schäden, vor allem in den Baumkronen. Die Zerstörungen durch Friederike fielen dort aber vergleichsweise gering aus.

 

„Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich allein in Ysselsteyn dennoch schätzungsweise auf mehrere zehntausend Euro, wenn man die folgenden Aufräumarbeiten mit einbezieht. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir aber das gesamte Bruchholz und auch die verbliebenen Baumstümpfe mittels einer Stubbenfräse entfernt haben“, führte Karl-Heinz Voigt weiter aus. 

Für die Besucher besteht aktuell aber keine Gefahr mehr, zumal die gefährdeten Bereiche inzwischen größtenteils bearbeitet wurden und auch weiterhin teilgesperrt bleiben, bis wirklich alle Schäden restlos beseitigt sind. Die übrigen Bereiche der weiträumigen Anlage sind aber heute schon wieder frei zugänglich. Der Volksbund hofft nun, dass sich einige Förderer finden, die sich an den Kosten zur Wiederherstellung der Kriegsgräberstätte beteiligen möchten. So können Sie helfen.

Maurice Bonkat