Friedhofstor in Nazareth gestohlen

Kriegsgräberstätte des Ersten Weltkrieges in Israel

30. August 2017

Die deutsche Kriegsgräberstätte im israelischen Nazareth. Links und rechts sieht man die Gedenktafeln für die Verstorbenen, ganz am Ende des Ganges eines der Bronzetore dieses besonderen Gedenkortes. (Foto: Daniela Lehmann)

Nazareth gilt als der Geburtsort von Jesus Christus. Zugleich befindet sich dort auch eine deutsche Kriegsgräberstätte des Ersten Weltkrieges, die von Dr.  Norbert Schwake für den Volksbund betreut wird. Von ihm kam nun auch die aktuelle Meldung, dass von diesem so besonderen Gedenkort das bronzegeschmiedete Eingangstor gestohlen wurde.

Der ehrenamtliche Mitarbeiter hatte zuvor einen kurzen Wochenurlaub angetreten, nach seiner Rückkehr den Diebstahl des Tores entdeckt und auch bei der Polizei gemeldet. Nun überlegt der Volksbund, wie dieses Tor ersetzt werden kann und gleichzeitig vor künftigen Diebstahl besser geschützt werden kann. „Momentan wird die historische Anlage durch eine provisorische Metalltür verschlossen. Den alten Zustand wieder herzustellen wird dagegen schwierig, da das Tor eine spezielle Konstruktion der Firma Bergmeister war und nur unter großen Kosten reproduziert werden kann. Daher denken wir auch über andere Lösungen nach, damit es nicht zu einem neuerlichen Diebstahl oder Vandalismus kommt. Eine Idee wäre der Einbau einer speziellen Sicherheitstür, die das Gelände funktionell schützt aber eben aus nicht so wertvollen Materialien besteht, dass sich ein Diebstahl lohnen würde“, sagt Baureferatsleiterin Daniela Lehmann.

Der Volksbund kennt solche Probleme. Leider. In der Vergangenheit wurden auf verschiedenen Friedhöfen in unterschiedlichsten Ländern sogar schon Grabkreuze geraubt, die Wasserrinnen von den Dächern gerissen oder gleich meterweise Kabel und Zäune entfernt. Der Volksbund bemüht sich nach Kräften, dem durch verstärkte Kontrollen entgegen zu wirken, was aber in Anbetracht der Vielzahl der Anlagen nicht immer und überall gelingen kann.

Daniela Lehmann und Maurice Bonkat

 

Vorher/nachher-Bild: Oben (Foto: Dr. Norbert Schwake) sieht man den Originalzustand der deutschen Kriegsgräberstätte Nazareth mit dem bronzenen Eingangstor. Unten (Foto: Daniela Lehmann) ist das aktuelle Provisorium mit der Metalltür abgebildet.

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