Fußball für den Frieden!?

Benefizspiel in Wembley: Deutschland – England

7. November 2017

So wie das Vergissmeinnicht des Volksbundes erinnert auch das britische Poppy an das Leid der Soldaten in den Weltkriegen. Beim Fußballspiel in Wembley am Freitagabend wird dieses Symbol auf den Armbinden der Spieler zu sehen sein. (Foto: Hauke Homeier)

Deutschland gegen England – dies ist unter Fußball-Freunden einer der großen Klassiker. Selbst zu Zeiten des Ersten Weltkrieges, als sich beide Nationen feindlich in den Schützengräben gegenüberstanden, kam es dazu, dass der Krieg zumindest kurzzeitig für ein gemeinsames Fußballspiel, dem christmas truce unterbrochen wurde. Beim aktuellen Spiel der deutschen Nationalmannschaft in Wembley am Freitagabend (live im ZDF ab 21 Uhr) wollen die Teams mit dem Tragen des roten Poppy daran erinnern. Die stilisierte Mohnblume steht symbolisch für das Leiden der Soldaten in den Weltkriegen.

Im Vorfeld des Remembrance Days am Sonntag wird die Aktion der Sportler besonders im Mutterland des Fußballs sehr positiv aufgenommen. Der Präsident des britischen Fußballverbandes (FA) lobte dieses Engagement beider Seiten als wichtiges „Zeichen der Solidarität“. Auch DFB-Präsident Reinhard Grindel fand lobende Worte: „Die rote Mohnblume steht für die Werte, die während beider Weltkriege mit Stiefeln getreten wurden, die wir aber heute im Fußball hochhalten wollen: Respekt, Toleranz und Menschlichkeit." 

Zugleich gibt es unter vielen Fußball-Fans aber auch Vorbehalte. Sie wollen die Politik grundsätzlich vom Sport getrennt sehen. In diesem speziellen Fall dürfte das aber vor allem mit Blick auf das historische Ereignis des oben beschrieben christmas truce anders sein. Denn eigentlich müsste es ja heißen, dass Deutschland und England gemeinsam ein Fußballspiel bestreiten. Und so ist es ja auch. Zudem spielen beide Teams gemeinsam für den guten Zweck: Teile des Erlöses des Fußball-Klassikers gehen an den Volksbund für seine internationale Friedensarbeit abseits des runden Leders.

Maurice Bonkat