Parlamentarier beraten Volksbund

Treffen des Parlamentarischen Rings

23. März 2017

Im Gespräch über die Zukunft der Deutschen Kriegsgräberfürsorge: Der amtierende Volksbund-Präsident Wolfgang Schneiderhan und Kanzleramtsminister Peter Altmaier. (Foto: Dennis Beismann)

Die Arbeit des Volksbundes ist im Deutschen Bundestag ein Thema. Das zeigt sich nicht nur bei der finanziellen Unterstützung, die für 2017 sogar um drei Millionen Euro erhöht wurde.

Über 20 Anmeldungen von Bundestagsabgeordneten aus vier Fraktionen erhielt der Volksbund für seinen Parlamentarischen Abend am 21. März in der Landesvertretung NRW. Gastgeber Thomas Kutschaty, Justizminister NRW und Landesvorsitzender, begrüßte unter den Gästen gleich drei amtierende und ehemalige Minister. Kanzleramtsminister Peter Altmaier, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und Bundesverteidigungsminister a. D. Franz Josef Jung bekräftigten die Bedeutung der Arbeit des Volksbundes. Sie nannten wichtige Eckpunkte: Deutschland muss sich im kommenden „Gedenkjahr“ zum Ende des Ersten Weltkrieges viel deutlicher positionieren als früher. Wir brauchen Antworten, Antworten auf die zunehmende Gewaltbereitschaft, auf die populistischen Vereinfachungen und die Frage „Was wird mit Europa“! 

Für den Volksbund erklärte Wolfgang Schneiderhan: „Genau deshalb verfolgen wir friedenspädagogische Ziele. Das vermitteln wir mit unserer Bildungs- und Jugendarbeit. Sie finden dafür keinen besseren Lernort als unsere Kriegsgräberstätten mit ihren schier nirgendwo endenden Grabfeldern.“

 

In der lebhaften Diskussion, an der sich auch zwei Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirates des Volksbundes beteiligten, gab es viele nützliche Anregungen. Der Volksbund sollte noch stärker für eine Digitalisierung der Information auf Friedhöfen sorgen. Er sollte stärker Einzelschicksale vorstellen, damit die Menschen sehen, was Krieg für uns alle bedeutet.

Wolfgang Schneiderhan stellte das Jahresthema 2017 des Volksbundes vor: Krieg und Menschenrechte: "Ich glaube, kaum ein Thema könnte aktueller sein. Recht auf körperliche Unversehrtheit, Pressefreiheit, Asyl sind nur ein paar Stichwörter. Wir als Volksbund treten für die Menschenrechte ein, indem wir klarmachen, dass sie eine Erinnerung an historisches Unrecht und an die Erfahrungen kollektiver Gewalt sind. Die Voraussetzung ist natürlich, dass wir selbst der historischen Auseinandersetzung nicht ausweichen. Deshalb haben wir uns mit dem nach langen Diskussionen verabschiedeten Leitbild sowie der Göttinger Erklärung von 2016 deutlich erklärt. Und dazu stehen wir auch – ungeachtet dessen, dass einzelne immer noch und immer wieder an der Legende arbeiten, der Volksbund wäre hier nicht eindeutig positioniert.

Gestatten Sie mir, an dieser Stelle kurz das Kernziel zu zitieren, das sich der Volksbund für die Umsetzung in den nächsten Jahren gesetzt hat:

„Der Volksbund als anerkannter und moderner Akteur der Erinnerungs- und Gedenkkultur sichert durch Fürsorge für die Gräber und Angehörigenbetreuung sowie durch Gedenk- und Bildungsarbeit die Erinnerung an die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaft, begreift ihren Tod als Auftrag zu Friedens- und Versöhnungsarbeit und leistet so seinen Beitrag zur Förderung des europäischen Gedankens.“

Schneiderhan, der neben anderen Themen auch die finanzielle Situation des Volksbundes und dessen sichtbare Rolle im internationalen politischen Dialog um Erinnerung und Versöhnung berührte, dankte den Parlamentariern herzlich für ihre Unterstützung.

Ein wichtiger Abend ging um 21.00 Uhr zu Ende.

Daniela Schily