Volksbund erinnert an Kriegsgefangene

Weiterer Gedenkort geschaffen

5. September 2017

Das Foto aus Nowotroizk/Russland zeigt das neue Lichtkreuz samt Pultsteinen mit den Ortsnamen ehemaliger Kriegsgefangenenlager des Zweiten Weltkrieges. (Fotos: Volksbund)

Seit annähernd einhundert Jahren kümmert sich der Volksbund um das Schicksal von Kriegstoten. Dabei wurde im Sinne eines gemeinsamen, internationalen Gedenkens viel erreicht. Heute sind die 833 Kriegsgräberstätten, die der Volksbund in 46 Ländern betreut, vor allem Mahnmale für Frieden und Versöhnung. Für die Gruppe der verstorbenen Kriegsgefangenen galt dies bisher nur in eingeschränkter Form: Häufig waren die Friedhöfe der Kriegsgefangenlager wie in der damaligen Sowjetunion nicht gesondert gekennzeichnet oder wurden später sogar eingeebnet. Zugleich gab es nur selten verlässliche Namenlisten. Nun hat der Volksbund in der russischen Stadt Nowotroizk einen weiteren Gedenkort für Kriegsgefangene geschaffen.

Die zentrale Gedenklösung für Kriegsgefangene im Gebiet Orenburg befindet sich auf einer bereits bestehenden Kriegsgräberstätte in der Stadt Nowotroizk. Dort errichtete der Volksbund ein so genanntes Lichtkreuz sowie zwei Pultsteine, auf denen in russischer und deutscher Sprache die Namen von 23 Orten verewigt sind, in denen Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges gestorben sind. Insgesamt gibt es bisher 18 solcher Gedenkorte in der Russischen Föderation, die auf das Schicksal der Kriegsgefangen in den jeweiligen Gebieten hinweisen.

 

Das Foto zeigt die bereits bestehende Friedhofsanlage in Nowotroizk/Russische Föderation. Dort schuf der Volksbund nun einen Gedenkort für die Kriegsgefangenen aus dem Gebiet Orenburg.

„Die Erinnerung an die Kriegsgefangenen ist uns wichtig. Deswegen bin ich froh, dass wir mit dieser Gedenklösung einen weiteren Beitrag dazu leisten können“, sagt Referatsleiterin Daniela Lehmann, die das Bauprojekt von Anfang an begleitet hatte. Dabei waren die Arbeiten schon aufgrund der Enge durch die bereits vorhandenen Grabanlagen des Zivilfriedhofes besonders schwierig gewesen. Der Einsatz größerer Maschinen kam nicht in Frage, stattdessen war echte Handarbeit gefragt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. In den kommenden Jahren werden elf weitere solcher Gedenklösungen auf bereits bestehenden Anlagen installiert werden.

Maurice Bonkat