Ysselsteyn feiert 30-jähriges Bestehen

Jubiläum der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte

3. Juli 2012

Zum Doppeljubiläum der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte sowie des Bundesjugendausschusses des Volksbundes kamen zahlreiche Gäste nach Ysselsteyn. Vorne von links: LV-Geschäftsführer Peter Bülter, NRW-Vorsitzender Thomas Kutschaty und Venrays Bürgermeister Hans Gillissen. (Fotos: Sylke Diedrichs und Karl-Heinz Voigt)

Vor 30 Jahren rief der Volksbund-Landesverband Nordrhein-Westfalen das „Pilotprojekt Ysselsteyn“ ins Leben. Dieses Projekt war sehr erfolgreich – und zugleich die Geburtsstunde der ersten Jugendbegegnungsstätte (JBS) des Volksbundes. Schlichte Holzhütten und Sanitärcontainer bildeten damals den eher spartanischen Unterkunftsbereich. Heute zeigt sich die nunmehr ausgebaute JBS in den Niederlanden mit gemütlichen Holzhäusern als zeitgemäße Unterkunft. Das bewährte Programm als überzeugende Grundidee blieb bis heute bestehen: Arbeit – Begegnung – Bildung – Freizeit. Eine Gruppe aus Lindlar machte nach diesen Grundsätzen schon 1982 den Anfang. Und nun jährte sich das Bestehen der JBS Ysselsteyn zum 30. Mal: ein Grund zum Feiern!

Viele Gäste und Freunde fanden am „Tag der offenen Tür“ am 30. Juni 2012 den Weg nach Ysselsteyn, darunter Hans Gillissen, Bürgermeister der Stadt Vernray, Thomas Kutschaty, Justizminister des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und Vorsitzender des Volksbund-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, Otto Fricke (MdB), Gel Flieringa, Generaldirektor der niederländischen Oorlogsgraven Stichting und Keith Stadler, Vertreter der American Battle Monuments Commission und Richard Reisinger, Mitglied des Volksbund-Bundesvorstandes.

Zudem gab es eine Neuauflage der Aktion Blumen gegen das Vergessen. Die weißen Nelkensträuße erinnern an die Unbekannten und auch an die Kindersoldaten auf der deutschen Kriegsgräberstätte in den Niederlanden. Diesem Zweck diente auch die Aktion Rote Hand als persönliche Botschaft gegen den Einsatz von Kindersoldaten. Mit ihren Unterschriften und den rot gefärbte Abdrücken ihrer Hände beteiligten sich viele Gäste sowie Mitglieder des Bundesjugendausschusses des Volksbundes. Das ehrenamtliche Gremium für Jugendfragen beging übrigens zeitgleich den 50. Jahrestag seiner Gründung. So wurde die Veranstaltung sogar zu einer doppelten Jubiläumsfeier.

Weiterhin gaben Informationsstände Auskunft zur Arbeit des Volksbundes – insbesondere zur Jugend- und Bildungsarbeit. Besonders interessant waren die Lesungen ehemaliger Kindersoldaten und Zeitzeugen. Der Volksbund stellt sich nicht nur in seiner internationalen Jugendbegegnungs- und Bildungs­arbeit „der Last der Geschichte“. Insbesondere mit dem Projekt der JBS Ysselsteyn hat er nach­haltig zur Verbesserung der deutsch-niederländischen Beziehungen im europäischen Kontext beigetragen.

Hans-Dieter Heine