Rückblick auf den Sommer: Internationales Kidscamp Pomezia in Italien

29 junge Menschen aus drei Nationen auf der Reise in die Vergangenheit und zu sich selbst

19. Oktober 2015

Gemeinsam für den Frieden - im Kidscamp Pomezia (Fotos: Facebook Volksbund LV Berlin)

Jugendliche aus drei ehemals verfeindeten Nationen kamen im „Kidscamp Pomezia“ in Italien zusammen: Deutsche, Polen und Franzosen. Das internationale Camp unter der Leitung von Jennifer Zorn vermittelte und veranschaulichte die Schrecken des Zweiten Weltkrieges vor über 70 Jahren im heutigen Urlaubsland Italien. Im Fokus standen der Zweite Weltkrieg auf italienischem Boden und insbesondere die verlustreichen Schlachten um Anzio und Monte Cassino. Wie bei jedem Camp des Volksbundes spielte auch hier der interkulturelle Austausch unter den Jugendlichen eine herausragende Rolle.

Nach einer zweitägigen Busreise mit Zwischenhalt in Innsbruck kamen die 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 12 bis 20 Jahren gemeinsam mit vier Teamerinnen und Teamern sowie Jennifer Zorn in Pomezia an. Nahe Ostia war die Gruppe auf einem Campingplatz direkt am Meer in einfachen Fünf-Bett-Bungalows untergebracht. Der Soldatenfriedhof konnte von hier aus in 30 Minuten mit dem Bus gut erreicht werden. Auch auf dem Friedhofsgelände schafften sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren eigenen Raum: Pavillons wurden auf dem Parkplatz aufgebaut und Bänke aufgestellt. In Küche und Gemeinschaftshaus des Verwaltungsgebäudes hatten sich die Jugendlichen ebenfalls schnell heimisch eingerichtet. Die elf Tage in Pomezia wurden von allen eifrig genutzt, die Bandbereite des Angebots war breit. So wurde die Historie in verschiedenen Workshops aufgearbeitet: etwa über die Rolle Italiens im Zweiten Weltkrieg, allgemein über Vorurteile und nicht zuletzt auch über die Geschichte Roms. Darüberhinaus beschäftigten sich die jungen Menschen mit der Vorbereitung der Gedenkfeier sowie der Planung des internationalen Abends und nicht zuletzt mit der Gestaltung des großen Abschlussdinners. Um sich untereinander besser zu verstehen wurden mit großem Erfolg und Vergnügen viele Kennenlern- und Kooperationsspiele absolviert. Ein Umstand blieb Teamleiterin Jennifer Zorn besonders in Erinnerung: „Die täglichen leckeren gemeinsamen Mahlzeiten – dank unserer fabelhaften Köche. Ich habe noch nie ein Camp erlebt, in dem jeden Morgen genüsslich eine Stunde gefrühstückt wurde.“

Aber auch reine Volksbundarbeit kam natürlich nicht zu kurz: An vier Tagen arbeiteten die „Kids“ unter der Leitung von Friedhofsverwalter Filippo Contino – der die Jugendgruppe auch außerhalb dieser Arbeit in allem bestens unterstützte und oft präsent war – auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Pomezia. Die Jugendlichen reinigten Kreuze mit dem Hochdruckreiniger, schnitten Hecken, zupften Unkraut und packten überall wo es notwendig war feste mit an.

Natürlich sollten die jungen Menschen nicht nur arbeiten, sondern auch Land und Leute kennenlernen. Verschiedene Tagesausflüge standen deshalb auf dem Programm: Rom an zwei Tagen, ebenso Monte Cassino. Dort besichtigten die Jugendlichen und Teamer den deutschen und polnischen Soldatenfriedhof und das im Zweiten Weltkrieg völlig zerstörte, aber wiederaufgebaute Benediktiner-Kloster. Dieser Tag – da waren sich die „Kids“ einig – war das Highlight des Camps.

An einem anderen Tag ging es nach Nettuno. Dort hatte die Gruppe eine gelungene englischsprachige Führung über den amerikanischen Soldatenfriedhof. Diese gepflegte Anlage beeindruckte die Jugendlichen sehr. Anschließend besuchten sie auch den nahegelegenen britische Soldatenfriedhof in Anzio.

Nicht zuletzt fanden eine kleine Wanderung die römische Via Appia, Italiens älteste Straße, ein internationaler Abend, bei dem die Jugendlichen jeweils ihr Heimatland vorstellen konnten, ein Erste-Hilfe-Kurs und eine von der Gruppe selbstgestaltete, berührende Gedenkfeier statt.

Auch echte Urlaubsfreuden kamen nicht zu kurz: Die Camptage endeten meist mit Baden im Sonnenuntergang oder im Mondschein. Der Erfolg des Camps in Pomezia lässt sich gut in der Formel ausdrücken: 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 4 Teamer, 1 Leiterin und 2 Köche kamen als Fremde und gingen als Freunde. Jennifer Zorn fasst zusammen: „Wir haben tolle Dinge erlebt, spannende Erfahrungen gemacht, sind an unsere Grenzen gestoßen, aber haben auch Freundschaften über Grenzen hinweg geschlossen.“

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