Lietzen: 50 Gefallenen die letzte Ruhe geben

Unter großer Teilnahme der Bevölkerung wurden im Oderland gefallene deutsche Soldaten eingebettet.

21. Oktober 2017 Christoph Blase

Graf Hardenberg übergibt dem Volksbund-Umbetter die sterblichen Überreste eines Gefallenen (Fotos: Ch. Blase)

Zum letzten Mal in diesem Jahr bettete der Volksbund Gefallene ein. Die sterblichen Überreste von 50 deutschen Soldaten fanden in Lietzen ihre letzte würdige Ruhestätte. Sie waren an unterschiedlichen Orten im Oderland geborgen worden. An dem feierlichen Akt nahmen zahlreiche Menschen teil. Der Letschiner Mädchenchor unter Leitung von Lothar Böttcher begleitete erstmals die Einbettung musikalisch.

Gebhard Graf von Hardenberg sprach die Worte des Gedenkens. In sehr persönlichen Worten erinnerte er daran, dass 72 Jahre nach Kriegsende in Brandenburg die meisten Kriegstoten geborgen würden. Schon als Kind habe ihn die Sinnlosigkeit eines solchen Todes erschüttert. Besucher der Komturei würden stets auch der Friedhof Lietzen gezeigt – als Mahnung gegen den Krieg.

Für Wolf-Dietrich Kroll war der Gang nach Lietzen ein besonders schwerer. Der heute 88-jährige ist einer der letzten lebenden Soldaten der Schlacht im Oderland. 1945 war er als 17-jähriger Fallschirmjäger bei Golzow eingesetzt. Auch einige der in Lietzen beigesetzten Gefallenen waren seine Kameraden. Er war der einzige Überlebende seiner Einheit. Tief bewegt übergab er einen der Särge an Joachim Kozlowski, den Umbetter des Volksbundes. In Lietzen wurden die Gefallenen übrigens von den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern zur letzten Ruhe gebettet. Ein starkes Zeichen für Frieden und Versöhnung zu der Landesgeschäftsführer Oliver Breithaupt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung aufrief.

Auch Pfarrer Thomas Krüger aus Neuhardenberg fand in seiner Predigt sehr persönliche Worte. So habe er vor fünf Jahren an einer Jugendfahrt in die Ukraine teilgenommen. Auch dort haben man Kriegsgräberstätten besucht und sich nicht vorstellen, dass so etwas wieder passieren könnte. Heute seien genau diese Orte wieder zum Kriegsschauplätz geworden, wie ihm ein befreundeter Pfarrer nach sechsjährigem Einsatz berichtete. Angesichts von wiedererstarkendem Nationalismus und erneuter Grenzziehung erinnerte er an das hehre Ziel des Volksbunds: "Versöhnung über Gräbern".

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