75. Jahrestag „Unternehmen Barbarossa“

Begegnungscafé auf dem Russischen Ehrenfriedhof in Bergedorf

23. Juni 2016

Schülerinnen der Stadtteilschule Bergedorf trugen Biografien der dort Bestatteten vor

Jung und Alt trafen sich gestern auf dem Russischen Ehrenfriedhof des Friedhofs in Bergedorf. Sie erinnerten gemeinsam an den 75. Jahrestag des „Unternehmen Barbarossa“: Am 22. Juni 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Es war der Auftakt zu einem Vernichtungskrieg, bei dem 27 Millionen sowjetische Bürger, mehrheitlich Zivilisten, ums Leben kamen.

Zu Beginn der Veranstaltung berichteten Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Bergedorf von drei russischen Soldaten, die auf dieser sowjetischen Kriegsgräberstätte bestattet worden sind. Mit Unterstützung ihrer Lehrerin Gerda Schmidt hatten sich die geschichtsinteressierten Jugendlichen in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Schicksal der Verstorbenen beschäftigt und kurze Biographien erarbeitet, die sie den bewegten Zuschauern vortrugen. Russische Vertreter der Kriegsgeneration drückten ihre Dankbarkeit für die Veranstaltung aus und erinnerten an die vielen Opfer des deutsch-sowjetischen Krieges, die niemals in Vergessenheit geraten dürften. Nach einer gemeinsamen Schweigeminute legten die knapp 60 Teilnehmenden Blumen an den Gräbern nieder. Im Anschluss war Zeit für Gespräche. Bei Kaffee und Brötchen tauschten sich die Jugendlichen mit den Gästen aus und interviewten die Zeitzeugen. Zu ihnen zählten russische Veteranen ebenso wie Kriegskinder, die auf Seiten der Sowjetunion den Krieg erlebt haben. Auch eine Überlebnde der Leningrader Blockade war unter den Anwesenden. Außerdem war Melanie Friedeberg zu der Veranstaltung gekommen. Sie berichtete von ihrem jüdischen Vater, der Zwangsarbeit verrichten musste, in der Berliner Rosenstraße inhaftiert war und den Aufenthalt in mehreren Konzentrationslagern überlebt hatte.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes „Kriegskinder“ statt, das von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration gefördert wird. Einen ausführlichen Bericht in der Bergedorfer Zeitung finden Se hier.

Zum Abschluss bedankten sich die Teilnehmenden für die guten Gespräche und sprachen sich für ein Fortführen des Formats im kommenden Jahr aus.

 

 

 

 

Knapp 60 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil

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