Pflegeaktion in Bergedorf

Jugendliche putzten Gräber sowjetischer Kriegstoter

27. April 2018

Alle Grabsteine wurden von den fleißigen jungen Menschen gereinigt

Am gestrigen Donnerstag, 26. April, trafen sich auf dem Friedhof Bergedorf knapp 50 Jugendliche der Stadtteilschule Bergedorf und des Charlotte-Paulsen-Gymnasiums, um die Gräber von sowjetischen Zwangsarbeiter*innen und Kriegsgefangenen aus Bergedorf zu pflegen. Eingebettet in den „Girls‘ Day“ und „Boys‘ Day“, reinigten die Jugendlichen bei Wind und Wetter nicht weniger als alle 652 vorhandenen Grabsteine und befreiten diese vom Moos, so dass sie jetzt wieder leserlich und die Inschriften erkennbar sind. Fachkundig unterstützt wurden sie dabei von Ehrenamtlichen des Volksbundes Hamburg.

Hintergrund ist das mehr als zweijährige Engagement der Schüler*innen eines Geschichtskurses aus den Stufen 8, 9 und 10 der Bergedorfer Stadtteilschule zum Thema Zwangsarbeit. Mit Unterstützung des Jugendarbeitskreises im Volksbund Hamburg und unter Leitung ihrer ehemaligen Lehrerin Gerda Schmidt initiieren sie Lesungen, Vorträge und Führungen, um an das Schicksal von Kriegsgefangenen aus der ehemaligen Sowjetunion in Bergedorf zu erinnern. Dafür wurde die Gruppe Ende Januar mit dem Bertini-Preis ausgezeichnet. Im März waren die Jugendlichen gemeinsam mit Schüler*innen des Charlotte-Paulsen-Gymnasiums in St. Petersburg, um zusammen mit russischen Jugendlichen der jeweiligen Partnerschulen zum Thema Krieg und Kriegserinnerung zu reflektieren und Zeitzeug*innen der Leningrader Blockade zu befragen. Ihre Berichte zu der Fahrt sind auf dem Jugendblog des Volksbundes Hamburg zu lesen.

Der gestrige Pflegetag war der Auftakt zu einem Projekt, das gemeinsam von der Stadtteilschule Bergedorf, dem Volksbund Hamburg und dem Kultur- und Geschichtskontor Bergedorf initiiert wurde und das von der Senatskanzlei finanziell unterstützt wird. Darin setzen sich die Jugendlichen mit der Lokalgeschichte und der Geschichte von Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft in Bergedorf auseinander. Anlässlich des Volkstrauertages 2018 sollen erste Projektergebnisse präsentiert werden.

Zum Abschluss der gelungenen Pflegeaktion gab es eine warme Suppe, die das Bezirksamt Bergedorf sponserte, und ein Grußwort des Bezirksamtsleiters Bergedorf, Arne Dornquast, der das Engagement der jungen Menschen lobte und ihnen für ihren Einsatz dankte. Auch die Vorsitzende des Volksbundes Hamburg, Karen Koop, dankte den Jugendlichen und äußerte den Wunsch, diese Aktion zu verstetigen.

Ein Artikel zu der Aktion in der Bergedorfer Zeitung ist hier zu lesen.

 

 

 

 

Arne Dornquast und Karen Koop bedankten sich für das Engagement der Jugendlichen

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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