Workcamp "A Peace of Art" in Lommel beendet

Erfahrungsreiche Tage voller Austausch in Belgien

27. August 2015

Die Teilnehmenden trafen auch einen Zeitzeugen

Das diesjährige Workcamp des Landesverbands Hamburg fand unter dem Titel „A Peace of Art“ in der Jugendbegegnungsstätte Lommel statt. Für zwei Wochen trafen sich Jugendliche aus Belgien, Deutschland, Estland, Moldawien und Italien, um in Anbetracht der Kriegsgräberstätte über Demokratie, Erinnerungskultur und den Umgang mit einer Kriegsgräberstätte zu diskutieren.

Die erste Woche begann mit interkulturellen Spielen und Projekten, bei denen die Jugendlichen sich und die jeweils anderen Länder kennen lernten. Dabei standen Themen wie die Auseinandersetzung mit der Rolle von Soldaten im Krieg und die Geschichte der Kriegsgräberstätte im Vordergrund. Die Jugendlichen setzten sich im Rahmen einer Führung über die Kriegsgräberstätte Lommel mit dessen Geschichte auseinander und verarbeiteten ihre Eindrücke im Nachhinein in einer Diskussion. Aus dieser Diskussion heraus entstand unter vorheriger Planung des italienischen Teams ein Flashmob zur Rolle von Soldaten im Krieg. Durch ein Zeitzeugengespräch mit dem niederländischen Überlebenden Ernst Verduin konnten die Jugendlichen einen persönlichen Zugang zum Leid der Opfer von Krieg und Gewalt bekommen. Jeweils an einem Abend hat ein Land einen Interkulturellen Abend gestaltet und das eigene Land und die Kultur vorgestellt. So bekamen die Jugendlichen einen authentischen Eindruck der verschiedenen Länder, aus denen die anderen Teilnehmer kamen. Ergänzend zur Thematik in Bezug auf die Kriegsgräberstätte wurden auch freiheitliche und demokratische Werte behandelt. Die Jugendlichen besuchten Belgiens Hauptstadt Brüssel und konnten sich im Europäischen Parlament über die Arbeit der EU informieren. Um neben dem vielen inhaltlichen Arbeiten einen Ausgleich zu schaffen, veranstalteten alle gemeinsam in der ersten Woche eine Fahrradtour durch Lommel sowie einen Ausflug in die Ardennen inklusive Klettertour und Kanufahrt.

Die zweite Woche stand dann ganz im Zeichen der künstlerischen Workshops. Zu Beginn wurde eine Schreibwerkstatt der niederländischen Gruppe „Loesje“ ausgerichtet. Den Jugendlichen wurden verschiedene Methoden gezeigt, durch die man in einen Schreibfluss kommen kann. Die Veranstalter zeigten den Jugendlichen auf, dass man nicht in Barrieren denken sollte, sondern sich lösen und selber aktiv werden sollte. Diese neuen Methoden eröffneten den Jugendlichen neue Wege des Denkens und Arbeitens. Zu Beginn konnten die Jugendlichen einen Workshop wählen, an dem sie die ganze Woche arbeiteten. Es wurden vier Workshops angeboten:

Der Künstler Rob Benders erschuf mit seinen Teilnehmern Collagen aus verschiedenen Gegenständen, die die Jugendlichen frei wählen konnten. Die Jugendlichen setzten sich dabei mit dem Thema Identität auseinander. Die Schauspielerin Nele Mennes führte die Jugendlichen in die Welt des Theaters ein. Gemeinsam erarbeiteten sie ein Stück, das am letzten Abend aufgeführt wurde. Dabei standen Themen wie Separation und Flucht im Vordergrund. Die Tänzerin Deborah Black bot einen Workshop an, bei dem die Jugendlichen traditionelle Tänzer aus ihrer Heimat modern interpretieren sollten. Dabei wurde auch die Kriegsgräberstätte mit einbezogen. Auch der Musiker Patrick Housen setzte den kulturellen Hintergrund der Jugendlichen ein, um daraus verschiedene musikalische Interpretationen zu erarbeiten.

Am letzten Tag des Workcamps gab es dann ein Festival auf dem Gelände der JBS, bei dem die Ergebnisse der Workshops der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Die Jugendlichen organisierten selbständig das Festival: bereiteten Essen und Getränke vor, bastelten Dekoration und machten Werbung. Der strömende Regen konnte die Jugendlichen nicht davon abhalten ihre Ergebnisse vorzuführen und zu der Musik der belgischen Band „Heartwash“ zu tanzen, die extra aus Antwerpen für das Festival angereist waren. Durch die künstlerischen Workshops konnten die Jugendlichen eine neue Methode im Umgang mit Kriegsgräberstätten lernen und sich auch selbst auf eine neue Weise ausprobieren.

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