10 Jahre deutsche Kriegsgräber in Korpowo
Arbeitseinsatz von deutschen und russischen Soldaten
Gedenkstunde am 30. Juli 2011, 11 Uhr
Kassel, 26. Juli 2011 - Über 32 000 deutsche Soldaten, die im Raum Demjansk (Russland) und in der gleichnamigen Kesselschlacht (1942) gefallen sind, haben bisher auf der Kriegsgräberstätte in dem kleinen russischen Dorf Korpowo ihre letzte Ruhestätte gefunden. Zum zehnjährigen Bestehen des Friedhofes veranstaltet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge am 30. Juli eine Gedenkstunde, zu der mehr als 80 Gäste, meistens Angehörige der Gefallenen, aus Deutschland erwartet werden. Bundeswehr-Soldaten aus Sigmaringen werden aus diesem Anlass gemeinsam mit russischen Soldaten aus Mga bei St. Petersburg eine Woche lang Kriegsgräber beider Nationen in der Region herrichten. Sie werden den Volksbund-Mitarbeitern auch bei der Exhumierung von deutschen Soldaten helfen.
Korpowo liegt südlich des Ilmensees, an der Straße Demjansk-Staraja Russa. Dort hat der Volksbund in Absprache mit der Gebietsverwaltung vor zehn Jahren einen zentralen Friedhof errichtet, auf dem auch noch weitere deutsche Gefallene bestattet werden sollen. Der Volksbund rechnet in Zukunft mit etwa 40 000 Gräbern in Korpowo. Bisher sind die Namen und Lebensdaten von etwa 30 000 Gefallenen auf Granitstelen dokumentiert.
Zur Gedenkveranstaltung am 30. Juli erwartet der Volksbund neben den Angehörigen auch Repräsentanten der Gebietsverwaltung und des deutschen Konsulates in St. Petersburg. Die Gedenkansprachen halten der frühere Leiter des Bundespräsidialamtes, Staatssekretär a. D. Dr. Hans-Jürgen Wolff, und Ernst-August Rathje aus Hamburg, der während des Kriegs südlich des Ilmensees eingesetzt war. Für den Volksbund wird dessen Präsident, Reinhard Führer, die Teilnehmer begrüßen.
Seit Unterzeichnung des deutsch-russischen Krieggräberabkommens 1992 hat der Volksbund in Russland über 20 zentrale Kriegsgräberstätten für deutsche Gefallene angelegt und die Gebeine von fast 277 000 Soldaten geborgen.
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