Flugzeug-Wrack im Kamper See lokalisiert

Wichtige Voraussetzung für die Bergung der Do 24 erfüllt/Tragödie der Kinder soll nicht vergessen werden

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Kassel, 17. Februar 2012 - Mitarbeiter einer polnischen Firma aus Lublin, die auf dreidimensionale Vermessungen spezialisiert ist, haben die genaue Lage des Flugzeug-Wracks festgestellt, das am 5. März 1945 mit mehr als 70 deutschen Kindern in den Kamper See, heute Resko Przymorskie in der polnischen Woiwodschaft Westpommern, gestürzt ist. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Bergung des Flugbootes vom Typ Dornier Do 24 erfüllt. Die Besatzungsmitglieder, die Betreuer und die Kinder werden dann endlich ein würdiges Grab erhalten.

Seit vielen Jahren ranken sich Legenden und Gerüchte um das abgestürzte Flugboot. In einer hektischen Rettungsaktion sollten im März 1945 tausende Kinder, die sich im Rahmen der Kinderlandverschickung an der Ostsee aufhielten, vor den heranrückenden sowjetischen Truppen in Sicherheit gebracht werden. Dazu richtete die deutsche Luftwaffe eine Luftbrücke zwischen Kamp und Rügen ein. Eine der bedenklich überladenen Maschinen stürzte kurz nach dem Start in den See, der Teil eines damaligen Fliegerhorstes der Wehrmacht war. Niemand wurde gerettet.

Bis 2001 war der See militärisches Sperrgebiet, und es herrschte Schweigen über die Tragödie der Kinder. 2009 bargen polnische Taucher einige Wrackteile des Flugzeuges. 2011 bildete sich auf Initiative des Bürgermeisters von Trzebiatow, früher Treptow an der Rega, zu dessen Verwaltungsbereich der Kamper See gehört, eine Arbeitsgruppe, die sich die Bergung des Flugzeuges und die Erinnerung an die Tragödie der Kinder zum Ziel gesetzt hat. Der Gruppe gehören mehrere deutsche und polnische Institutionen an, auch der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Größtes Problem ist zurzeit die Finanzierung des Projektes. Dafür sucht die Gruppe nach Sponsoren und bittet um Spenden. Am 5. März 2012 laden die Projektpartner zu einer öffentlichen Gedenkstunde am Ufer des Kamper Sees ein.

Wie die Spezialisten aus Lublin festgestellt haben, liegt das Wrack 800 Meter vom nördlichen Ufer entfernt und ist in zwei Teile zerbrochen. Die Wrackteile belegen eine Fläche von 18 Quadratmetern. Ein detaillierter Bericht soll Ende März vorliegen. Dann wird auch eine verlässliche Schätzung der Kosten für die Bergung möglich sein.

Weitere Informationen: www.kindervonkamp.de

 

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