Wir sehen Sie – wir danken Ihnen!

Empfang von 50 Sammlerinnen und Sammlern des Volksbundes bei Bundespräsident Joachim Gauck im Schloss Bellevue

29. Oktober 2012

Auftaktveranstaltung zur Sammlung des Volksbundes beim Bundespräsidenten Joachim Gauck (Fotos: Christoph Blase)
Volksbund-Präsident übergibt Halbe Audio-Guide an Bundespräsident Gauck
Leutnant Böhm und Leutnant Brachmanski von der Universität der Bundeswehr München mit Bundespräsident

Sammlerinnen und Sammler des Volksbundes aus ganz Deutschland hatten am 25. Oktober ihren großen Tag. Bundespräsident Joachim Gauck hatte die bunte Truppe im Alter von 11 bis 90 Jahren ins Schloss Bellevue eingeladen. In einer bewegenden Rede drückte er den ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeitern des Volksbundes seinen Respekt aus.

Die Themen Krieg und Tod brächten Menschen nicht zum Lachen. Und eine Gesellschaft, die gerne unterhalten werden möchte, auf angenehme, nicht schmerzhafte Weise, vermöge es trefflich, die Erinnerung an dunkle Kapitel zu verdrängen. „Und deshalb verdient es eben meinen besonderen Respekt, dass Sie vor dem Dunkel der Vergangenheit nicht fortlaufen, indem Sie Gräber bezeichnen, indem Sie diesen Gräbern die dazugehörenden Namen – wo Sie es immer können – dazugeben, indem Sie junge Leute anregen, über die Vergangenheit nachzudenken und indem Sie Familien trösten, die wissen wollen, wo liegt derjenige, der aus unserer Familie im Krieg geblieben ist. In alledem beschäftigen Sie sich mit dem wirklichen Leben, das Menschen bewegt und Menschenherzen bewegt“, sagte der Bundespräsident.

Es sei ihm wichtig, den Sammlerinnen und Sammlern zu sagen und zu zeigen, dass Ihr Präsident in seinem Kopf und in seinem Herzen diese Dinge bewege. „Und ich weiß auch, dass ich das nicht alleine tue, sondern, dass es in unserem Land – auch in der vielgescholtenen Politik – Menschen gibt, Abgeordnete, Verantwortung tragende Männer und Frauen in Regierungen der Länder und des Bundes, denen Ihre Arbeit wichtig ist“, ergänzte Joachim Gauck.

Der Bundespräsident bestätigte deshalb an dieser Stelle noch einmal die Fortführung seiner Schirmherrschaft über den Volksbund. „Das Schicksal derer, die wir betrauert haben, oder noch betrauern, rückt immer mehr in die Vergangenheit, manches historisches tut dann nicht mehr weh. Es bewegt sich vielleicht noch in den Erinnerungen bevor es ins Vergessene sinkt. Aber das ist mir egal, ich glaube, dass eine Nation zu ihrer Geschichte stehen und nicht vor ihr fliehen muss. Und dazu gehören eben auch sichtbare Erinnerungsmale oder sichtbare Orte des Gedenkens und der Trauer. Insofern, lieber Präsident [gemeint ist der Präsident des Volksbundes Reinhard Führer, a.d.R.], habe ich wirklich Grund, Ihnen und den tüchtigen hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern zu danken. Dieser Dank kommt nicht nur von Staatswegen, sondern auch aus dem Herzen des Bürgers Gauck“, so der Bundespräsident. „Ich begrüße Sie und sage Ihnen noch mal Dank und wünsche Ihnen viel Erfolg in unserem Land. Und auch wenn Sie über unsere Grenzen hinaus tätig sind, ist es wichtig was Sie tun, wir sehen Sie, wir danken Ihnen.“

Christoph Blase

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