Autostadt feiert 35. Tag der Niedersachsen

Volksbund präsentiert Aktion „Toter sucht Angehöriger“ und „Gräbersuche-Online“ in Wolfsburg

15. September 2017 Christian Christoph

Stand auf der Porschestraße in Wolfsburg

Malen von Friedenssymbolen

Knapp ein halbes Jahr an Vorbereitungen liegt hinter dem Team des Volksbundes, als es endlich losging. Der 35. Tag der Niedersachsen in Wolfsburg Anfang September, gleichzeitig meteorologischer Herbstanfang, bescherte den ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitern drei aufregende, informative und aber auch anstrengende Tage. Das Wetter hatte sich rechtzeitig zum Auftakt des großen Landesfestes auf gute Laune eingestellt und konnte den Besuchern und Mitwirkenden einen tollen Rahmen bieten.

Der Landesverband Niedersachsen war nach Wolfsburg gekommen, um sich und die Arbeit des Volksbundes auf der Info- und Erlebnismeile in der Porschestraße den Besuchern zu präsentieren. Sie zeigten sich auch sehr aufgeschlossen und informierten sich vielfältig. Das Angebot „Gräbersuche-Online“, eine Datenbank mit fast 4,8 Datensätzen von gefallenen und vermissten Soldaten des ersten und zweiten Weltkrieges, wurde sehr gut angenommen.
So mancher Besucher zeigte sich auch überrascht. „Das hätte ich gar nicht erwartet, meinen vermissten Bruder hier und heute nach so langer Zeit bei Ihnen noch zu finden“, so eine Dame aus dem benachbarten Oebisfelde, einem ehemaligen Grenzort zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Mit Hilfe des Internets konnten die Angehörigen anhand weniger Daten recherchieren und so Informationen über die letzte Ruhestätte des Verstorbenen erhalten.

Oft wissen die Angehörigen gar nicht um die Möglichkeit der Recherche im Internet. Bisher konnten nur in etwa zehn Prozent der Angehörigen ausfindig gemacht werden. "Das ist der immer noch währende Epilog des Krieges", so ein offizieller Volksbund-Mitarbeiter. "Die Zahlen und die damit verbundene wichtige Arbeit des Volksbundes sind in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt, und vielen Menschen ist es nicht bewusst, wie aktuell die Geschichte dadurch noch immer ist.“ So hatte die Gräbersuche an diesen drei Tagen einen ganz besonderen Stellenwert.
Neben der Gräbersuche und der Präsentation der Volksbund-App „Lost Generation“, die vor allem jungen Menschen Schicksale des ersten Weltkrieges nahebringen will, gaben die Volksbundmitarbeiter Auskunft zu allen Fragen der Kriegsgräberfürsorge.

Neben der Information hatten sich einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Sommerworkcamps am Samstag eine besondere Aktion ausgedacht. Bunte Friedenssymbole sollten auf Leintaschen und Turnbeutel gemalt werden und auf diese Weise für Frieden und Völkerverständigung werben. Eine Idee, die besonders beim jungen Publikum gut ankam. Die kleinen Künstler machten sich unentwegt daran, und bemalten die mitgebrachten Taschen und Beutel mithilfe von Schablonen und Farbrollern. Nach einer kurzen Trocknungsphase konnte sie ihre Werke als Botschaft und gleichzeitig als kleine Erinnerung an den Tag der Niedersachsen in Wolfsburg mit nach Hause nehmen.

Am Rande wurde auch der neue Termin für den 36. Tag der Niedersachsen bekannt:
14. bis 16. Juni 2019 in Wilhelmshaven.

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

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